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Anleihen: Bundesanleihen wieder gesucht
16.10.23 09:36
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Mit den Terrorangriffen in Israel sind deutsche und auch US-amerikanische Staatsanleihen plötzlich wieder gefragt, so die Deutsche Börse AG.
"Es gab eine Flucht in sichere Häfen, die Rentenmärkte legten zu", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die zuvor deutlich gestiegenen Renditen seien gesunken. Die Gewalt in Israel sei aber nicht der einzige Grund. Nach Einschätzung von Tim Oechsner von der Steubing AG würden Kommentare von US-Notenbankern und die US-Inflationsdaten den Anleihenmarkt sogar mehr als geopolitische Headlines bewegen. "Zuletzt haben Äußerungen aus den Reihen der FED eher gegen weiter steigende Zinsen gesprochen."
Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seien vergangene Woche im Tief auf 2,70 Prozent gefallen, am Freitagmorgen seien es 2,75 Prozent gewesen - nach 2,90 Prozent vorletzte Woche. US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit würden aktuell 4,64 Prozent abwerfen nach 4,74 Prozent vergangenen Freitag.
Ob die Leitzinsen nochmals angehoben würden, sei unklar. Ziemlich klar sei aber, dass es so schnell keine Zinssenkungen geben werde. Dem niederländischen EZB-Rat Klaas Knot zufolge würden die Leitzinsen im Euroraum wohl noch mindestens ein Jahr lang auf ihrem derzeitigen hohen Niveau bleiben. Der Markt preise eine Zinssenkung für Mitte nächsten Jahres ein - das sei aber zu früh. Mit einem Rückgang der Zinsen auf das niedrige Niveau der 2010er Jahren sei erst einmal nicht zu rechnen. "Das war eine Ausnahme", habe Knot gegenüber der Nachrichtenagentur ANP erklärt.
Zu den Aufregern vergangene Woche habe Fresenius gehört. Positive Studienergebnisse zur Wirkung von Novo Nordisks Medikament Ozempic bei Nierenversagen hätten am Mittwoch die Aktien von Dialysespezialisten einbrechen lassen - und damit auch die von Fresenius und Fresenius Medical Care. Das mittel- bis langfristige Wachstum in der Anzahl der Dialysepatienten dürfte durch das Medikament ordentlich gebremst werden, habe die US-Bank J.P. Morgan gemeint. Fresenius Medical Care-Anleihen (ISIN XS2084488209 / WKN A255DW) hätten ebenfalls deutlich verloren. "Wesentlich erholt haben sie sich nicht", bemerke Marcus Mielert von Oddo BHF. Am Freitag seien Papiere (ISIN XS2676395408 / WKN A3LNB4) des Göttinger Pharma- und Laborzulieferers Sartorius verkauft worden. "Das liegt an der Gewinnwarnung." Sartorius habe am 13. Oktober 2023 die Prognose für das Gesamtjahr 2023 gesenkt.
Viele Unternehmensanleihen würden aber gesucht bleiben: Sehr gern genommen würden die beiden im September begebenen Anleihen von Katjes und Deutsche Rohstoff, wie Brunner berichte. Beliebt seien Oechsner zufolge zwei Deutsche Bahn-Anleihen (ISIN XS2577042893 / WKN A30V8D; ISIN XS1885608817 / WKN A2NBF1). Die Renditen lägen aktuell bei 3,95 und 3,49 Prozent. Gut an komme auch der vorletzte Woche begebene Sustainability-Linked-Bond des Baustoffkonzerns Wienerberger mit Kupon von 4,875 Prozent und Fälligkeit 2028. Ebenfalls gefragt: Der im August begebene E.ON-Bond (ISIN XS2673536541 / WKN A351VG) und eine schon ältere Siemens-Anleihe.
Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe für die 2026 fällige Grenke-Anleihe mit 6,75 Prozent-Kupon, aber Verkäufe für die 2025 fällige mit 0,625 Prozent (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B). Auch Riskantes sei gefragt: "Viele Käufe sehen wir vergangene Woche für die US-Dollar-Anleihe (ISIN USP91528AA03 / WKN A19F7K) der Provincia de Tierra del Fuego. Die 2017 begebene Anleihe bietet 8,95 Prozent bis 2027, beim aktuellen Kurs macht das eine Rendite von 12,23 Prozent."
Deutliche Kursverluste habe Brunner zufolge der Bond von The Grounds Real Estate Development (ISIN DE000A3H3FH2 / WKN A3H3FH) hinnehmen müssen. "Das Immobilienunternehmen hat eine neue Anleihe und eine Kapitalerhöhung angekündigt, da scheint einiges im Busch zu sein." Ebenfalls Unsicherheit herrsche bezüglich des Finanzinvestors für Gewerbeimmobilien Publity, der Kurs sei deutlich gefallen. Die Anleihe (ISIN DE000A254NA6 / WKN A254NA) des zur Publity-Gruppe gehörenden angeschlagenen Immobilienunternehmens Preos Real Estate werde nur noch um 1 Prozent gehandelt.
Bis zum 30. Oktober könne die neue Anleihe (ISIN DE000A3514Q0 / WKN A3514Q) des Maklerpoolunternehmens Jung, DMS & Cie. Pool GmbH mit Fälligkeit 2028 und Kupon zwischen 6,75 und 7,25 Prozent gezeichnet werden, wie Oechsner berichte. Jung, DMS & Cie. Pool GmbH sei eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der JDC Group AG. Diese biete unter den Marken Jung, DMS & Cie., allesmeins und Geld.de eine digitale Plattform für Versicherungen, Investmentfonds und andere Finanzprodukte und -dienstleistungen.
Eine neue Anleihe (ISIN DE000A351XF8 / WKN A351XF) angekündigt habe unterdessen der Autozulieferer Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, und zwar mit Laufzeit bis 2028 und 9,5 Prozent Kupon. Dazu komme ein Umtauschangebot für alte Anleihen (ISIN DE000A2GSNF5 / WKN A2GSNF; ISIN DE000A2NBR88 / WKN A2NBR8). Das öffentliche Angebot laufe vom 30. Oktober bis zum 13. November. (Ausgabe vom 13.10.2023) (16.10.2023/alc/a/a)
"Es gab eine Flucht in sichere Häfen, die Rentenmärkte legten zu", berichte Arthur Brunner von der ICF Bank. Die zuvor deutlich gestiegenen Renditen seien gesunken. Die Gewalt in Israel sei aber nicht der einzige Grund. Nach Einschätzung von Tim Oechsner von der Steubing AG würden Kommentare von US-Notenbankern und die US-Inflationsdaten den Anleihenmarkt sogar mehr als geopolitische Headlines bewegen. "Zuletzt haben Äußerungen aus den Reihen der FED eher gegen weiter steigende Zinsen gesprochen."
Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen seien vergangene Woche im Tief auf 2,70 Prozent gefallen, am Freitagmorgen seien es 2,75 Prozent gewesen - nach 2,90 Prozent vorletzte Woche. US-Staatsanleihen gleicher Laufzeit würden aktuell 4,64 Prozent abwerfen nach 4,74 Prozent vergangenen Freitag.
Ob die Leitzinsen nochmals angehoben würden, sei unklar. Ziemlich klar sei aber, dass es so schnell keine Zinssenkungen geben werde. Dem niederländischen EZB-Rat Klaas Knot zufolge würden die Leitzinsen im Euroraum wohl noch mindestens ein Jahr lang auf ihrem derzeitigen hohen Niveau bleiben. Der Markt preise eine Zinssenkung für Mitte nächsten Jahres ein - das sei aber zu früh. Mit einem Rückgang der Zinsen auf das niedrige Niveau der 2010er Jahren sei erst einmal nicht zu rechnen. "Das war eine Ausnahme", habe Knot gegenüber der Nachrichtenagentur ANP erklärt.
Viele Unternehmensanleihen würden aber gesucht bleiben: Sehr gern genommen würden die beiden im September begebenen Anleihen von Katjes und Deutsche Rohstoff, wie Brunner berichte. Beliebt seien Oechsner zufolge zwei Deutsche Bahn-Anleihen (ISIN XS2577042893 / WKN A30V8D; ISIN XS1885608817 / WKN A2NBF1). Die Renditen lägen aktuell bei 3,95 und 3,49 Prozent. Gut an komme auch der vorletzte Woche begebene Sustainability-Linked-Bond des Baustoffkonzerns Wienerberger mit Kupon von 4,875 Prozent und Fälligkeit 2028. Ebenfalls gefragt: Der im August begebene E.ON-Bond (ISIN XS2673536541 / WKN A351VG) und eine schon ältere Siemens-Anleihe.
Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe für die 2026 fällige Grenke-Anleihe mit 6,75 Prozent-Kupon, aber Verkäufe für die 2025 fällige mit 0,625 Prozent (ISIN XS2078696866 / WKN A2R98B). Auch Riskantes sei gefragt: "Viele Käufe sehen wir vergangene Woche für die US-Dollar-Anleihe (ISIN USP91528AA03 / WKN A19F7K) der Provincia de Tierra del Fuego. Die 2017 begebene Anleihe bietet 8,95 Prozent bis 2027, beim aktuellen Kurs macht das eine Rendite von 12,23 Prozent."
Deutliche Kursverluste habe Brunner zufolge der Bond von The Grounds Real Estate Development (ISIN DE000A3H3FH2 / WKN A3H3FH) hinnehmen müssen. "Das Immobilienunternehmen hat eine neue Anleihe und eine Kapitalerhöhung angekündigt, da scheint einiges im Busch zu sein." Ebenfalls Unsicherheit herrsche bezüglich des Finanzinvestors für Gewerbeimmobilien Publity, der Kurs sei deutlich gefallen. Die Anleihe (ISIN DE000A254NA6 / WKN A254NA) des zur Publity-Gruppe gehörenden angeschlagenen Immobilienunternehmens Preos Real Estate werde nur noch um 1 Prozent gehandelt.
Bis zum 30. Oktober könne die neue Anleihe (ISIN DE000A3514Q0 / WKN A3514Q) des Maklerpoolunternehmens Jung, DMS & Cie. Pool GmbH mit Fälligkeit 2028 und Kupon zwischen 6,75 und 7,25 Prozent gezeichnet werden, wie Oechsner berichte. Jung, DMS & Cie. Pool GmbH sei eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der JDC Group AG. Diese biete unter den Marken Jung, DMS & Cie., allesmeins und Geld.de eine digitale Plattform für Versicherungen, Investmentfonds und andere Finanzprodukte und -dienstleistungen.
Eine neue Anleihe (ISIN DE000A351XF8 / WKN A351XF) angekündigt habe unterdessen der Autozulieferer Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, und zwar mit Laufzeit bis 2028 und 9,5 Prozent Kupon. Dazu komme ein Umtauschangebot für alte Anleihen (ISIN DE000A2GSNF5 / WKN A2GSNF; ISIN DE000A2NBR88 / WKN A2NBR8). Das öffentliche Angebot laufe vom 30. Oktober bis zum 13. November. (Ausgabe vom 13.10.2023) (16.10.2023/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 93,273 € | 93,314 € | -0,041 € | -0,04% | 17.04./09:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS2084488209 | A255DW | 94,63 € | 91,76 € | |
Werte im Artikel




