KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,50%-DE-VAU-GE-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


11.08.20 11:55
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer zu der 6,50%-Anleihe (ISIN DE000A289C55 / WKN A289C5) der DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH ("DE-VAU-GE") mit Laufzeit bis 2025 kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) einzuschätzen.

Die DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH sei ein inhabergeführtes Familienunternehmen mit einer über 120 Jahre währenden Unternehmensgeschichte. An den beiden Standorten Lüneburg und Tangermünde würden ca. 900 Mitarbeiter über 500 Produkte im Bereich der Cerealien (wie Flocken, Cornflakes, gepufften Weizen etc.), Müslis (traditionelle Schütt-Müslis, gebackene Knusper-Müslis etc.), Riegel (Müsliriegel, Obst- und Nussriegel, Proteinriegel u.a.) und Milch-alternativen Drinks (Getreidedrinks, Nussdrinks) produzieren und so ein umfassendes, diversifiziertes Sortiment bedienen, das aktuelle Ernährungstrends widerspiegele.

Dabei richte DE-VAU-GE den Fokus auf Handelsmarken und Partnerschaften mit Lebensmitteleinzelhandels-Discountern. Seit 2013 sei DE-VAU-GE "Preferred Supplier" von ALDI UK für Cerealien und seit 2017 auch für Riegel, seit 2016 seien sie zudem "strategischer Partner" von ALDI Süd für Cerealien, Müsli und Riegel. Neben den Kernmärkten Deutschland und Großbritannien sei das Unternehmen in weiteren Ländern der Europäischen Union, Australien und den USA aktiv.

Das 1899 gegründete Familienunternehmen sei 2007 zwischenzeitlich an einen Finanzinvestor verkauft und mit der französischen Dailycer-Grupp zusammengeführt worden. 2012 habe Dailycer für die beiden deutschen Werke ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung durchlaufen müssen, an dessen Ende 2013 die Familie Makowski als Alleingesellschafter und in die Geschäftsführung eingestiegen sei.

Mit modernen Produktionsanlagen stelle DE-VAU-GE Cerealien, Riegel, Müsli sowie Drinks her. Dabei produziere DE-VAU-GE nicht nur unter eigenem Namen, sondern stelle vor allem für Discounter (darunter ALDI Süd und Nord, Edeka, Kaufland, Netto, Penny, Rewe) deren Eigenmarken her. Der Marktanteil von DE-VAU-GE in Deutschland liege 2019 bei Cerealien bei 34%, bei Riegeln bei 32%, bei pflanzlichen Drinks bei 16% und bei Müslis bei 8%. Auf Grund komplizierter Produktion und hoher Eintrittsbarrieren für Mitbewerber gehen wir davon aus, dass DE-VAU-GE vor neuer Konkurrenz relativ gut geschützt ist und eine gefestigte Marktposition besitzt, so die KFM Deutsche Mittelstand AG.

Beim Bezug der Rohstoffe für die Produktion verzichte DE-VAU-GE bewusst weitestgehend auf den Erwerb von Rohstoffen aus dem Ausland, wenn ein Bezug im Inland möglich sei. Währungsrisiken bestünden aufgrund der Einkaufsstrategie derzeit nur in geringem Umfang.

Seit dem Wiedereinstieg der Familie Makowski im Jahr 2013 hätten die Umsatzerlöse der DE-VAU-GE unter Wahrung der Profitabilität kontinuierlich gesteigert werden können. Während im Jahr 2013 ein Umsatz von etwa 105 Mio. Euro erzielt worden sei, habe im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019 bereits ein Umsatz von 210,6 Mio. Euro erlöst werden können. Im Vergleich zum Vorjahr (186,4 Mio. Euro) bedeute dies ein Plus von 13%. Das größte Segment würden hierbei die Cerealien mit einem Umsatzanteil von 51% bilden, gefolgt von Riegeln (23% des Umsatzes), Müsli (17%) und dem noch jungen Segment Drinks (6%). DE-VAU-GE habe hier in allen Segmenten die Umsätze im Jahr 2019 steigern können, wobei gerade im Segment Drinks der Umsatz mehr als verdreifacht worden sei. Das EBITDA der Gesellschaft betrage 15,6 Mio. Euro (Vorjahr: 12,8 Mio. Euro), was einer EBITDA-Marge von 7,3% entspreche.

Trotz der zurückliegenden Insolvenz aus dem Jahre 2013 könne die DE-VAU-GE zum Jahresende 2019 bereits wieder eine Eigenkapitalquote von 18,8% vorweisen (Vorjahr: 17,7%). Das hierfür zugrundeliegende wirtschaftliche Eigenkapital in Höhe von 20,0 Mio. Euro setze sich aus dem bilanziellen Eigenkapital in Höhe von 11,4 Mio. Euro (Vorjahr: 9,2 Mio. Euro), einem von der DKB Finance GmbH und Herrn Michael Makowski gewährten Genussrechtskapital in Höhe von 6,5 Mio. Euro sowie dem steuerfreien Anteil des Sonderpostens für Investitions-zuschüsse (70,0%) in Höhe von 2,1 Mio. Euro zusammen. Die positive Veränderung des Eigenkapitals im Jahr 2019 resultiere aus dem Jahresüberschuss des vergangenen Jahres in Höhe von 2,3 Mio. Euro.

Eine Vereinbarung über eine zukünftige Schuldübernahme von Verbindlichkeiten der ehemaligen operativen Gesellschaften aus dem Jahre 2013 habe durch eine Aufhebungsvereinbarung vom 12./13. April 2018 mit der DKB und der Sparkasse Lüneburg durch Ausgleichszahlungen von 4,3 Mio. Euro bzw. 1,5 Mio. Euro abgegolten werden können. Die beiden Banken hätten parallel Darlehen in gleicher Höhe gewährt. Durch "Sale-and-lease-back"-Verträge (ein rein objektbasiertes Finanzierungsmodell) sei zudem eine Finanzierungsalternative zu klassischen Bankkrediten geschaffen worden, was nach Meinung der KFM Deutsche Mittelstand AG zu einer erhöhten Flexibilität in der Liquiditätssteuerung führe.

Für das Geschäftsjahr 2020 erwarte die Gesellschaft einen Gesamtumsatz zwischen 226 und 231 Mio. Euro, was einem Umsatzplus von mindestens 7% entspreche, und ein weiter steigendes Jahresergebnis. Die Corona-Pandemie wirke sich hierbei positiv auf das Geschäftsfeld der DE-VAU-GE aus, da Teilschließungen der Gastronomie sowie diverser Urlaubsregionen durch die Corona-Pandemie zu einer erhöhten Nachfrage nach Produkten der DE-VAU-GE führen würden.

Die nicht nachrangige und unbesicherte Anleihe der DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH mit einem Emissionsvolumen von bis zu 15 Mio. Euro und einer Stückelung von 1.000 Euro sei mit einem Zinskupon von 6,50% p.a. (Zinstermin halbjährlich am 06.01. und 06.07.) ausgestattet und habe eine Laufzeit vom 06.07.2020 bis zum 06.07.2025. Eine 1. Tranche in Höhe von 3 Mio. Euro sei bereits bei institutionellen Investoren platziert worden. Aktuell befinde sich eine 2. Tranche mit bis zu 2 Mio. Euro in der Platzierung.

Vorzeitige Kündigungsmöglichkeiten der Emittentin seien in den Anleihebedingungen ab dem 06.07.2023 zu 103% und ab 06.07.2024 zu 102% des Nennbetrags vorgesehen. Die Emittentin verpflichte sich in den Anleihebedingungen zu einer Ausschüttungsbeschränkung und zu umfassender Transparenz. Bei Nichteinhaltung der Transparenzverpflichtung erhöhe sich in der nachfolgenden Zinsperiode der Zinssatz um einen Prozentpunkt. Die Schuldverschreibungen seien im Freiverkehr der Börse Frankfurt notiert.

Zusammenfassend laute die Einschätzung der KFM Deutsche Mittelstand AG wie folgt: Trotz Altlasten aus der Insolvenz im Jahre 2013 sei es der neuen Geschäftsführung gelungen, innerhalb weniger Jahre wieder ein gesundes Unternehmen auf die Beine zu stellen, indem übernommene Schulden umstrukturiert und über "Sale-and-lease-back"-Verträge die Liquiditätssituation entspannt worden sei. Die gute Marktstellung und die feste Kooperation mit ALDI würden auch in Zukunft für stabile Erträge sorgen, sodass die Verschuldungsstruktur der DE-VAU-GE weiter gesunden könne. In Verbindung mit der Rendite von 6,61% p.a. (auf Basis des Emissions-Kurses von 100,00% bei Berechnung bis zur Endfälligkeit am 06.07.2025) wird die 6,50%-Anleihe der DE-VAU-GE Gesundkostwerk Deutschland GmbH als "durchschnittlich attraktiv (positiver Ausblick)" (3,5 von 5 möglichen Sternen) eingeschätzt, so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (11.08.2020/alc/n/a)