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Anleihen: "Flucht in Sicherheit"
20.10.25 09:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Anleiherenditen sind auf Wochensicht deutlich gesunken, so die Deutsche Börse AG.
Bei den zehnjährigen Bundesanleihen sei es von 2,68 Prozent auf 2,55 Prozent bergab gegangen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 4,11 Prozent auf 3,95 Prozent gefallen und damit erstmals seit April wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 4,0 Prozent gerutscht. "Die Rentenbullen haben damit eine bedeutende technische Hürde für weitere Kurszuwächse genommen", analysiere Elmar Völker von der LBBW.
Seiner Ansicht nach sei es aktuell vor allem die "Flucht in die Sicherheit", die die Anleihekurse haussieren lasse und die Renditen purzeln lasse. Der Renten-Spezialist nenne konkret die neuen Sorgen vor einem globalen Handelskrieg mit negativen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur als "einen von mehreren Gründen für den deutlichen Kursrückenwind an den großen Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks".
Hinzu kämen die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem US-Regionalbankensektor und "dovishe" Äußerungen führender US-Notenbanker. Deren Statements "deuten mehrheitlich auf die Möglichkeit einer baldigen Zinssenkung hin", wie Ralf Umlauf von der Helaba erkläre. Unter anderem habe Fed-Chef Jerome Powell diese Woche auf Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt verwiesen. Völker sehe sogar die Möglichkeit neuer Spekulationen über einen "großen" Zinsschritt am 29. Oktober. Dazu könne es kommen, wenn sich die Sorgen um die Kreditqualität im US-Bankensektor ausweiten würden.
Hierzulande stärke der Rutsch der 10-Jahres-Rendite auf den tiefsten Stand seit rund vier Monaten aus markttechnischer Sicht die Wahrscheinlichkeit eines "anhaltenden renten-bullishen Trends", schreibe der LBBW-Stratege. Nahrung erhalte diese These durch den Ausbruch aus der seit Juli etablierten engen Handelsspanne zwischen 2,60 und 2,80 Prozent.
Final entschieden werde die Richtung an den Anleihemärkten laut Völker aber von der weiteren Entwicklung im US-Regionalbankensektor sowie dem Konflikt zwischen den USA und China. Sollten die Parteien in den kommenden Wochen auf Deeskalationskurs gehen, "dann dürften die jüngsten Kursaufschläge am Staatsanleihemarkt wieder korrigiert werden".
Bei den europäischen Unternehmensanleihen würden die Kurszuwächse in den vergangenen Tagen vergleichsweise gering ausfallen. Grund hierfür seien laut Pascal Reichert von der Commerzbank die gestiegenen Risikoaufschläge. "Ausgelöst durch Rücksetzer am US-Markt für Corporate Bonds haben Investoren auch die Risikoprämien europäischer Unternehmensanleihen neu bewertet", erkläre der Renten-Experte.
Raffaele Antacido von der ICF Bank melde derweil starke Nachfrage nach Anleihen deutscher Autohersteller. Gefragt sei vor allem ein im April 2028 fälliger Bond von Volkswagen mit einer Rendite von derzeit 2,60 Prozent (ISIN XS2152061904). "VW konnte die Absatzschwäche in China und den USA durch Zuwächse in Zentral- und Osteuropa sowie Südamerika fast vollständig kompensieren", fasse der Rentenhändler die Entwicklung im dritten Quartal zusammen.
Starke Kursbewegungen verzeichne die offiziell nur noch wenige Monate laufende Anleihe der Pandion AG (ISIN DE000A289YC5). Der Immobilienentwickler habe zu Wochenbeginn den Abschluss einer Finanzvereinbarung mit einem Investor in Höhe von 100 Mio. Euro im Rahmen der laufenden Neustrukturierung der Finanzierung gemeldet.
"Spekulationen um eine Konditionsanpassung der bestehenden Anleihe haben zu einer Verkaufswelle geführt", berichte Antacido. Der Kurs der Anleihe sei auf Wochensicht von 79 Prozent auf 62 Prozent gefallen. Vor einem Monat habe der Bond noch bei über 90 Prozent notiert.
Wie schon in der Vorwoche erfreue sich auch diesmal die im Jahr 2039 fällige AUD-Anleihe der New South Wales Treasury Corp. (ISIN AU3SG0003270) großer Beliebtheit. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde hier anhaltende Käufe. Die Anleihe rentiere trotz gestiegener Kurse immer noch mit über 5,0 Prozent. (Ausgabe vom 17.10.2025) (20.10.2025/alc/a/a)
Bei den zehnjährigen Bundesanleihen sei es von 2,68 Prozent auf 2,55 Prozent bergab gegangen. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries sei von 4,11 Prozent auf 3,95 Prozent gefallen und damit erstmals seit April wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 4,0 Prozent gerutscht. "Die Rentenbullen haben damit eine bedeutende technische Hürde für weitere Kurszuwächse genommen", analysiere Elmar Völker von der LBBW.
Seiner Ansicht nach sei es aktuell vor allem die "Flucht in die Sicherheit", die die Anleihekurse haussieren lasse und die Renditen purzeln lasse. Der Renten-Spezialist nenne konkret die neuen Sorgen vor einem globalen Handelskrieg mit negativen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur als "einen von mehreren Gründen für den deutlichen Kursrückenwind an den großen Staatsanleihemärkten beiderseits des Atlantiks".
Hinzu kämen die jüngsten Hiobsbotschaften aus dem US-Regionalbankensektor und "dovishe" Äußerungen führender US-Notenbanker. Deren Statements "deuten mehrheitlich auf die Möglichkeit einer baldigen Zinssenkung hin", wie Ralf Umlauf von der Helaba erkläre. Unter anderem habe Fed-Chef Jerome Powell diese Woche auf Abwärtsrisiken am Arbeitsmarkt verwiesen. Völker sehe sogar die Möglichkeit neuer Spekulationen über einen "großen" Zinsschritt am 29. Oktober. Dazu könne es kommen, wenn sich die Sorgen um die Kreditqualität im US-Bankensektor ausweiten würden.
Hierzulande stärke der Rutsch der 10-Jahres-Rendite auf den tiefsten Stand seit rund vier Monaten aus markttechnischer Sicht die Wahrscheinlichkeit eines "anhaltenden renten-bullishen Trends", schreibe der LBBW-Stratege. Nahrung erhalte diese These durch den Ausbruch aus der seit Juli etablierten engen Handelsspanne zwischen 2,60 und 2,80 Prozent.
Bei den europäischen Unternehmensanleihen würden die Kurszuwächse in den vergangenen Tagen vergleichsweise gering ausfallen. Grund hierfür seien laut Pascal Reichert von der Commerzbank die gestiegenen Risikoaufschläge. "Ausgelöst durch Rücksetzer am US-Markt für Corporate Bonds haben Investoren auch die Risikoprämien europäischer Unternehmensanleihen neu bewertet", erkläre der Renten-Experte.
Raffaele Antacido von der ICF Bank melde derweil starke Nachfrage nach Anleihen deutscher Autohersteller. Gefragt sei vor allem ein im April 2028 fälliger Bond von Volkswagen mit einer Rendite von derzeit 2,60 Prozent (ISIN XS2152061904). "VW konnte die Absatzschwäche in China und den USA durch Zuwächse in Zentral- und Osteuropa sowie Südamerika fast vollständig kompensieren", fasse der Rentenhändler die Entwicklung im dritten Quartal zusammen.
Starke Kursbewegungen verzeichne die offiziell nur noch wenige Monate laufende Anleihe der Pandion AG (ISIN DE000A289YC5). Der Immobilienentwickler habe zu Wochenbeginn den Abschluss einer Finanzvereinbarung mit einem Investor in Höhe von 100 Mio. Euro im Rahmen der laufenden Neustrukturierung der Finanzierung gemeldet.
"Spekulationen um eine Konditionsanpassung der bestehenden Anleihe haben zu einer Verkaufswelle geführt", berichte Antacido. Der Kurs der Anleihe sei auf Wochensicht von 79 Prozent auf 62 Prozent gefallen. Vor einem Monat habe der Bond noch bei über 90 Prozent notiert.
Wie schon in der Vorwoche erfreue sich auch diesmal die im Jahr 2039 fällige AUD-Anleihe der New South Wales Treasury Corp. (ISIN AU3SG0003270) großer Beliebtheit. Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde hier anhaltende Käufe. Die Anleihe rentiere trotz gestiegener Kurse immer noch mit über 5,0 Prozent. (Ausgabe vom 17.10.2025) (20.10.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 94,38 AUD | 94,191 AUD | 0,189 AUD | +0,20% | 17.04./11:49 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| AU3SG0003270 | A4EH1M | 102,57 AUD | 92,01 AUD | |
Werte im Artikel




