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Anleihen: Ruhe vor dem Sturm?
04.07.25 14:48
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Feiertag in den USA - der "Independence Day" - sorgt heute auch hierzulande für wenig Ausschläge im Anleihehandel, so die Deutsche Börse AG.
Doch auch die anderen Tage der Woche seien in ruhigen Bahnen verlaufen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Die Impulse fehlen", stelle der Händler fest. Das könne sich nächste Woche allerdings ändern. Denn am 9. Juli, dem Mittwoch, ende die neunzigtägige Frist von US-Präsident Donald Trump für Verhandlungen zur Verhinderung "reziproker" Zölle. "Es könnte durchaus eine Überraschung drohen", meine Daniel.
Die Seitwärtsbewegung der Renditen setze sich fort. Zehnjährige Bundesanleihen hätten diese Woche zwar kurzzeitig mit über 2,6 Prozent rentiert. Hintergrund seien die verabschiedeten Steuersenkungen in den USA gewesen, wie Arthur Brunner von der ICF Bank berichte. Am Freitagmittag liege die Rendite aber wieder 2,54 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau der Vorwoche.
US-Zinssenkung umstritten
Ein Höhepunkt dieser Woche: die am gestrigen Donnerstag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Im Juni sei die Beschäftigtenzahl stärker als gedacht gestiegen, die Arbeitslosenquote deutlicher zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt scheine niedrigere Zinsen somit nicht zu brauchen. Gegen Zinssenkungen spreche auch das diese Woche auf den Weg gebrachte große Fiskalpaket des US-Präsidenten. "Es wird die Staatsverschuldung auf neue Höhen treiben. Zudem erhöhen die zusätzlichen Zollsätze die Inflationsrisiken", bemerke Helaba-Analyst Ralf Umlauf. US-Notenbankchef Jerome Powell habe auf der Konferenz im portugiesischen Sintra seine Geldpolitik verteidigt. Ohne die Effekte der Trumpschen Zollpolitik hätte die US-Notenbank die Zinsen längst gesenkt, habe er erklärt.
Britische Zehnjährige: Rund 4,5 statt 2,5 Prozent
Ebenfalls Thema: die Renditeaufschläge, die Europas Peripherieländer gegenüber Deutschland zahlen müssten. "Die Spreads italienischer Staatsanleihen sind diese Woche unter die psychologisch wichtige Marke von 90 Basispunkten gefallen, womit sie nur noch etwas höher sind als die Aufschläge französischer Staatsanleihen", erkläre Commerzbank-Analyst Erik Liem. Er erwarte zwar, dass sich die Spreads über den Sommer hinweg weiter einengen und sich die italienischen Aufschläge den französischen angleichen würden. "Allerdings dürften die Risikoaufschläge insgesamt im späteren Verlauf des Jahres eher wieder anziehen, wenn die EZB ihre Zinssenkungen beendet und die fiskalischen Probleme wieder mehr in den Mittelpunkt rücken."
Mal verkauft, mal gekauft würden Brunner zufolge US-Staatsanleihen. "Klar gesucht sind neuerdings britische Staatsanleihen", ergänze der Händler. Der Grund: der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen liege im zehnjährigen Bereich mittlerweile bei 193 Basispunkten.
Immer gesucht: Bekannte Namen
Im Handel mit Unternehmensanleihen kämen etablierte Unternehmen wie Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6U5/ WKN A3LH6U, ISIN DE000A2YPFU9/ WKN A2YPFU) und EnBW 2031 (ISIN XS2862984510/ WKN A3L1LT) gut an, wie Daniel berichte - alle mit Fälligkeit 2031. Die Renditen lägen aktuell bei 2,84 Prozent für beide Mercedes-Bonds sowie 2,93 Prozent für den von EnBW. Zugegriffen werde auch bei einer im Februar emittierten Anleihe des italienischen Nahrungsmittelherstellers NewPrinces mit Fälligkeit 2031 und aktuell 4,26 Prozent (ISIN XS2958536976/ WKN A4D6F0).
Werder Bremen-Bond gefragt
Brunner melde gute Nachfrage nach der im Mai emittierten Anleihe (ISIN DE000A4DFGZ7/ WKN A4DFGZ) von SV Werder Bremen mit Kupon von 5,75 Prozent und Fälligkeit 2030, die aktuell zu 104,5 Prozent gehandelt werde. Ebenfalls gesucht und mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt: Hörmann Industries mit Kupon von 7 Prozent und Fälligkeit 2028 (ISIN NO0012938325/ WKN A351U9). Eher verkauft werde diese Woche Semper idem Underberg mit 5,5 Prozent bis 2028 (ISIN DE000A30VMF2/ WKN A30VMF) - ohne Nachrichten.
Neuemissionen habe es diese Woche fast nur mit Stückelung von 100.000 Euro gegeben, wie die Händler außerdem berichten würden. (04.07.2025/alc/a/a)
Doch auch die anderen Tage der Woche seien in ruhigen Bahnen verlaufen, wie Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank berichte. "Die Impulse fehlen", stelle der Händler fest. Das könne sich nächste Woche allerdings ändern. Denn am 9. Juli, dem Mittwoch, ende die neunzigtägige Frist von US-Präsident Donald Trump für Verhandlungen zur Verhinderung "reziproker" Zölle. "Es könnte durchaus eine Überraschung drohen", meine Daniel.
Die Seitwärtsbewegung der Renditen setze sich fort. Zehnjährige Bundesanleihen hätten diese Woche zwar kurzzeitig mit über 2,6 Prozent rentiert. Hintergrund seien die verabschiedeten Steuersenkungen in den USA gewesen, wie Arthur Brunner von der ICF Bank berichte. Am Freitagmittag liege die Rendite aber wieder 2,54 Prozent und damit in etwa auf dem Niveau der Vorwoche.
US-Zinssenkung umstritten
Ein Höhepunkt dieser Woche: die am gestrigen Donnerstag veröffentlichten US-Arbeitsmarktdaten. Im Juni sei die Beschäftigtenzahl stärker als gedacht gestiegen, die Arbeitslosenquote deutlicher zurückgegangen. Der Arbeitsmarkt scheine niedrigere Zinsen somit nicht zu brauchen. Gegen Zinssenkungen spreche auch das diese Woche auf den Weg gebrachte große Fiskalpaket des US-Präsidenten. "Es wird die Staatsverschuldung auf neue Höhen treiben. Zudem erhöhen die zusätzlichen Zollsätze die Inflationsrisiken", bemerke Helaba-Analyst Ralf Umlauf. US-Notenbankchef Jerome Powell habe auf der Konferenz im portugiesischen Sintra seine Geldpolitik verteidigt. Ohne die Effekte der Trumpschen Zollpolitik hätte die US-Notenbank die Zinsen längst gesenkt, habe er erklärt.
Britische Zehnjährige: Rund 4,5 statt 2,5 Prozent
Mal verkauft, mal gekauft würden Brunner zufolge US-Staatsanleihen. "Klar gesucht sind neuerdings britische Staatsanleihen", ergänze der Händler. Der Grund: der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen liege im zehnjährigen Bereich mittlerweile bei 193 Basispunkten.
Immer gesucht: Bekannte Namen
Im Handel mit Unternehmensanleihen kämen etablierte Unternehmen wie Mercedes-Benz (ISIN DE000A3LH6U5/ WKN A3LH6U, ISIN DE000A2YPFU9/ WKN A2YPFU) und EnBW 2031 (ISIN XS2862984510/ WKN A3L1LT) gut an, wie Daniel berichte - alle mit Fälligkeit 2031. Die Renditen lägen aktuell bei 2,84 Prozent für beide Mercedes-Bonds sowie 2,93 Prozent für den von EnBW. Zugegriffen werde auch bei einer im Februar emittierten Anleihe des italienischen Nahrungsmittelherstellers NewPrinces mit Fälligkeit 2031 und aktuell 4,26 Prozent (ISIN XS2958536976/ WKN A4D6F0).
Werder Bremen-Bond gefragt
Brunner melde gute Nachfrage nach der im Mai emittierten Anleihe (ISIN DE000A4DFGZ7/ WKN A4DFGZ) von SV Werder Bremen mit Kupon von 5,75 Prozent und Fälligkeit 2030, die aktuell zu 104,5 Prozent gehandelt werde. Ebenfalls gesucht und mittlerweile zu 106 Prozent gehandelt: Hörmann Industries mit Kupon von 7 Prozent und Fälligkeit 2028 (ISIN NO0012938325/ WKN A351U9). Eher verkauft werde diese Woche Semper idem Underberg mit 5,5 Prozent bis 2028 (ISIN DE000A30VMF2/ WKN A30VMF) - ohne Nachrichten.
Neuemissionen habe es diese Woche fast nur mit Stückelung von 100.000 Euro gegeben, wie die Händler außerdem berichten würden. (04.07.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 102,40 € | 103,25 € | -0,85 € | -0,82% | 27.04./17:54 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE000A30VMF2 | A30VMF | 107,30 € | 100,10 € | |
Werte im Artikel
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