Die Deutschen sollten sich besser an den nun hervortretenden Islam gewöhnen, meinen die Islamologin Bärbel Beinhauer-Köhler und der Soziologe Claus Leggewie, und zu diesem Gewöhnen gehört die Moschee in der Nachbarschaft. Ihr Buch über Moscheen in Deutschland ist der Versuch, den Streit um Baukonflikte zu versachlichen. Der Leser erfährt die Geschichte und Funktion solcher Sakralbauten, bei denen es aber eben auch zu „Anerkennungskonflikten“ kommt, über die jetzt die Integration ablaufe. Leitkultur? Nein, sagt Leggewie. Die gebe es wegen der Vielfalt nicht mehr. Migration und Demographie sprechen ihr Wort. Daher verfehlt jene zornige Schuldzuweisung an Muslime. Laut Leggewie rückten nun in Berlin, der „Hauptstadt des Atheismus“, Muslime mit ihren Gebetsräumen aus den Hinterhöfen in die Zentren. Vier Großbauten seien es am Columbiadamm, einer weiteren in Neukölln, am Mierendorffplatz und in Pankow. An der Spree zähle man 120 Gebetsstätten und Moscheen. Der Leser findet eine recht nüchterne Darstellung des Werdens und Wesens von Moscheen im Lande. Zum anderen kommen die Autoren auch nicht umhin, eine Politisierung des Islams zu beklagen. Moscheen seien dann Symbole des neuen, und zwar religiös motivierten Kulturkampfes.
Quelle + Volltext: http://www.tagesspiegel.de/kultur/literatur/...e-Islam;art138,2846047 ----------- " Was interessiert mich der Bullshit, den ich gestern vom Stapel gelassen habe. Gestern war gestern und heute ist heute". Meine Postings sind somit keine Handelsaufforderung ! |