Neue Eyemaxx-Anleihe 2020/25 - vollgepackt mit Sicherheiten - Anleihenews


07.07.20 12:30
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - "Wenn die Straße kurvig wird, kann auch bei einem sehr sicheren Fahrer ein zusätzlicher Airbag nicht schaden", sagt Dr. Michael Müller, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Der CEO und Gründer der Eyemaxx Real Estate AG meine das im übertragenen Sinn mit Blick auf die Kapitalmärkte. Der "sichere Fahrer" sei das von ihm gegründete Unternehmen: Seit über zwei Jahrzehnten erfolgreich und mit bewährtem Geschäftsmodell. Bei den Immobilieninvestments und -entwicklungen konzentriere sich Eyemaxx schon längst auf die stabilen Märkte in Deutschland und Österreich. Und auch als Emittent sei Eyemaxx ein verlässlicher Partner, der in den vergangenen Jahren bereits sechs Anleihen und Wandelanleihen mit einem Volumen von insgesamt rund 84 Millionen Euro pünktlich zurückgezahlt habe.

5,50% mit zusätzlichem Airbag per Grundbuch

5,50% Zinsen pro Jahr zahle Eyemaxx nun für die neue Anleihe 2020/25. Ein im Wettbewerbsumfeld ohnehin schon sehr ordentlicher Kupon. Und zusätzlich habe der Eyemaxx-CEO in die neue Anleihe des Unternehmens in Corona-Zeiten noch einen dicken Airbag eingebaut. Das komplette Volumen der neuen 30-Millionen-Euro Anleihe (ISIN DE000A289PZ4 / WKN A289PZ) sei grundpfandrechtlich abgesichert. Bei vollvermieteten Logistikimmobilien in Deutschland und Österreich würden für die Anleihegläubiger Sicherheiten über mehr als 20 Millionen Euro sogar im 1. Rang - da wo normalerweise die finanzierenden Banken stünden - ins Grundbuch eingetragen.

Zusätzlich würden die Anleger noch Sicherheiten über rund 10 Millionen Euro im zweiten Rang des Grundbuchs einer Immobilie erhalten. Für alle Objekte lägen aktuelle Wertgutachten vor, keines älter als rund 8 Monate, die meisten sogar von Ende Mai 2020. Und weil man schon mal dabei sei, seien die millionenschweren Mieteinnahmen der Sicherungsobjekte auch gleich noch zu Gunsten der Anleihegläubiger verpfändet worden, um so die vierteljährlichen Zinszahlungen an die Anleiheinvestoren per Airbag zusätzlich abzusichern. "Wir tun alles dafür, damit die Anleihegläubiger auch in den aktuellen Corona-Zeiten verlässlich auf die Anleiherendite bauen können", begründe Müller das umfangreiche Sicherungskonzept.

Selbst sei der Emittent…

Dass Müller trotz der Besicherung nicht am Kupon spare, dürfte auch daran liegen, dass der erfahrene Manager an anderer Stelle auf die Kostenbremse trete und sich so das eine oder andere Zehntelprozent mehr bei den Zinsen leisten könne. Denn Eyemaxx verzichte bei dieser Emission auf teure Konsortialbanken. Bei der nunmehr zehnten Anleihebegebung (Wandelanleihen eingeschlossen) und den attraktiven Konditionen traue sich das Unternehmen die Platzierung offenkundig auch in Eigenregie zu.

Mit den Mitteln wolle Eyemaxx eine andere Anleihe, die noch bis März 2021 laufe, vorzeitig ablösen. Den Inhabern der Eyemaxx-Anleihe 2016/21 mache das Unternehmen deshalb jetzt schon ein Tauschangebot in den neuen Bond. Pro Schuldverschreibung gebe es beim Tausch die aufgelaufenen Stückzinsen der alten Anleihe, eine neue Anleihe mit 1.000 Euro Nominalwert und zusätzlich noch eine Tauschprämie von 15 Euro.

2-Säulen-Geschäftsmodell

Vor lauter Anleihe-Airbag sollte das Geschäftsmodell von Eyemaxx nicht in den Hintergrund gedrängt werden. Denn das deutsch-österreichische Unternehmen habe operativ einiges zu bieten. Im Jahr 1996 als klassischer Projektentwickler gestartet, habe CEO Dr. Michael Müller früh die Zeichen der Zeit erkannt und zunehmend auch in Bestandsimmobilien investiert. Dieses zweite Standbein habe die üppigen aber schwankenden Einnahmen aus Immobilienentwicklungen durch laufende Cashflows aus Mieteinnahmen geglättet und sorge für eine stabile Basis.

Dass neben dem prosperierenden Wohnbereich ein weiterer Schwerpunkt auf Logistikimmobilien liege, habe sich im Laufe der Jahre vor dem Hintergrund des boomenden Onlinehandels mit entsprechender Logistiknachfrage als Glücksgriff herausgestellt. Insgesamt 3,8 Millionen Euro an Mieteinnahmen würden die Bestandsimmobilien pro Jahr derzeit generieren. Die Tendenz dürfte steigen, denn erklärtes Ziel sei es, den Bestand perspektivisch auszubauen. Notwendigen Nachschub generiere dabei fallweise auch die Entwicklungs-Pipline des Unternehmens, sitze Eyemaxx damit doch quasi an der (eigenen) Quelle.

Forward Sales bei Entwicklungsprojekten - sicher sei sicher

Auf rund 900 Millionen Euro summiere sich das aktuelle Volumen der vertraglich fixierten Entwicklungsprojekte. Und auch da könne CEO Müller seine Vorliebe für Airbags nicht verleugnen. Mit dem Verkauf der Projekte warte er oft nicht bis zur Fertigstellung, sondern - sicher sei sicher - sei sogenannten Forward Sales nicht abgeneigt. Dabei würden die Projekte zum Festpreis veräußert, der dann mit Baufortschritt stufenweise fällig werde. Bei solchen Forward Sales verzichte der Entwickler auf das letzte Renditequäntchen, eliminiere dafür frühzeitig das Risiko, keinen adäquaten Verkaufspreis zu erzielen.

Rund ein Drittel aller Entwicklungsprojekte habe Eyemaxx so bereits aus dem Risiko genommen. Die gesamte Pipeline solle übrigens bis Ende 2023 abgearbeitet und abgerechnet sein. Kleine Verzögerungen bei einzelnen Projekten durch die Corona-Pandemie habe laut Firmenlenker Müller auch Eyemaxx im 1. Halbjahr 2020 hinnehmen müssen, aber insgesamt sei das Unternehmen langfristig gut auf Kurs und auch Mietausfälle habe es keine gegeben.

Manchmal riskiere der CEO doch einen heißen Reifen

Operativ und bei seiner neuen Anleihe verfahre der 66-jährige Eyemaxx-Chef nach dem Motto "Safety first". Aber manchmal verzichte auch er auf den Airbag - bewusst und mit Freude. Dann nämlich, wenn er in das Golfcart steige, das zur Fortbewegung auf dem Firmengelände parat stehe. Es habe keinen Airbag, kein ABS, aber ein Gaspedal, das Müller gerne voll durchtrete - bei einer Höchstgeschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde letztlich wohl ein kalkulierbares Risiko!

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (07.07.2020/alc/n/a)