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Anleihen: "Der neutrale Zins liegt deutlich höher als vor der Pandemie"
25.03.24 09:55
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die amerikanische Notenbank geht trotz der zuletzt erhöhten Inflationsdaten weiterhin von drei Zinsschritten bis zum Jahresende aus, so die Deutsche Börse AG.
Die Anzahl der Ausschussmitglieder, die weniger Zinsschnitte erwarten würden, sei gegenüber Dezember allerdings etwas gestiegen. Nach Einschätzung von Tim Oechsner von der Steubing AG dürften sich die Markterwartungen durch die jüngste FED-Sitzung dennoch nicht geändert haben. Auch der Händler selbst gehe davon aus, dass die FED im Juni mit der ersten von drei Zinssenkungen (je 25 Basispunkte) in diesem Jahr beginnen werde.
Die Volkswirte der Deka würden genauso kalkulieren. Sollten die Preisdaten im März bzw. April nochmals auf der oberen Seite überraschen, würde sich der Starttermin ihrer Ansicht nach aber in die zweite Jahreshälfte verschieben. Dann könnte es mit drei Schritten in 2024 womöglich eng werden. Die Redakteure des Online-Magazins "Wellenreiter Invest" würden ebenfalls zu bedenken geben, dass die FED kurz vor beziehungsweise um den US-Wahltermin herum üblicherweise keine Zinsveränderungen durchführe, sodass Zinssenkungen im September und November fraglich seien. "Entweder kommen die Zinssenkungen früher oder sie werden erst ab Dezember 2024 durchgeführt", so die daraus resultierende Schlussfolgerung.
In der Eurozone seien seitens der EZB in der vergangenen Woche ebenfalls drei Zinssenkungen in den Raum gestellt worden. Die Rentenmärkte hätten darauf ziemlich gelassen reagiert. Nach Ansicht von Arthur Brunner von der ICF Bank würden die Marktteilnehmer sehen, dass die Zinsen trotz der erwarteten Senkungen noch längere Zeit auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben würden. "Der von der EZB angestrebte neutrale Zins ist deutlich höher als vor der Pandemie". Klaus Stopp von der Baader Bank habe zumindest im kurzfristigen Bereich eine gestiegene Nachfrage registrieren können. In den innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig werdenden Bundespapieren (ISIN DE0001104891 / WKN 110489 oder ISIN DE0001102374 / WKN 110237) seien gute Umsätze zu sehen gewesen.
Im Segment der Unternehmensbonds sei die zu Wochenbeginn neu emittierte Anleihe (ISIN XS2791960664 / WKN A383CW) von E.ON gut aufgenommen worden. Sowohl bei der Baader Bank als auch bei der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank sei beobachtet worden, dass Anlegerinnen und Anleger hier beherzt zugegriffen hätten. "Trotz oder vielleicht wegen der langen Laufzeit" bemerke deren Händler Gregor Daniel mit Blick auf das bis 2044 mit rund vier Prozent rentierende und in 1.000 Euro-Stückelung angebotene Wertpapier.
Gekauft würden auch Anleihen von anderen Playern der Versorgerbranche von RWE oder von ENBW, die bis 2029 bzw. 2026 laufen würden. Oechsner sehe zudem eine rege Nachfrage nach einem weiteren, 2031 fällig werdenden E.ON-Bond (ISIN XS2747600018 / WKN A3826T).
Die Kundschaft der ICF Bank wiederum habe bei der bis 2028 laufenden und aktuell mit 5,1 Prozent rentierenden Anleihe (ISIN NO0012888769 / WKN A30V78) von Katjes International zugegriffen. Nachgefragt worden sei dort zudem der 2028 fällige Bond (ISIN NO0012938325 / WKN A351U9) von Hörmann Industries. "Die guten Zahlen wurden hier wohl zum Anlass genommen, um einzusteigen", habe Brunner vermutet.
Anders sehe es in dem bis Mitte 2027 laufenden Papier (ISIN DE000A3MQS49 / WKN A3MQS4) des Fußballclubs Gelsenkirchen-Schalke 04 aus, wo der Kurs auf Wochensicht von gut 92 auf 81 Prozent gefallen sei. "Nicht ohne Grund", wie der Händler unter Verweis auf die sportliche Situation des Zweitligisten und die Auflagen des Deutschen Fußball Bunds erkläre. Die mögliche Rendite der Anleihe sei durch den Kursrutscht auf aktuell 12,7 Prozent Rendite gestiegen.
Für die Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank spreche Daniel insgesamt von einem "kunterbunten Handel" und eher kleineren Umsätzen. Das größere Volumen sehe er bei den Käufern, die zum Beispiel in Anleihen der Deutschen Telekom oder voestalpine einsteigen würden. Auffällig viele Verkäufe gebe es hingegen in einem Bond (ISIN XS2049726990 / WKN A2YNV6) der Lufthansa oder in einem der früheren "Lieblingspapiere", einer bis 2026 laufenden Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) von Volkswagen. (Ausgabe vom 22.03.2024) (25.03.2024/alc/a/a)
Die Anzahl der Ausschussmitglieder, die weniger Zinsschnitte erwarten würden, sei gegenüber Dezember allerdings etwas gestiegen. Nach Einschätzung von Tim Oechsner von der Steubing AG dürften sich die Markterwartungen durch die jüngste FED-Sitzung dennoch nicht geändert haben. Auch der Händler selbst gehe davon aus, dass die FED im Juni mit der ersten von drei Zinssenkungen (je 25 Basispunkte) in diesem Jahr beginnen werde.
Die Volkswirte der Deka würden genauso kalkulieren. Sollten die Preisdaten im März bzw. April nochmals auf der oberen Seite überraschen, würde sich der Starttermin ihrer Ansicht nach aber in die zweite Jahreshälfte verschieben. Dann könnte es mit drei Schritten in 2024 womöglich eng werden. Die Redakteure des Online-Magazins "Wellenreiter Invest" würden ebenfalls zu bedenken geben, dass die FED kurz vor beziehungsweise um den US-Wahltermin herum üblicherweise keine Zinsveränderungen durchführe, sodass Zinssenkungen im September und November fraglich seien. "Entweder kommen die Zinssenkungen früher oder sie werden erst ab Dezember 2024 durchgeführt", so die daraus resultierende Schlussfolgerung.
In der Eurozone seien seitens der EZB in der vergangenen Woche ebenfalls drei Zinssenkungen in den Raum gestellt worden. Die Rentenmärkte hätten darauf ziemlich gelassen reagiert. Nach Ansicht von Arthur Brunner von der ICF Bank würden die Marktteilnehmer sehen, dass die Zinsen trotz der erwarteten Senkungen noch längere Zeit auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben würden. "Der von der EZB angestrebte neutrale Zins ist deutlich höher als vor der Pandemie". Klaus Stopp von der Baader Bank habe zumindest im kurzfristigen Bereich eine gestiegene Nachfrage registrieren können. In den innerhalb der nächsten zwölf Monate fällig werdenden Bundespapieren (ISIN DE0001104891 / WKN 110489 oder ISIN DE0001102374 / WKN 110237) seien gute Umsätze zu sehen gewesen.
Gekauft würden auch Anleihen von anderen Playern der Versorgerbranche von RWE oder von ENBW, die bis 2029 bzw. 2026 laufen würden. Oechsner sehe zudem eine rege Nachfrage nach einem weiteren, 2031 fällig werdenden E.ON-Bond (ISIN XS2747600018 / WKN A3826T).
Die Kundschaft der ICF Bank wiederum habe bei der bis 2028 laufenden und aktuell mit 5,1 Prozent rentierenden Anleihe (ISIN NO0012888769 / WKN A30V78) von Katjes International zugegriffen. Nachgefragt worden sei dort zudem der 2028 fällige Bond (ISIN NO0012938325 / WKN A351U9) von Hörmann Industries. "Die guten Zahlen wurden hier wohl zum Anlass genommen, um einzusteigen", habe Brunner vermutet.
Anders sehe es in dem bis Mitte 2027 laufenden Papier (ISIN DE000A3MQS49 / WKN A3MQS4) des Fußballclubs Gelsenkirchen-Schalke 04 aus, wo der Kurs auf Wochensicht von gut 92 auf 81 Prozent gefallen sei. "Nicht ohne Grund", wie der Händler unter Verweis auf die sportliche Situation des Zweitligisten und die Auflagen des Deutschen Fußball Bunds erkläre. Die mögliche Rendite der Anleihe sei durch den Kursrutscht auf aktuell 12,7 Prozent Rendite gestiegen.
Für die Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank spreche Daniel insgesamt von einem "kunterbunten Handel" und eher kleineren Umsätzen. Das größere Volumen sehe er bei den Käufern, die zum Beispiel in Anleihen der Deutschen Telekom oder voestalpine einsteigen würden. Auffällig viele Verkäufe gebe es hingegen in einem Bond (ISIN XS2049726990 / WKN A2YNV6) der Lufthansa oder in einem der früheren "Lieblingspapiere", einer bis 2026 laufenden Anleihe (ISIN XS1893631769 / WKN A2LQ6C) von Volkswagen. (Ausgabe vom 22.03.2024) (25.03.2024/alc/a/a)
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