8,000% RENA LANGE-Anleihe: Luxuslabel möchte kräftig wachsen


26.11.13 10:45
fixed-income.org

Wolfratshausen (www.anleihencheck.de) - Vorausgesetzt, dass Zinsen und Tilgung komplett aus dem Cashflow bedient werden könnten, hält Christian Schiffmacher, Experte von fixed-income.org - Die Plattform für Emittenten und Investoren am Anleihemarkt - den Kupon der 8,000% RENA LANGE-Anleihe für sehr attraktiv.

Die RENA LANGE Holding GmbH, die einzige Couture-Marke Deutschlands, begebe eine vierjährige Unternehmensanleihe. Die Anleihe sei bei einem Volumen von bis zu 10 Mio. Euro mit einem Kupon von 8,000% ausgestattet. Aufgrund der vierteljährlichen Zinszahlungstermine liege die Rendite bei rund 8,2%. Das Unternehmen habe von der Creditreform Rating AG die Ratingnote BB- erhalten. Die Zeichnungsfrist laufe vom 27. November bis 11. Dezember. Die Einbeziehung der Schuldverschreibungen in den Primärmarkt (Freiverkehr) der Börse Düsseldorf AG sei für den 12. Dezember vorgesehen. Damit erfülle die Gesellschaft die gleichen Transparenzpflichten, die in allen Mittelstandssegmenten gelten würden.

RENA LANGE sei 1916 in München gegründet worden und sei heute mit ihrer klaren Luxus- und Qualitätspositionierung die einzige Couture-Marke Deutschlands. In ihrem Geschäft konzentriere sich RENA LANGE auf die Entwicklung, die Herstellung und den Handel mit luxuriöser Damenoberbekleidung. RENA LANGE sei in allen weltweit relevanten Luxusmärkten tätig und steuere den Vertrieb sowohl über den exklusiven Einzel- und Großhandel in den Kernmärkten Westeuropa, USA und Asien als auch über eigene Stores beispielsweise in München, Düsseldorf, London und Tokio. Mit rund 115 Mitarbeitern habe RENA LANGE in den vergangenen Jahren einen Umsatz von jährlich rund 25 Mio. Euro erwirtschaftet und sei dabei operativ immer positiv gewesen.

Seit Dezember 2012 gehöre RENA LANGE zu der auf Mode spezialisierten Rudigier und Partner Gruppe, zu der auch die Modeunternehmen Mabrun und Gloriette zählen würden. Dr. Siegmund Rudigier und Claudia Rudigier stünden dabei als Geschäftsführung für die strategische und operative Weiterentwicklung des Geschäfts von RENA LANGE.

RENA LANGE sei in einem anhaltend wachsenden Markt tätig. So sei der Gesamtumsatz der Luxusgüterindustrie im vergangenen Jahr weltweit um 10% gewachsen. Auch für 2013 werde in allen Regionen weiteres Wachstum erwartet, wobei Asien sowie der pazifische Raum und hier speziell China deutlich herausragen würden.

Ziel von Rudigier und Partner sei es, auf Basis des Geschäftsmodells in den kommenden Jahren sukzessive das enorme Potenzial der Marke RENA LANGE auf dem weltweiten Markt für Luxusmode auszuschöpfen. Dazu wolle RENA LANGE mit den Mitteln der Anleihe seine Kernkompetenzen ausbauen und seine internationale Präsenz stärken. Dabei solle die Kollektion modernisiert und um Accessoires erweitert werden. Außerdem stehe die Eröffnung weiterer Stores in denjenigen Modemetropolen Europas und der USA, in denen das Unternehmen noch nicht präsent sei, auf der Agenda. Schließlich plane RENA LANGE mit dem ausgewählten Kooperationspartner Ports 1961 und dessen mehr als 80 Fashion-Stores in China den Eintritt in den äußerst attraktiven chinesischen Markt.

Darüber hinaus plane RENA LANGE, das an der Schnittstelle von Luxus- und Premiumsegment tätige und mit ähnlichen Produktgruppen agierende Modeunternehmen St. Emile zu übernehmen. St. Emile richte sich an die Frau ab 30 mit gehobenem Einkommen. Das Unternehmen habe im vergangenen Geschäftsjahr einen Jahresumsatz von rund 25 Mio. Euro erwirtschaftet. Zu den Zielen des Investments zähle u.a. das direkte Heben von Synergiepotenzialen in den Bereichen Einkauf, Vertrieb und Verwaltung. St. Emile sei mit einem etwas niedrigeren Preisniveau tätig als RENA LANGE und spreche jüngere Frauen an. Der Kauf des Unternehmens solle mit den Mitteln der Anleihe refinanziert werden.

RENA LANGE bzw. die Vorgängergesellschaft D.G. GmbH habe im Geschäftsjahr 2012/13 (zum 30.04.) einen Pro-forma-Umsatz von 24,6 Mio. Euro (Vorjahr 24,2 Mio. Euro) erzielt. Das Pro-forma-EBITDA habe 1,7 Mio. Euro (Vorjahr 2,6 Mio. Euro) betragen. Das Pro-forma-EBIT sei von 1,8 Mio. Euro auf -0,03 Mio. Euro zurückgegangen. Ursächlich für den Rückgang beim EBIT seien Abschreibungen auf aktivierte Kollektionen in Höhe von 3,0 Mio. Euro gewesen, die die neuen Eigentümer Rudigier und Partner vorgenommen hätten (Kauf sei im Dezember 2012 erfolgt). Auf Basis der Pro-forma-Zahlen errechne sich eine EBITDA Interest Coverage Ratio von 6,1, das Net Debt/EBITDA habe 2,7 betragen.

Zu den Stärken würden überdurchschnittliche Wachstumsraten im Luxussegment, der Markteintritt in China mit dem starken Partner Ports 1961, die Hebung von Synergien zwischen RENA LANGE und St. Emile, ein attraktiver Kupon sowie das Mindestemissionsvolumen von 4 Mio. Euro zählen.

Schwächen seien die bislang zu schwache Aufstellung in Asien und bei Accessoires sowie die Tatsache, dass das Branchensentiment für Modeanleihe eher negativ sei.

Die neuen Eigentümer Rudigier und Partner möchten mit der Luxusmarke RENA LANGE kräftig wachsen. Rudigier und Partner könne dabei auf die Erfahrung mit mehreren Modelabels bauen. Potenzial sehe das Management u.a. in China, wo der Kooperationspartner Ports 1961 mehr als 80 Luxus-Stores betreibe. Aber auch das lukrative Geschäft mit Accessoires solle erschlossen werden. Die Wachstumsstory erscheine schlüssig. CEO Dr. Siegmund Rudigier sei zuversichtlich, Zinsen und Tilgung komplett aus dem Cashflow bedienen zu können.

Gelingt dies, dann ist der Kupon der RENA LANGE-Anleihe von 8,000% (Rendite aufgrund vierteljährlicher Zinszahlung 8,2%) sehr attraktiv, so die Experten von fixed-income.org. (26.11.2013/alc/a/a)
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