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Anleihen: "Raus aus US-Anleihen"
14.04.25 08:30
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die abrupten Richtungswechsel des US-Präsidenten im Zollkonflikt mit dem Rest der Welt haben die Kurse am amerikanischen Rentenmarkt stark belastet, vor allem am langen Ende, so die Deutsche Börse AG.
Die Renditen 30-jähriger US-Treasuries stünden vor dem stärksten Wochenanstieg seit Anfang der 80er-Jahre und auch bei den zehnjährigen Staatsanleihen sei es auf Wochensicht deutlich von 3,98 Prozent auf 4,42 Prozent hochgegangen. Kurz nach dem "Liberation Day" zu Beginn des Monats habe die "Flucht in den sicheren Hafen" die Renditen hier zunächst noch auf 3,87 Prozent gedrückt.
Klaus Stopp, langjähriger Anleihehändler bei der Baader Bank, fürchte durch das Vorgehen von Donald Trump einen "bleibenden Schaden für USA, weil die Verlässlichkeit nicht mehr gegeben ist". Der aktuell zu beobachtende Trend "Raus aus US-Anleihen" könnte zudem dadurch forciert werden, dass sich einige Akteure am Markt im Zuge von Margin-Forderungen von den hochliquiden Anleihen hätten trennen müssen. Auch die Analysten der LBBW würden mit Blick auf die "befremdlichen Kurskapriolen" Marktbeobachter zitieren, "die über eine Erosion des "Safe-Haven-Status" ebenso spekulieren wie über massive Abverkäufe von Hedgefonds wegen Nachschusspflichten oder im Zuge der Auflösung sogenannter Basistrades".
Bei Hauck Aufhäuser Lampe sorge man sich bereits um das Top-Rating der USA als Anleihe-Schuldner. "Ob sich die USA eine mögliche Bonitätsherabstufung leisten kann, bleibt abzuwarten. Dies hätte erhebliche Konsequenzen auf das Pricing und die Refinanzierung aller Emittenten". Die Strategen würden nicht davon ausgehen, dass die Normalität an den Kapitalmärkten für längere Zeit zurückkehre. "Der wirtschaftliche Schaden ist bereits im Gange und der Vertrauensverlust der Investoren gegenüber USA wird größer". Ein Trend, der auch Donald Trump nicht gefallen dürfte. Schließlich stehe in den USA in diesem Jahr die Refinanzierung von Staatsanleihen im Umfang von mehreren Billionen Dollar an. Die dafür anfallenden Kosten in Form von Zinszahlungen würden aktuell massiv ansteigen.
Stopp sehe mit Blick auf den aktuellen Anleihehandel "fast keine Kauforders mehr für US-Papiere". Stattdessen gebe es Umschichtungen in deutsche Kurzläufer wie eine bis Herbst 2026 laufende Bundesanleihe, die aktuell 1,8 Prozent Rendite abwerfe (ISIN DE000BU22064). Auch für die schon in sechs Monaten fällige Bundesanleihe mit ähnlicher Rendite gebe es Nachfrage (ISIN DE0001141828). Im Segment der Unternehmens-Bonds sei sowohl bei der Baader Bank als auch der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank eine noch 18 Monate laufende VW-Anleihe nachgefragt gewesen (ISIN XS1893631769). Beate Mägerle berichte zudem von Käufen der Bonds von Mercedes-Benz (ISIN DE000A2GSLY0) und E.ON (ISIN XS2791960664). Während die Anleihe des Autobauers bis Ende 2027 laufe (Rendite: 2,6 Prozent), zahle der Versorger das Papier planmäßig erst 2044 zurück. Versüßt werde die Wartezeit mit einer Rendite von 4,2 Prozent. Auf der Abgabeseite stehe in dieser Woche eine bis 2030 laufende und mit 2,4 Prozent rentierende Anleihe von Würth (ISIN XS2480515662).
Raffaele Antacido von der ICF Bank berichte, dass zu Beginn der Woche noch vermehrt Automobil-Anleihen sowie Staatsanleihen verkauft worden seien, nachdem die Zölle durch die Trump-Regierung verkündet worden seien. Auf der Liste hätten dabei unter anderem papiere von BMW (ISIN XS2625968693) und dem Königreich Spanien (ISIN ES0000012M51) gestanden. Besonders im Fokus habe zudem eine ursprünglich im November fällige Anleihe der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gestanden. Die solle laut Antacido um drei Jahre verlängert und der Kupon von 10,5 Prozent p.a. bei einer vierteljährlichen Zahlweise auf nur noch 6,5 Prozent p.a. bei jährlicher Zahlweise herabgesetzt werden. "Die Anleger haben darauf mit Abgaben reagiert". Der Kurs der Anleihe sei in der ersten Wochenhälfte um ca. fünf Prozentpunkte gefallen (ISIN SE0011337054). (Ausgabe vom 11.04.2025) (14.04.2025/alc/a/a)
Die Renditen 30-jähriger US-Treasuries stünden vor dem stärksten Wochenanstieg seit Anfang der 80er-Jahre und auch bei den zehnjährigen Staatsanleihen sei es auf Wochensicht deutlich von 3,98 Prozent auf 4,42 Prozent hochgegangen. Kurz nach dem "Liberation Day" zu Beginn des Monats habe die "Flucht in den sicheren Hafen" die Renditen hier zunächst noch auf 3,87 Prozent gedrückt.
Bei Hauck Aufhäuser Lampe sorge man sich bereits um das Top-Rating der USA als Anleihe-Schuldner. "Ob sich die USA eine mögliche Bonitätsherabstufung leisten kann, bleibt abzuwarten. Dies hätte erhebliche Konsequenzen auf das Pricing und die Refinanzierung aller Emittenten". Die Strategen würden nicht davon ausgehen, dass die Normalität an den Kapitalmärkten für längere Zeit zurückkehre. "Der wirtschaftliche Schaden ist bereits im Gange und der Vertrauensverlust der Investoren gegenüber USA wird größer". Ein Trend, der auch Donald Trump nicht gefallen dürfte. Schließlich stehe in den USA in diesem Jahr die Refinanzierung von Staatsanleihen im Umfang von mehreren Billionen Dollar an. Die dafür anfallenden Kosten in Form von Zinszahlungen würden aktuell massiv ansteigen.
Stopp sehe mit Blick auf den aktuellen Anleihehandel "fast keine Kauforders mehr für US-Papiere". Stattdessen gebe es Umschichtungen in deutsche Kurzläufer wie eine bis Herbst 2026 laufende Bundesanleihe, die aktuell 1,8 Prozent Rendite abwerfe (ISIN DE000BU22064). Auch für die schon in sechs Monaten fällige Bundesanleihe mit ähnlicher Rendite gebe es Nachfrage (ISIN DE0001141828). Im Segment der Unternehmens-Bonds sei sowohl bei der Baader Bank als auch der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank eine noch 18 Monate laufende VW-Anleihe nachgefragt gewesen (ISIN XS1893631769). Beate Mägerle berichte zudem von Käufen der Bonds von Mercedes-Benz (ISIN DE000A2GSLY0) und E.ON (ISIN XS2791960664). Während die Anleihe des Autobauers bis Ende 2027 laufe (Rendite: 2,6 Prozent), zahle der Versorger das Papier planmäßig erst 2044 zurück. Versüßt werde die Wartezeit mit einer Rendite von 4,2 Prozent. Auf der Abgabeseite stehe in dieser Woche eine bis 2030 laufende und mit 2,4 Prozent rentierende Anleihe von Würth (ISIN XS2480515662).
Raffaele Antacido von der ICF Bank berichte, dass zu Beginn der Woche noch vermehrt Automobil-Anleihen sowie Staatsanleihen verkauft worden seien, nachdem die Zölle durch die Trump-Regierung verkündet worden seien. Auf der Liste hätten dabei unter anderem papiere von BMW (ISIN XS2625968693) und dem Königreich Spanien (ISIN ES0000012M51) gestanden. Besonders im Fokus habe zudem eine ursprünglich im November fällige Anleihe der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gestanden. Die solle laut Antacido um drei Jahre verlängert und der Kupon von 10,5 Prozent p.a. bei einer vierteljährlichen Zahlweise auf nur noch 6,5 Prozent p.a. bei jährlicher Zahlweise herabgesetzt werden. "Die Anleger haben darauf mit Abgaben reagiert". Der Kurs der Anleihe sei in der ersten Wochenhälfte um ca. fünf Prozentpunkte gefallen (ISIN SE0011337054). (Ausgabe vom 11.04.2025) (14.04.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 100,194 € | 100,191 € | 0,003 € | 0,00% | 16.04./17:58 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000BU22064 | BU2206 | 101,40 € | 100,13 € | |
Werte im Artikel




