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Coronavirus: Angst belastet die Marktstimmung - Wird die FED das Wirtschaftswachstum unterstützen?
03.03.20 08:30
State Street Global Advisors
Boston (www.anleihencheck.de) - Die Furcht vor einer Pandemie hat die globalen Aktienmärkte in dieser Woche hart getroffen, den MSCI-World-Index negativ beeinflusst und mehrere Marktindices, darunter den S&P 500, in den Korrekturbereich gestürzt, so die Experten von State Street Global Advisors in ihrem aktuellen "SPDR Strategie Espresso".
Langfristige Staatsanleihen hätten rekordtiefe Renditeniveaus erreicht und der Goldpreis sei stark angestiegen, da sich die Anleger auf sichere Anlagen konzentriert hätten. Es sei zwar schwer zu sagen, ob sich diese Trends fortsetzen würden, aber die Experten von State Street Global Advisors würden davon ausgehen, dass die Märkte in den nächsten Wochen unruhig bleiben würden.
Nur wenige Dinge könnten die Marktstimmung stärker negativ beeinflussen als eine rasch steigende Unsicherheit. Während China die Eindämmung der Krankheit in den Griff zu bekommen scheine und sich die Zunahme der Neuinfektionen verlangsame, sorge die Übertragung der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) weltweit für zusätzliche Unsicherheit. Immer mehr Behörden hätten Eindämmungsmaßnahmen eingeführt oder würden diese in Betracht ziehen, was auch die wirtschaftliche Aktivität einschränken könne. Auch die Stimmung und das Verhalten der Verbraucher dürften dadurch beeinträchtigt werden. Das bedeute, dass Investoren Szenarien in Betracht ziehen müssten, in denen sich die Geschäftstätigkeit an mehreren Orten verlangsame und Unternehmen größere Einnahmeverluste erleiden würden als ursprünglich angenommen.
Beunruhigender seien jedoch Fälle von Menschen, die weder nach China gereist seien noch mit jemandem in Kontakt gewesen seien, der dort gewesen sei und sich dennoch mit dem Virus infiziert hätten. Da das Gesundheitspersonal nicht vollständig verstehe, wie das Virus übertragen werde, könne es überall auf der Welt zu überraschenden Ausbrüchen kommen. Unklar sei auch, wie lebensfähig das Virus bei wärmerem Wetter sein werde. Es sei mehr Unsicherheit auf den Markt gekommen und die Bandbreite der möglichen negativen Auswirkungen habe sich erweitert.
Es sei schwierig, starke Meinungen zu entwickeln, wenn so wenig über das Virus bekannt sei. Die Experten von State Street Global Advisors seien der Ansicht gewesen, dass sich das globale Wachstum im Jahr 2020 nur leicht gegenüber 2019 beschleunigen würde. Der Ausbruch des Virus bedeute, dass die Wirtschaftsdaten im besten Fall über das erste Quartal hinweg verzerrt bleiben würden und im schlimmsten Fall die Abwärtsrisiken stark zunehmen würden. Am meisten beunruhigt uns, dass wir weder den Zeitrahmen noch die vollen Auswirkungen vorhersagen können, so die Experten von State Street Global Advisors.
Analysen früherer Virenausbrüche würden einige Hinweise auf mögliche Ergebnisse liefern, aber die Experten von State Street Global Advisors würden größte Vorsicht bei solchen Überlegungen empfehlen. Chinas Wirtschaft habe sich seit 2003 erheblich verändert, sowohl in Bezug auf ihre Größe, den Mix aus Dienstleistungen/Produktion und ihre Rolle in der Weltwirtschaft. China mache heute 17% des globalen BIP aus, zum Zeitpunkt des SARS-Ausbruchs seien es nur 4% gewesen. Innerhalb Chinas sei der Anteil der Dienstleistungen am BIP nach Angaben der Weltbank heute um 10 Prozentpunkte höher als 2003. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen sei die Vergangenheit vielleicht kein hilfreicher Ratgeber.
Daher würden die Experten von State Street Global Advisors erwarten, dass der Markt vermehrt auf Nachrichten reagiere und sich auf Expertenmeinungen und Fakten konzentriere, wenn sich die Situation weiterentwickle. Dies gelte sowohl für gute als auch für schlechte Nachrichten. Wenn zum Beispiel der Ausbruch in Europa aufgrund des fortgeschrittenen Gesundheitssystems kleiner bleibe als derzeit befürchtet, würden die Wahrscheinlichkeiten für sehr negative Szenarien sinken. In diesem Fall hätten Investoren wahrscheinlich einen besseren Appetit auf Risikoanlagen. Man solle sich daran erinnern, dass der S&P 500 vor knapp zwei Wochen auf einem Rekordhoch gestanden habe, bis ihn die schlechte Stimmung zu Fall gebracht habe. Die Stimmung könnte genauso schnell wieder ins Positive drehen, wie sie gefallen sei.
Der US-Konsum habe vor den Ausbrüchen in China und Europa eine sehr positive Dynamik gehabt. Der Beschäftigungsbericht vom Januar in Verbindung mit einem soliden Verbrauchervertrauen sollten Ausgaben und Wirtschaftswachstum unterstützen, sobald der Ausbruch in den Vereinigten Staaten gedämpft werde. Ein Rückgang der Verbraucherausgaben, der durch die Angst vor Reisen oder dem Versammeln an öffentlichen Orten ausgelöst werde, könnte jedoch zu einem vorübergehenden Rückgang des BIP führen. Von größerer Sorge wäre alles, was dem Gesamtbild der Beschäftigung schade.
In den kommenden Monaten werden wir mehrere Frühwarnindikatoren sehr genau beobachten, darunter die Anzahl der Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen eine Teilzeitbeschäftigung angeben, der Index der durchschnittlichen Arbeitswoche und der Gesamtstundenzahl, Entlassungen, Arbeitslosenansprüche und Dauer der Arbeitslosigkeit, so die Experten von State Street Global Advisors.
Die Chancen für eine Lockerung der FED in diesem Jahr seien stark gestiegen - die FED-Funds Futures würden bereits eine Zinssenkung bis zum April einpreisen. Die bislang im ersten Quartal eingegangen Daten seien jedoch im Großen und Ganzen besser gewesen als erwartet. Auf der Grundlage der gemeldeten Daten gäbe es für die FED keinen Grund zum Handeln. Das Problem sei, dass keine dieser Veröffentlichungen die schnell wachsenden Risiken des COVID-19-Ausbruchs erfasst habe.
Das hohe Maß an Unsicherheit führt zu einigen Umstellungen in unseren Portfolien, so die Experten von State Street Global Advisors. Innerhalb ihrer langfristigen Portfolios hätten die Experten selektiv die Positionierung in zyklischen Konsumgüterherstellern sowie im Energiesektor reduziert und teilweise die Positionen in nicht-zyklischen Konsumgütern und Versorgungsunternehmen erhöht. Stimmungsbedingte Ausverkäufe würden tendenziell zu wahllosen Verkäufen führen, was im Allgemeinen Kaufgelegenheiten schaffe. Aus diesem Grund hätten die Experten von State Street Global Advisors ihre Kassebestände leicht erhöht.
Auch an den Rentenmärkten würden die Experten einen konservativen Ansatz verfolgen. Sowohl die Investment Grade- als auch die High Yield Renditen hätten sich gegenüber den jüngsten Niveaus ausgeweitet. Dies habe zwar zu etwas attraktiveren Bewertungen geführt, trotzdem würden die Experten ihre Positionierung derzeit nicht ändern. An den Devisenmärkten hätten die Experten im Gegensatz zu anderen Bereichen keine nennenswerten Bewegungen erkennen können. Sie würden vermuten, dass die Schocks angesichts ihres globalen Charakters die Divergenzen zwischen den einzelnen Ländern nicht verstärkt hätten. Bis heute hätten die Experten von State Street Global Advisors ihre Währungspositionierung nicht angepasst.
Innerhalb ihrer Portfolios, die sich auf mehrere Anlageklassen und Regime stützen würden, hätten die Experten von State Street Global Advisors Positionen in risikoreicheren Anlagen wie Aktien abgebaut und in traditionell sichere Häfen wie Gold und langlaufende Treasuries umgeschichtet.
Wir beobachten diese sehr unbeständige Situation weiterhin, so die Experten von State Street Global Advisors. Kurzfristig dürfte das Risiko in allen Anlageklassen weiterhin erhöht sein. Aber je länger der Ausbruch andauere, desto höher seien die wirtschaftlichen Kosten. Der Silberstreif am Horizont sei, dass die Wirtschaftstätigkeit rasch wieder aufgenommen werden könnte, sobald das Virus abklinge. In der Zwischenzeit könnte eine unterstützende Reaktion der Zentralbanken die Auswirkungen zumindest teilweise auffangen. (Ausgabe vom 02.03.2020) (03.03.2020/alc/a/a)
Langfristige Staatsanleihen hätten rekordtiefe Renditeniveaus erreicht und der Goldpreis sei stark angestiegen, da sich die Anleger auf sichere Anlagen konzentriert hätten. Es sei zwar schwer zu sagen, ob sich diese Trends fortsetzen würden, aber die Experten von State Street Global Advisors würden davon ausgehen, dass die Märkte in den nächsten Wochen unruhig bleiben würden.
Nur wenige Dinge könnten die Marktstimmung stärker negativ beeinflussen als eine rasch steigende Unsicherheit. Während China die Eindämmung der Krankheit in den Griff zu bekommen scheine und sich die Zunahme der Neuinfektionen verlangsame, sorge die Übertragung der Coronavirus-Krankheit (COVID-19) weltweit für zusätzliche Unsicherheit. Immer mehr Behörden hätten Eindämmungsmaßnahmen eingeführt oder würden diese in Betracht ziehen, was auch die wirtschaftliche Aktivität einschränken könne. Auch die Stimmung und das Verhalten der Verbraucher dürften dadurch beeinträchtigt werden. Das bedeute, dass Investoren Szenarien in Betracht ziehen müssten, in denen sich die Geschäftstätigkeit an mehreren Orten verlangsame und Unternehmen größere Einnahmeverluste erleiden würden als ursprünglich angenommen.
Beunruhigender seien jedoch Fälle von Menschen, die weder nach China gereist seien noch mit jemandem in Kontakt gewesen seien, der dort gewesen sei und sich dennoch mit dem Virus infiziert hätten. Da das Gesundheitspersonal nicht vollständig verstehe, wie das Virus übertragen werde, könne es überall auf der Welt zu überraschenden Ausbrüchen kommen. Unklar sei auch, wie lebensfähig das Virus bei wärmerem Wetter sein werde. Es sei mehr Unsicherheit auf den Markt gekommen und die Bandbreite der möglichen negativen Auswirkungen habe sich erweitert.
Es sei schwierig, starke Meinungen zu entwickeln, wenn so wenig über das Virus bekannt sei. Die Experten von State Street Global Advisors seien der Ansicht gewesen, dass sich das globale Wachstum im Jahr 2020 nur leicht gegenüber 2019 beschleunigen würde. Der Ausbruch des Virus bedeute, dass die Wirtschaftsdaten im besten Fall über das erste Quartal hinweg verzerrt bleiben würden und im schlimmsten Fall die Abwärtsrisiken stark zunehmen würden. Am meisten beunruhigt uns, dass wir weder den Zeitrahmen noch die vollen Auswirkungen vorhersagen können, so die Experten von State Street Global Advisors.
Analysen früherer Virenausbrüche würden einige Hinweise auf mögliche Ergebnisse liefern, aber die Experten von State Street Global Advisors würden größte Vorsicht bei solchen Überlegungen empfehlen. Chinas Wirtschaft habe sich seit 2003 erheblich verändert, sowohl in Bezug auf ihre Größe, den Mix aus Dienstleistungen/Produktion und ihre Rolle in der Weltwirtschaft. China mache heute 17% des globalen BIP aus, zum Zeitpunkt des SARS-Ausbruchs seien es nur 4% gewesen. Innerhalb Chinas sei der Anteil der Dienstleistungen am BIP nach Angaben der Weltbank heute um 10 Prozentpunkte höher als 2003. Vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen sei die Vergangenheit vielleicht kein hilfreicher Ratgeber.
Der US-Konsum habe vor den Ausbrüchen in China und Europa eine sehr positive Dynamik gehabt. Der Beschäftigungsbericht vom Januar in Verbindung mit einem soliden Verbrauchervertrauen sollten Ausgaben und Wirtschaftswachstum unterstützen, sobald der Ausbruch in den Vereinigten Staaten gedämpft werde. Ein Rückgang der Verbraucherausgaben, der durch die Angst vor Reisen oder dem Versammeln an öffentlichen Orten ausgelöst werde, könnte jedoch zu einem vorübergehenden Rückgang des BIP führen. Von größerer Sorge wäre alles, was dem Gesamtbild der Beschäftigung schade.
In den kommenden Monaten werden wir mehrere Frühwarnindikatoren sehr genau beobachten, darunter die Anzahl der Personen, die aus wirtschaftlichen Gründen eine Teilzeitbeschäftigung angeben, der Index der durchschnittlichen Arbeitswoche und der Gesamtstundenzahl, Entlassungen, Arbeitslosenansprüche und Dauer der Arbeitslosigkeit, so die Experten von State Street Global Advisors.
Die Chancen für eine Lockerung der FED in diesem Jahr seien stark gestiegen - die FED-Funds Futures würden bereits eine Zinssenkung bis zum April einpreisen. Die bislang im ersten Quartal eingegangen Daten seien jedoch im Großen und Ganzen besser gewesen als erwartet. Auf der Grundlage der gemeldeten Daten gäbe es für die FED keinen Grund zum Handeln. Das Problem sei, dass keine dieser Veröffentlichungen die schnell wachsenden Risiken des COVID-19-Ausbruchs erfasst habe.
Das hohe Maß an Unsicherheit führt zu einigen Umstellungen in unseren Portfolien, so die Experten von State Street Global Advisors. Innerhalb ihrer langfristigen Portfolios hätten die Experten selektiv die Positionierung in zyklischen Konsumgüterherstellern sowie im Energiesektor reduziert und teilweise die Positionen in nicht-zyklischen Konsumgütern und Versorgungsunternehmen erhöht. Stimmungsbedingte Ausverkäufe würden tendenziell zu wahllosen Verkäufen führen, was im Allgemeinen Kaufgelegenheiten schaffe. Aus diesem Grund hätten die Experten von State Street Global Advisors ihre Kassebestände leicht erhöht.
Auch an den Rentenmärkten würden die Experten einen konservativen Ansatz verfolgen. Sowohl die Investment Grade- als auch die High Yield Renditen hätten sich gegenüber den jüngsten Niveaus ausgeweitet. Dies habe zwar zu etwas attraktiveren Bewertungen geführt, trotzdem würden die Experten ihre Positionierung derzeit nicht ändern. An den Devisenmärkten hätten die Experten im Gegensatz zu anderen Bereichen keine nennenswerten Bewegungen erkennen können. Sie würden vermuten, dass die Schocks angesichts ihres globalen Charakters die Divergenzen zwischen den einzelnen Ländern nicht verstärkt hätten. Bis heute hätten die Experten von State Street Global Advisors ihre Währungspositionierung nicht angepasst.
Innerhalb ihrer Portfolios, die sich auf mehrere Anlageklassen und Regime stützen würden, hätten die Experten von State Street Global Advisors Positionen in risikoreicheren Anlagen wie Aktien abgebaut und in traditionell sichere Häfen wie Gold und langlaufende Treasuries umgeschichtet.
Wir beobachten diese sehr unbeständige Situation weiterhin, so die Experten von State Street Global Advisors. Kurzfristig dürfte das Risiko in allen Anlageklassen weiterhin erhöht sein. Aber je länger der Ausbruch andauere, desto höher seien die wirtschaftlichen Kosten. Der Silberstreif am Horizont sei, dass die Wirtschaftstätigkeit rasch wieder aufgenommen werden könnte, sobald das Virus abklinge. In der Zwischenzeit könnte eine unterstützende Reaktion der Zentralbanken die Auswirkungen zumindest teilweise auffangen. (Ausgabe vom 02.03.2020) (03.03.2020/alc/a/a)


