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FED: Keine Eile
30.01.25 09:45
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) beschloss, das Zielband für den Leitzins konstant bei 4,25 bis 4,5% zu belassen, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Diese Entscheidung sei von Analysten und Investoren erwartet worden, nachdem es bei der FOMC-Sitzung im Dezember Anzeichen für eine Pause im Zinssenkungszyklus der FED gegeben habe. Die Hauptfrage, auf die alle eine Antwort zu finden versuchen würden, laute, ob es sich hierbei tatsächlich nur um eine Pause handele oder ob dies bereits das Ende des Zinssenkungszyklus markiere.
Bei der geldpolitischen Erklärung habe es kaum Änderungen gegeben. Die RBI-Analysten würden zwei Aspekte für erwähnenswert halten. Erstens werde in der Erklärung nicht mehr festgehalten, dass Fortschritte in Richtung des Inflationsziels erzielt worden seien. In der Erklärung sei lediglich der Hinweis auf die Tatsache beibehalten worden, dass "die Inflation weiterhin etwas erhöht ist". Zweitens habe das FOMC in Bezug auf die weitere Leitzinssetzung die veränderte Formulierung vom Dezember beibehalten. Diese Formulierung sei im Dezember dafür verwendet worden, um eine Pause im Zinssenkungszyklus zu signalisieren.
Während der Pressekonferenz habe Powell gemischte Signale gesendet. Das FOMC betrachte das Leitzinsniveau weiterhin als restriktiv. Dies deute darauf hin, dass es in Zukunft weitere Zinssenkungen geben werde, sollte die Inflation nachhaltig auf das Ziel von 2% fallen. Die Kern-PCE-Inflation liege derzeit bei 2,8% p.a. Angesichts von Zinssenkungen um 100 Basispunkte im Jahr 2024, einem stabilen Arbeitsmarkt und einer etwas erhöhten Inflation habe die FED es laut Powell "nicht eilig, den Leitzins anzupassen". Diesen Satz habe der FED-Präsident sogar verwendet, als er nach der Möglichkeit einer Zinssenkung im März gefragt worden sei. Gleichzeitig scheine Powell die Inflationslage optimistisch einzuordnen. Die letzten beiden Veröffentlichungen seien ermutigend gewesen und die Änderung der geldpolitischen Erklärung in Hinblick auf "Fortschritt" bei der Disinflation sollte kein Signal senden, so Powell. Mögliche inflationäre Auswirkungen von Trumps Politikmix seien nicht kommentiert worden.
Neben der Diskussion über Zinspolitik seien in der Pressekonferenz zwei weitere Details erwähnt worden, die erwähnenswert seien. Erstens interpretiere die FED die bereitgestellte Notenbankliquidität nach wie vor als ausgiebig, weshalb Änderungen am QT-Programm der FED nicht unmittelbar bevorstünden. Zweitens werde die FED eine weitere Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie durchführen, die voraussichtlich im Spätsommer abgeschlossen sein werde. Das Inflationsziel von 2% werde laut Powell nicht Teil der Diskussionen sein.
An den Märkten sei die Erklärung des Offenmarktausschusses als hawkish wahrgenommen worden. Die Renditen von US-Staatsanleihen seien sowohl am kurzen als auch am langen Ende der Kurve zuerst deutlich gestiegen, aber nicht übermäßig. Der US-Dollar habe aufgrund der Nachrichtenlage zugelegt. Die US-Renditen und der EUR/USD lägen jedoch immer noch deutlich innerhalb der Notierungen der letzten Tage und während der Pressekonferenz habe sich die erste Marktreaktion sogar wieder umgekehrt.
In Bezug auf die RBI-Prognosen, die eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im März und eine weitere Senkung um 25 Basispunkte im zweiten Quartal vorsehen würden, hätten sich die Risiken nach der FED-Sitzung nach oben verschoben. Um es klar auszudrücken: Wenn die Disinflation bei den beiden verbleibenden VPI-Berichten bis zur nächsten FOMC-Sitzung am 19. März nicht zulege, würden die Leitzinsen wohl erneut unverändert bleiben. Da die letzte Inflationsrate bereits leicht unter den Erwartungen gelegen habe, revidiere die RBI ihre Prognose nicht, sondern warte noch weitere Datenpunkte ab. Mit Blick auf die Zeit nach März werde es entscheidend sein, dass die Disinflation voranschreite, bevor die Inflationseffekte von Trump eintreten würden. Wenn die FED also zu einem weniger restriktiven Leitzinsniveau gelangen wolle, sollte sie nicht zu lange warten. (30.01.2025/alc/a/a)
Diese Entscheidung sei von Analysten und Investoren erwartet worden, nachdem es bei der FOMC-Sitzung im Dezember Anzeichen für eine Pause im Zinssenkungszyklus der FED gegeben habe. Die Hauptfrage, auf die alle eine Antwort zu finden versuchen würden, laute, ob es sich hierbei tatsächlich nur um eine Pause handele oder ob dies bereits das Ende des Zinssenkungszyklus markiere.
Bei der geldpolitischen Erklärung habe es kaum Änderungen gegeben. Die RBI-Analysten würden zwei Aspekte für erwähnenswert halten. Erstens werde in der Erklärung nicht mehr festgehalten, dass Fortschritte in Richtung des Inflationsziels erzielt worden seien. In der Erklärung sei lediglich der Hinweis auf die Tatsache beibehalten worden, dass "die Inflation weiterhin etwas erhöht ist". Zweitens habe das FOMC in Bezug auf die weitere Leitzinssetzung die veränderte Formulierung vom Dezember beibehalten. Diese Formulierung sei im Dezember dafür verwendet worden, um eine Pause im Zinssenkungszyklus zu signalisieren.
Neben der Diskussion über Zinspolitik seien in der Pressekonferenz zwei weitere Details erwähnt worden, die erwähnenswert seien. Erstens interpretiere die FED die bereitgestellte Notenbankliquidität nach wie vor als ausgiebig, weshalb Änderungen am QT-Programm der FED nicht unmittelbar bevorstünden. Zweitens werde die FED eine weitere Überprüfung ihrer geldpolitischen Strategie durchführen, die voraussichtlich im Spätsommer abgeschlossen sein werde. Das Inflationsziel von 2% werde laut Powell nicht Teil der Diskussionen sein.
An den Märkten sei die Erklärung des Offenmarktausschusses als hawkish wahrgenommen worden. Die Renditen von US-Staatsanleihen seien sowohl am kurzen als auch am langen Ende der Kurve zuerst deutlich gestiegen, aber nicht übermäßig. Der US-Dollar habe aufgrund der Nachrichtenlage zugelegt. Die US-Renditen und der EUR/USD lägen jedoch immer noch deutlich innerhalb der Notierungen der letzten Tage und während der Pressekonferenz habe sich die erste Marktreaktion sogar wieder umgekehrt.
In Bezug auf die RBI-Prognosen, die eine Zinssenkung um 25 Basispunkte im März und eine weitere Senkung um 25 Basispunkte im zweiten Quartal vorsehen würden, hätten sich die Risiken nach der FED-Sitzung nach oben verschoben. Um es klar auszudrücken: Wenn die Disinflation bei den beiden verbleibenden VPI-Berichten bis zur nächsten FOMC-Sitzung am 19. März nicht zulege, würden die Leitzinsen wohl erneut unverändert bleiben. Da die letzte Inflationsrate bereits leicht unter den Erwartungen gelegen habe, revidiere die RBI ihre Prognose nicht, sondern warte noch weitere Datenpunkte ab. Mit Blick auf die Zeit nach März werde es entscheidend sein, dass die Disinflation voranschreite, bevor die Inflationseffekte von Trump eintreten würden. Wenn die FED also zu einem weniger restriktiven Leitzinsniveau gelangen wolle, sollte sie nicht zu lange warten. (30.01.2025/alc/a/a)


