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FED: Was für Anleger nach Jackson Hole zu beachten ist


31.08.21 09:15
State Street Global Advisors

Boston (www.anleihencheck.de) - Simona Mocuta, Senior Economist bei State Street Global Advisors, kommentiert die aktuelle Jackson Hole-Konferenz.

Die mit Spannung erwartete Rede des FED-Vorsitzenden Powell auf dem Jackson Hole-Symposium habe etwas enttäuschend gewirkt. Unter dem Titel "Monetary Policy in the Time of Covid" habe sich die Rede fast ausschließlich auf die Inflationsdynamik und die Gründe konzentriert, warum die FED den jüngsten Inflationsanstieg weiterhin als vorübergehend ansehe. Nichts davon sei wirklich neu gewesen und die Rede habe auch nicht versucht, eine endgültige Schlussfolgerung zu ziehen. Wie wir bereits seit Monaten argumentiert hatten, "wird die Zeit zeigen, ob wir eine nachhaltige Inflation von 2 Prozent erreicht haben", so Simona Mocuta von State Street Global Advisors.

Für Anleger, die über den Zeitpunkt der Beendigung der quantitativen Lockerung und künftiger Zinserhöhungen nachdenken würden, habe es zwei wichtige Botschaften gegeben. Einerseits habe der Vorsitzende Powell zugegeben, dass er auf der FOMC (Federal Open Market Committee)-Sitzung im Juli zu denjenigen gehört habe, die der Meinung gewesen seien, dass "wenn sich die Wirtschaft im Großen und Ganzen wie erwartet entwickelt, es angemessen sein könnte, das Tempo der Ankäufe von Vermögenswerten in diesem Jahr zu verringern".

Die Aussage sei zu offensichtlich, um überhört zu werden und sie bestärke die Experten von State Street Global Advisors in ihrer Überzeugung, dass das Tapering im Jahr 2021 beginnen werde. Simona Mocuta von State Street Global Advisors gehe davon aus, dass die offizielle Ankündigung Anfang November erfolgen werde (die Sitzung am 21. und 22. September scheine zu früh und die am 14. und 15. Dezember zu spät zu sein). Das sei wahrscheinlich etwas aggressiver, als der Markt erwartet habe, und um diese Haltung auszugleichen, habe sich der Vorsitzende Powell auch sehr bemüht, den Zeitpunkt des Taperings vom Zeitpunkt künftiger Zinserhöhungen abzukoppeln. "Der Zeitpunkt und das Tempo der bevorstehenden Verringerung der Ankäufe von Vermögenswerten soll kein direktes Signal für den Zeitpunkt der Zinserhöhung sein, für den wir einen anderen und wesentlich strengeren Test formuliert haben". Es habe vielleicht kein "direktes" Signal gegeben, aber sicherlich ein indirektes: Eine Zinserhöhung im Jahr 2022 scheine immer wahrscheinlicher. (31.08.2021/alc/a/a)