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Bondmarkt: Sommerpause ade!
11.09.14 13:37
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Das Marktumfeld war in den letzten Wochen von gleich mehreren Faktoren geprägt, berichten die Analysten der Nord LB.
So halte der Konflikt in der Ukraine weiter an und befeuere das Sentiment mit geopolitischen Risiken. In der vergangenen Woche sei die EZB mit ihrer Leitzinsentscheidung und den angekündigten Ankaufprogrammen von ABS/RMBS und Covered Bonds als Market Mover hinzugetreten und zu guter Letzt habe die Sommerpause geendet - sprich die Emissionstätigkeit der Emittenten habe wieder Fahrt aufgenommen.
Der iTraxx Senior Financials habe in den letzten zwei Wochen mehrmals die Unterstützungsmarke von 55 BP getestet, diese jedoch nicht nachhaltig knacken können. Aktuell handle der Index bei einer Risikoprämie von rund 59 BP. Seine Reaktionen seien jedoch weniger auf die geopolitischen Gegebenheiten als auf die EZB-Entscheidungen zurückzuführen. Auf der Cash-Seite könnten Emittenten neben dem bereits vorher schon vorherrschenden Nachfrageüberhang nun von weiter sinkenden Refinanzierungskosten profitieren. Nach der Sommerflaute habe sich seit Ende August nun wieder eine rege Emissionstätigkeit etabliert und die Suche der Investoren nach Rendite-Pick-up führe zu reichlich gefüllten Orderbüchern.
Besonders aktiv habe sich am Primärmarkt dabei die Schweizer UBS gezeigt. Sie habe über ihre Londoner Tochter gleich zwei Senior-Anleihen im Gesamtvolumen von EUR 3,0 Mrd. emittiert. Dabei habe es sich um einen Floater mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren und ein Papier mit Fälligkeit in 2021 gehandelt. Der Kurzläufer sei mit einem IPT von 3-Monate-Euribor +30BP und der Langläufer mit einem IPT von Mid-Swap +low 60BP angekündigt worden, über das Volumen sei im Vorfeld nur bekannt gewesen, dass es sich jeweils um eine Benchmarkanleihe handeln solle. Das positive Umfeld und die erfreuliche Nachfrage hätten dazu geführt, dass die Bank nur 25 BP (Floater) bzw. 55 BP habe draufschreiben müssen.
Das größte Deutsche Kreditinstitut, die Deutsche Bank, habe in der letzten Woche einen Senior Bond im Volumen von EUR 1,75 Mrd. platziert. Der Bond sei mit einem IPT von Mid-Swap +high 60 BP angekündigt worden und habe im Laufe der Zeichnungsfrist auf +62 BP zurückgenommen werden können, wobei sie damit immer noch einen Pick-up gegenüber dem Sekundärmarkt geboten habe und die Emission nach Platzierung gut performt habe. Ausgestattet sei das siebenjährige Papier mit einem fixen Kupon von 1,25%. Die Bank habe darüber hinaus in dem positiven Umfeld die Möglichkeit genutzt, weiteres Kapital bei Investoren einzusammeln, und einen Floater (ISIN DE000DB7XJC7 / WKN DB7XJC) mit einer Laufzeit von sieben Jahren im Volumen von EUR 300 Mio. zu 3-Monate-Euribor +65 BP (Kupon: 0,744%) platziert.
Mit Bank of America, Citigroup und J.P. Morgan hätten in den letzten zehn Tagen gleich drei US-amerikanische Banken Senior-Anleihen in Euro platziert und die hierzulande günstigen Funding-Verhältnisse genutzt. Die Bank of America habe ihr Benchmark-Papier mit einem Spread von Mid-Swap +80 BP angekündigt und aufgrund der hohen Nachfrage diesen final um 10 BP auf Mid-Swap +70 BP gekürzt. Das siebenjährige Papier verfüge über ein Volumen von EUR 1,5 Mrd. Von einer durchweg erfolgreichen Emission könne jedoch trotzdem nicht die Rede sein, denn im späteren Grau- und Sekundärhandel habe das Papier schlecht performt und der Spread habe sich teilweise sogar ausgeweitet.
Die Citigroup habe ihr zwölfjähriges Benchmark-Format mit einem IPT von Mid-Swap +90/95 BP avisiert und dieses final mit einem Volumen EUR 1,0 Mrd. bei Mid-Swap +83 BP fixieren können. Am Dienstag erst habe J.P. Morgan mit einem Siebenjährigen die Bühne betreten. Mit Mid-Swap +high 60 BP angekündigt, habe das Geldhaus die Emission zu Mid-Swap +62 BP bei Investoren platzieren können. Das Emissionsvolumen habe sich auf EUR 1,5 Mrd. belaufen.
Ein weniger aktiver Name am Euro-denominierten Senior Unsecured Markt (im Benchmark-Format) sei die australische Macquarie Bank. Bookrunner der Emission seien Credit Suisse, HSBC, J.P. Morgan und die Macquarie Bank gewesen. Das Konsortium habe den Titel mit einem IPT von Mid-Swap +low 60 BP offeriert. Der finale Spread für das EUR 500 Mio. schwere Papier habe bei Mid-Swap +55 BP gelegen. Ausgestattet sei der fünfjährige Bond mit einem Kupon von 1,0%.
Die finnische Sampo Bank habe in dieser Woche ihre erste Euro-denominierte Senior Unsecured Benchmark seit Februar 2012 platziert. Das Papier mit einem Emissionsvolumen von EUR 500 Mio. sei mit einem 1,5%igen Kupon bei sieben Jahren Laufzeit ausgestattet und zu Mid-Swap +80 BP gepreist worden. Der IPT habe bei Buchöffnung bei Mid-Swap +90 BP gelegen. Zum Closing habe sich das Orderbuch auf EUR 2,7 Mrd. belaufen. Geographisch sei die größte Nachfrage mit 24% aus UK und Irland gefolgt von den nordischen Staaten (Nordics) mit 23% gekommen.
Die EZB habe am 4. September ihre endgültige Liste mit den 120 bedeutenden Instituten veröffentlicht, die ab 4. November unter ihre direkte Aufsicht fallen würden. Diese Institute würden nahezu 85% der gesamten Bankaktiva des Euro-Währungsgebietes abdecken. Eine Überprüfung der einzelnen Institute in Bezug auf ihre Signifikanz werde zukünftig jährlich erfolgen. Die von der EZB veröffentlichte "Liste bedeutender beaufsichtigter Unternehmen und Liste weniger bedeutender Institute" sei unter folgendem Link: www.ecb.europa.eu zu finden. Die Ergebnisse ihres Aktivatests würden in der zweiten Oktober-Hälfte bekannt gegeben. Der zunächst angekündigte Termin (17. Oktober) könne indes nicht eingehalten werden. Am wahrscheinlichsten für die Bekanntgabe sei nun der 24. oder 31. Oktober.
Die britische Royal Bank of Scotland (RBS) habe in dieser Woche die Details für den Börsengang ihrer US-Tochter Citizens festgelegt und plane, insgesamt USD 4 Mrd. damit einzuwerben. Das gestützte Institut werde mit dem IPO eine Auflage aus Brüssel erfüllen, die besage, dass sich die RBS bis Ende 2016 von Citizens trennen müsse. Zudem komme der Verkauf der Bank gelegen, schließlich müsse sie sich für den Bilanztest der EZB rüsten.
Am Mittwoch habe die Raiffeisen Bank International (RBI) die letzten EUR 750 Mio. des ursprünglich EUR 2,5 Mrd. umfassenden Partizipationskapitals zurückgezahlt. Die CET1-Quote (fully loaded) habe per Ende Juni 2014 bei 10,4% gelegen.
Neben der vermehrten Emissionstätigkeit am Senior Unsecured Markt kämen auch immer mehr Banken mit Contingent Convertible Bonds (CoCo), die als Additional Tier 1 Kapital (AT1) anerkannt würden, an den Markt. Banco Santander und UniCredit hätten bereits Anfang September zusammen EUR 2,5 Mrd. dieser Anleihen bei Investoren platzieren können. Vor einigen Tagen habe sich nun auch die HSBC angekündigt. Sie habe am Markt gleich Mittel für eine US-Dollar und eine EUR-Anleihe einwerben können, das Pricing erfolge am Mittwoch. Ebenso in der Pipeline befänden sich Nordea Bank und Crédit Agricole. Aus dem Norden habe es bisher nur eine einzige Emission gegeben, die von der Danske Bank platziert worden sei. Die Nordea Bank habe jedoch bereits Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und UBS als Lead Manager benannt.
Die Ratingagentur Moody's habe am Dienstag in einem 144 Seiten dicken Papier mitgeteilt, dass sie eine Überprüfung ihrer Ratingmethodik für Bank Ratings vornehme. Damit wolle die Agentur den Lehren aus der Finanzkrise und den daraus resultierenden Änderungen des regulatorischen Umfeldes Rechnung tragen. Mit der vorgeschlagenen Überarbeitung erwarte Moody's eine Auswirkung auf etwa 40% aller "Local Currency Bank Deposit Ratings", vorwiegend in Europa und den USA. Diese wären jedoch nur in geringem Umfang. 59% der Ratings dürften stabil bleiben, bei 34% erwarte Moody's ein höheres und bei 7% ein niedrigeres Rating. Für die "Local Currency Senior Unsecured Debt Ratings" würden die Erwartungen wie folgt aussehen: 48% unverändert, 30% würden Upgegraded und 22% dürften ein Downgrade erfahren. Dabei würden beim erstgenannten Rating die Auswirkungen in Bezug auf ein Upgrade mit 0,5 Notch und beim zweiten in Höhe von 0,2 Notch angegeben.
Gehe es nach Daniel Tarullo, Mitglied des Gouverneursrats des Federal Reserve Board für Finanzstabilität und Aufsichtsfragen, dann würden die systemrelvanten US-amerikanischen Großbanken in Zukunft mehr als das von Basel III geforderte Mindestkapital vorhalten müssen. Dem "Wall Street Journal" zufolge könnte die Anforderung an das harte Kernkapital für systemrelevante Banken laut Tarullo um bis zu 4,5 Prozentpunkte steigen.
Die Basel-III-Vorgaben würden von den großen US-Banken bereits übererfüllt, im Falle einer weiteren Verschärfung der Kriterien müssten einige jedoch noch einmal nacharbeiten. Sollte es tatsächlich zu einer Umsetzung dieses Vorschlags kommen, so könnte dies auch Druck auf europäische Banken bringen. Anders als in Europa, wo das Einlagengeschäft meist einen festen Bestandteil der Refinanzierung einnehme, seien jedoch gerade die großen US-Banken (Investmentbanken wie J.P. Morgan und Goldman) von der Refinanzierung am Kapitalmarkt abhängig. Und diesem Risiko einer Liquiditätsverknappung am Finanzmarkt wolle Tarullo mit seiner Forderung entgegenwirken. (11.09.2014/alc/a/a)
So halte der Konflikt in der Ukraine weiter an und befeuere das Sentiment mit geopolitischen Risiken. In der vergangenen Woche sei die EZB mit ihrer Leitzinsentscheidung und den angekündigten Ankaufprogrammen von ABS/RMBS und Covered Bonds als Market Mover hinzugetreten und zu guter Letzt habe die Sommerpause geendet - sprich die Emissionstätigkeit der Emittenten habe wieder Fahrt aufgenommen.
Der iTraxx Senior Financials habe in den letzten zwei Wochen mehrmals die Unterstützungsmarke von 55 BP getestet, diese jedoch nicht nachhaltig knacken können. Aktuell handle der Index bei einer Risikoprämie von rund 59 BP. Seine Reaktionen seien jedoch weniger auf die geopolitischen Gegebenheiten als auf die EZB-Entscheidungen zurückzuführen. Auf der Cash-Seite könnten Emittenten neben dem bereits vorher schon vorherrschenden Nachfrageüberhang nun von weiter sinkenden Refinanzierungskosten profitieren. Nach der Sommerflaute habe sich seit Ende August nun wieder eine rege Emissionstätigkeit etabliert und die Suche der Investoren nach Rendite-Pick-up führe zu reichlich gefüllten Orderbüchern.
Besonders aktiv habe sich am Primärmarkt dabei die Schweizer UBS gezeigt. Sie habe über ihre Londoner Tochter gleich zwei Senior-Anleihen im Gesamtvolumen von EUR 3,0 Mrd. emittiert. Dabei habe es sich um einen Floater mit einer Restlaufzeit von zwei Jahren und ein Papier mit Fälligkeit in 2021 gehandelt. Der Kurzläufer sei mit einem IPT von 3-Monate-Euribor +30BP und der Langläufer mit einem IPT von Mid-Swap +low 60BP angekündigt worden, über das Volumen sei im Vorfeld nur bekannt gewesen, dass es sich jeweils um eine Benchmarkanleihe handeln solle. Das positive Umfeld und die erfreuliche Nachfrage hätten dazu geführt, dass die Bank nur 25 BP (Floater) bzw. 55 BP habe draufschreiben müssen.
Das größte Deutsche Kreditinstitut, die Deutsche Bank, habe in der letzten Woche einen Senior Bond im Volumen von EUR 1,75 Mrd. platziert. Der Bond sei mit einem IPT von Mid-Swap +high 60 BP angekündigt worden und habe im Laufe der Zeichnungsfrist auf +62 BP zurückgenommen werden können, wobei sie damit immer noch einen Pick-up gegenüber dem Sekundärmarkt geboten habe und die Emission nach Platzierung gut performt habe. Ausgestattet sei das siebenjährige Papier mit einem fixen Kupon von 1,25%. Die Bank habe darüber hinaus in dem positiven Umfeld die Möglichkeit genutzt, weiteres Kapital bei Investoren einzusammeln, und einen Floater (ISIN DE000DB7XJC7 / WKN DB7XJC) mit einer Laufzeit von sieben Jahren im Volumen von EUR 300 Mio. zu 3-Monate-Euribor +65 BP (Kupon: 0,744%) platziert.
Mit Bank of America, Citigroup und J.P. Morgan hätten in den letzten zehn Tagen gleich drei US-amerikanische Banken Senior-Anleihen in Euro platziert und die hierzulande günstigen Funding-Verhältnisse genutzt. Die Bank of America habe ihr Benchmark-Papier mit einem Spread von Mid-Swap +80 BP angekündigt und aufgrund der hohen Nachfrage diesen final um 10 BP auf Mid-Swap +70 BP gekürzt. Das siebenjährige Papier verfüge über ein Volumen von EUR 1,5 Mrd. Von einer durchweg erfolgreichen Emission könne jedoch trotzdem nicht die Rede sein, denn im späteren Grau- und Sekundärhandel habe das Papier schlecht performt und der Spread habe sich teilweise sogar ausgeweitet.
Die Citigroup habe ihr zwölfjähriges Benchmark-Format mit einem IPT von Mid-Swap +90/95 BP avisiert und dieses final mit einem Volumen EUR 1,0 Mrd. bei Mid-Swap +83 BP fixieren können. Am Dienstag erst habe J.P. Morgan mit einem Siebenjährigen die Bühne betreten. Mit Mid-Swap +high 60 BP angekündigt, habe das Geldhaus die Emission zu Mid-Swap +62 BP bei Investoren platzieren können. Das Emissionsvolumen habe sich auf EUR 1,5 Mrd. belaufen.
Die finnische Sampo Bank habe in dieser Woche ihre erste Euro-denominierte Senior Unsecured Benchmark seit Februar 2012 platziert. Das Papier mit einem Emissionsvolumen von EUR 500 Mio. sei mit einem 1,5%igen Kupon bei sieben Jahren Laufzeit ausgestattet und zu Mid-Swap +80 BP gepreist worden. Der IPT habe bei Buchöffnung bei Mid-Swap +90 BP gelegen. Zum Closing habe sich das Orderbuch auf EUR 2,7 Mrd. belaufen. Geographisch sei die größte Nachfrage mit 24% aus UK und Irland gefolgt von den nordischen Staaten (Nordics) mit 23% gekommen.
Die EZB habe am 4. September ihre endgültige Liste mit den 120 bedeutenden Instituten veröffentlicht, die ab 4. November unter ihre direkte Aufsicht fallen würden. Diese Institute würden nahezu 85% der gesamten Bankaktiva des Euro-Währungsgebietes abdecken. Eine Überprüfung der einzelnen Institute in Bezug auf ihre Signifikanz werde zukünftig jährlich erfolgen. Die von der EZB veröffentlichte "Liste bedeutender beaufsichtigter Unternehmen und Liste weniger bedeutender Institute" sei unter folgendem Link: www.ecb.europa.eu zu finden. Die Ergebnisse ihres Aktivatests würden in der zweiten Oktober-Hälfte bekannt gegeben. Der zunächst angekündigte Termin (17. Oktober) könne indes nicht eingehalten werden. Am wahrscheinlichsten für die Bekanntgabe sei nun der 24. oder 31. Oktober.
Die britische Royal Bank of Scotland (RBS) habe in dieser Woche die Details für den Börsengang ihrer US-Tochter Citizens festgelegt und plane, insgesamt USD 4 Mrd. damit einzuwerben. Das gestützte Institut werde mit dem IPO eine Auflage aus Brüssel erfüllen, die besage, dass sich die RBS bis Ende 2016 von Citizens trennen müsse. Zudem komme der Verkauf der Bank gelegen, schließlich müsse sie sich für den Bilanztest der EZB rüsten.
Am Mittwoch habe die Raiffeisen Bank International (RBI) die letzten EUR 750 Mio. des ursprünglich EUR 2,5 Mrd. umfassenden Partizipationskapitals zurückgezahlt. Die CET1-Quote (fully loaded) habe per Ende Juni 2014 bei 10,4% gelegen.
Neben der vermehrten Emissionstätigkeit am Senior Unsecured Markt kämen auch immer mehr Banken mit Contingent Convertible Bonds (CoCo), die als Additional Tier 1 Kapital (AT1) anerkannt würden, an den Markt. Banco Santander und UniCredit hätten bereits Anfang September zusammen EUR 2,5 Mrd. dieser Anleihen bei Investoren platzieren können. Vor einigen Tagen habe sich nun auch die HSBC angekündigt. Sie habe am Markt gleich Mittel für eine US-Dollar und eine EUR-Anleihe einwerben können, das Pricing erfolge am Mittwoch. Ebenso in der Pipeline befänden sich Nordea Bank und Crédit Agricole. Aus dem Norden habe es bisher nur eine einzige Emission gegeben, die von der Danske Bank platziert worden sei. Die Nordea Bank habe jedoch bereits Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und UBS als Lead Manager benannt.
Die Ratingagentur Moody's habe am Dienstag in einem 144 Seiten dicken Papier mitgeteilt, dass sie eine Überprüfung ihrer Ratingmethodik für Bank Ratings vornehme. Damit wolle die Agentur den Lehren aus der Finanzkrise und den daraus resultierenden Änderungen des regulatorischen Umfeldes Rechnung tragen. Mit der vorgeschlagenen Überarbeitung erwarte Moody's eine Auswirkung auf etwa 40% aller "Local Currency Bank Deposit Ratings", vorwiegend in Europa und den USA. Diese wären jedoch nur in geringem Umfang. 59% der Ratings dürften stabil bleiben, bei 34% erwarte Moody's ein höheres und bei 7% ein niedrigeres Rating. Für die "Local Currency Senior Unsecured Debt Ratings" würden die Erwartungen wie folgt aussehen: 48% unverändert, 30% würden Upgegraded und 22% dürften ein Downgrade erfahren. Dabei würden beim erstgenannten Rating die Auswirkungen in Bezug auf ein Upgrade mit 0,5 Notch und beim zweiten in Höhe von 0,2 Notch angegeben.
Gehe es nach Daniel Tarullo, Mitglied des Gouverneursrats des Federal Reserve Board für Finanzstabilität und Aufsichtsfragen, dann würden die systemrelvanten US-amerikanischen Großbanken in Zukunft mehr als das von Basel III geforderte Mindestkapital vorhalten müssen. Dem "Wall Street Journal" zufolge könnte die Anforderung an das harte Kernkapital für systemrelevante Banken laut Tarullo um bis zu 4,5 Prozentpunkte steigen.
Die Basel-III-Vorgaben würden von den großen US-Banken bereits übererfüllt, im Falle einer weiteren Verschärfung der Kriterien müssten einige jedoch noch einmal nacharbeiten. Sollte es tatsächlich zu einer Umsetzung dieses Vorschlags kommen, so könnte dies auch Druck auf europäische Banken bringen. Anders als in Europa, wo das Einlagengeschäft meist einen festen Bestandteil der Refinanzierung einnehme, seien jedoch gerade die großen US-Banken (Investmentbanken wie J.P. Morgan und Goldman) von der Refinanzierung am Kapitalmarkt abhängig. Und diesem Risiko einer Liquiditätsverknappung am Finanzmarkt wolle Tarullo mit seiner Forderung entgegenwirken. (11.09.2014/alc/a/a)


