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Anleihen-Handel: Entspannungssignale
06.09.19 16:37
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Zeichen der Entspannung hinsichtlich politischer Baustellen treiben - zumindest kurzfristig - die Renditen für Staatsanleihen, so die Deutsche Börse AG.
Nach einem Rekordtief von minus 0,74 Prozent Rendite für zehnjährige Bundesanleihen am Dienstag würden die Papiere am Morgen minus 0,59 Prozent Ertrag bringen. Anleger würden mit Erleichterung auf die neue Regierung in Italien und die für Anfang Oktober geplante Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA reagieren. Auch der mögliche Brexit-Aufschub bis Anfang nächsten Jahres und Meldungen über die Rücknahme des umstrittenen Auslieferungsgesetzes in Hongkong dürften Händler zufolge zur Beruhigung an den Finanzmärkten beigetragen haben.
Die heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten könnten Wasser auf die Mühlen der Währungshüter sein, die für eine Pause bei den Leitzinssenkungen plädieren würden. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Bericht habe mit mehr neu geschaffenen Stellen als erwartet positiv überrascht. Ebenso habe der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe deutlicher als erwartet zugelegt. "Durch die besseren Wirtschaftsdaten stehen die Notenbanker nicht so unter Druck, die Zinsen zu senken", schätze Arthur Brunner von der ICF Bank.
Die HSBC rechne indes nach wie vor im September und Oktober mit weiteren Reduzierungen der FED Funds-Rate um jeweils 25 Basispunkte. Einen Hinweis darauf wie die Zentralbanker geldpolitisch reagieren würden, könne bereits der am Abend anstehende Vortrag von Federal Reserve-Chef Jerome Powell in Zürich liefern.
Nach der Sommerpause erhöhe sich die Zahl der Firmen, die sich über den Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen refinanzieren würden. Wie gern Unternehmen derzeit die Finanzmärkte anzapfen würden, würden die jüngsten Bloomberg-Zahlen verdeutlichen. Demnach habe die Emission neuer Anleihen in Europa am gestrigen Donnerstag eine Billion Euro in diesem Jahr überstiegen. Damit sei die Marke sechs Wochen früher als 2018 und zwei Wochen schneller als im Rekordjahr 2017 geknackt worden.
Unter anderem platzierte Siemens (ISIN XS2049616464 / WKN A2R68J, ISIN XS2049616548 / WKN A2R68K, ISIN XS2049616621 / WKN A2R68L, ISIN XS2049616894 / WKN A2R68M) vier neue Bonds mit Laufzeiten bis 2021, 2025, 2029 und 2024, wie Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank aufzähle. Während der deutsche Industriekonzern für die zwei- und fünfjährigen Anleihen keine Zinsen zahle, komme das zehnjährige Papier auf einen Kupon von 0,125 Prozent und der Bond mit 15-jähriger Laufzeit auf 0,5 Prozent.
Mittels zwei neuer Bonds habe HOCHTIEF Petz zufolge in dieser Woche insgesamt 750 Millionen Euro am Markt eingesammelt. Für eine Anleihe (ISIN DE000A2YN2U2 / WKN A2YN2U) mit einer Laufzeit bis 2027 zahle das Unternehmen jährlich 0,5 Prozent. Ein in 2031 fälliger Wert (ISIN DE000A2YN2V0 / WKN A2YN2V) sei mit einem Kupon von 1,25 Prozent ausgestattet. Die Anleihen seien durch den Emittenten vorzeitig kündbar.
Privatanleger legten sich Brunner zufolge zudem gern einen neuen, insgesamt eine Milliarde Euro schweren Bond von Thyssen (ISIN DE000A2YN6V1 / WKN A2YN6V) ins Depot. Der in 1.000 Euro gestückelte Wert bringe einen Kupon von 1,875 Prozent und sei am 6. März 2023 fällig. Aktuell sei der Wert für 100,50 Prozent zu haben. Das Essener Unternehmen beschäftige sich derzeit gezielt mit dem Verkauf der Aufzugsparte, für den sich unter anderem die finnische Kone, Hitachi und Finanzinvestoren interessierten.
Seit gestern bis voraussichtlich 19. September könnten Anleger eine neue fünfjährige Anleihe von EYEMAXX Real Estate zeichnen. Der Immobilienentwickler plane die Aufnahme von bis zu 50 Millionen Euro und biete Anlegern dafür jährlich 5,5 Prozent Zinsen. Inhaber der am 31. März 2020 fälligen Anleihe (ISIN DE000A12T374 / WKN A12T37) des Unternehmens mit einem Kupon von 8,0 Prozent könnten diese bis zum 13. September im Verhältnis eins zu eins in die neue Anleihe tauschen. Im Gegenzug dazu würden Investoren die aufgelaufenen Stückzinsen der Anleihe sowie zusätzlich 22,50 Euro je umgetauschter Anleihe in bar erhalten. Dies entspreche EYEMAXX zufolge einer Einmalzahlung von zusätzlich 2,25 Prozent.
Bis zu 40 Millionen Euro plane Euroboden über eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2YNXQ5 / WKN A2YNXQ) ab dem 16. September einzusammeln. Der Bond bringe Anlegern jährlich ebenfalls 5,5 Prozent Zinsen, die halbjährlich ausgezahlt würden.
Im Handel mit bestehenden Unternehmensanleihen registriere Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Nachfrage nach einer seit April handelbaren, siebenjährigen Anleihe (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) von Otto mit einem Kupon von 2,625 Prozent. "Hier verbuchen wir Käufe und Verkäufe." Der aufgestockte Wert (ISIN XS2049548873 / WKN A2YN2Y) lande hingegen zumeist in den Depots.
Ebenso würde ein bis 2024 laufender Bond (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien mit einer jährlichen Verzinsung von 5,25 Prozent immer mal wieder gekauft. Das gelte auch für eine unbesicherte, vorzeitig kündbare Ekosem-Agrar-Anleihe mit einem Kupon von 7,5 Prozent. "Das Papier hat kein Rating", erinnere der Händler. (06.09.2019/alc/a/a)
Nach einem Rekordtief von minus 0,74 Prozent Rendite für zehnjährige Bundesanleihen am Dienstag würden die Papiere am Morgen minus 0,59 Prozent Ertrag bringen. Anleger würden mit Erleichterung auf die neue Regierung in Italien und die für Anfang Oktober geplante Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA reagieren. Auch der mögliche Brexit-Aufschub bis Anfang nächsten Jahres und Meldungen über die Rücknahme des umstrittenen Auslieferungsgesetzes in Hongkong dürften Händler zufolge zur Beruhigung an den Finanzmärkten beigetragen haben.
Die heute anstehenden US-Arbeitsmarktdaten könnten Wasser auf die Mühlen der Währungshüter sein, die für eine Pause bei den Leitzinssenkungen plädieren würden. Der am Mittwoch veröffentlichte ADP-Bericht habe mit mehr neu geschaffenen Stellen als erwartet positiv überrascht. Ebenso habe der ISM-Index für das Dienstleistungsgewerbe deutlicher als erwartet zugelegt. "Durch die besseren Wirtschaftsdaten stehen die Notenbanker nicht so unter Druck, die Zinsen zu senken", schätze Arthur Brunner von der ICF Bank.
Die HSBC rechne indes nach wie vor im September und Oktober mit weiteren Reduzierungen der FED Funds-Rate um jeweils 25 Basispunkte. Einen Hinweis darauf wie die Zentralbanker geldpolitisch reagieren würden, könne bereits der am Abend anstehende Vortrag von Federal Reserve-Chef Jerome Powell in Zürich liefern.
Nach der Sommerpause erhöhe sich die Zahl der Firmen, die sich über den Kapitalmarkt zu günstigen Konditionen refinanzieren würden. Wie gern Unternehmen derzeit die Finanzmärkte anzapfen würden, würden die jüngsten Bloomberg-Zahlen verdeutlichen. Demnach habe die Emission neuer Anleihen in Europa am gestrigen Donnerstag eine Billion Euro in diesem Jahr überstiegen. Damit sei die Marke sechs Wochen früher als 2018 und zwei Wochen schneller als im Rekordjahr 2017 geknackt worden.
Mittels zwei neuer Bonds habe HOCHTIEF Petz zufolge in dieser Woche insgesamt 750 Millionen Euro am Markt eingesammelt. Für eine Anleihe (ISIN DE000A2YN2U2 / WKN A2YN2U) mit einer Laufzeit bis 2027 zahle das Unternehmen jährlich 0,5 Prozent. Ein in 2031 fälliger Wert (ISIN DE000A2YN2V0 / WKN A2YN2V) sei mit einem Kupon von 1,25 Prozent ausgestattet. Die Anleihen seien durch den Emittenten vorzeitig kündbar.
Privatanleger legten sich Brunner zufolge zudem gern einen neuen, insgesamt eine Milliarde Euro schweren Bond von Thyssen (ISIN DE000A2YN6V1 / WKN A2YN6V) ins Depot. Der in 1.000 Euro gestückelte Wert bringe einen Kupon von 1,875 Prozent und sei am 6. März 2023 fällig. Aktuell sei der Wert für 100,50 Prozent zu haben. Das Essener Unternehmen beschäftige sich derzeit gezielt mit dem Verkauf der Aufzugsparte, für den sich unter anderem die finnische Kone, Hitachi und Finanzinvestoren interessierten.
Seit gestern bis voraussichtlich 19. September könnten Anleger eine neue fünfjährige Anleihe von EYEMAXX Real Estate zeichnen. Der Immobilienentwickler plane die Aufnahme von bis zu 50 Millionen Euro und biete Anlegern dafür jährlich 5,5 Prozent Zinsen. Inhaber der am 31. März 2020 fälligen Anleihe (ISIN DE000A12T374 / WKN A12T37) des Unternehmens mit einem Kupon von 8,0 Prozent könnten diese bis zum 13. September im Verhältnis eins zu eins in die neue Anleihe tauschen. Im Gegenzug dazu würden Investoren die aufgelaufenen Stückzinsen der Anleihe sowie zusätzlich 22,50 Euro je umgetauschter Anleihe in bar erhalten. Dies entspreche EYEMAXX zufolge einer Einmalzahlung von zusätzlich 2,25 Prozent.
Bis zu 40 Millionen Euro plane Euroboden über eine fünfjährige Anleihe (ISIN DE000A2YNXQ5 / WKN A2YNXQ) ab dem 16. September einzusammeln. Der Bond bringe Anlegern jährlich ebenfalls 5,5 Prozent Zinsen, die halbjährlich ausgezahlt würden.
Im Handel mit bestehenden Unternehmensanleihen registriere Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank Nachfrage nach einer seit April handelbaren, siebenjährigen Anleihe (ISIN XS1979274708 / WKN A2TR80) von Otto mit einem Kupon von 2,625 Prozent. "Hier verbuchen wir Käufe und Verkäufe." Der aufgestockte Wert (ISIN XS2049548873 / WKN A2YN2Y) lande hingegen zumeist in den Depots.
Ebenso würde ein bis 2024 laufender Bond (ISIN DE000A2TSB16 / WKN A2TSB1) der FCR Immobilien mit einer jährlichen Verzinsung von 5,25 Prozent immer mal wieder gekauft. Das gelte auch für eine unbesicherte, vorzeitig kündbare Ekosem-Agrar-Anleihe mit einem Kupon von 7,5 Prozent. "Das Papier hat kein Rating", erinnere der Händler. (06.09.2019/alc/a/a)
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