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FED: Zinssenkungszyklus könnte auf höherem Leitzinsniveau enden
21.11.24 08:50
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Die Zinsmärkte wurden durch den Wahlsieg Donald Trumps durchgerüttelt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Nach Beurteilung der Analysten impliziere Trumps Politik mehr Inflation bei gleichzeitig engem Arbeitsmarkt. Im dualen Mandat der US-Notenbank wirke dies zinserhöhend. Im aktuellen Setting würden die Analysten die FED 2024 und 2025 mit Zinssenkungen von 25 BP pro Zinssitzung sehen. Trumps politische Ausrichtung und einhergehende Inflationsrisiken könnten 2025 aber dazu führen, dass der Zinssenkungszyklus auf einem höheren Leitzinsniveau ende.
Vom heutigen Niveau aus erwarte man "nur" Zinssenkungen von 100 BP (zuvor 175 BP) und eine finale FED Funds Rate Bandbreite von 3,5-3,75% im Q2'25. Es werde keine Zinserhöhungen erwartet, aber ein finales Leitzinsniveau, das vor Monaten noch als restriktiv bzw. inflationsdämpfend angesehen worden sei. Der Zinsmarkt preise aktuell eine hawkishere FED mit in etwa 75 BP an Zinssenkungen (Sicht 12 Monate).
Die aktuelle Positionierung des Zinsmarktes berge somit Risiken für Rückgänge von Treasury Renditen mit kurzer Laufzeit in den nächsten Monaten. Man sehe die 2-jährige UST-Rendite in den nächsten Monaten nahe 4% (Jahresende 2025 bei 3,8%). Am langen Ende der Zinskurve und v.a. im H1/25, wenn viele Politik-Vorschläge diskutiert würden und Newsflow-Risiken bestünden (Haushalt, Ratingagenturen), erwarte man hingegen Anstiege bei Durations-Risikoprämien, was zu höheren 10-jährigen Renditen führen würde.
Es gelte indes zu berücksichtigen: Durations-Risikoprämien seien bereits in Antizipation eines Trump-Erfolgs im Oktober gestiegen. Man erwarte, dass die ersten Trump-Maßnahmen v.a. im H1 2025 in Erlass oder Gesetze gegossen würden. Am Finanzmarkt könnte dies erst zu höherer (H1 2025) und dann geringerer Unsicherheit/Volatilität und leicht sinkenden Renditen in H2 2025 führen. Man sehe die 10-jährige UST-Rendite zum Jahresende 2025 bei 4,3%. Vergleiche man 2- und 10-jährige Renditen, unterstellten die Prognosen eine deutlich steilere Zinsstrukturkurve.
Folgende Trumponomics-Faktoren sprächen für höhere Inflations- und Durations-Risikoprämien: Inflationsrisiken (Zölle, Steuern), Haushaltsdefizite, Angebotsdruck am UST-Markt, erratische Kommunikation und Politik-Maßnahmen, verbale Angriffe auf die FED-(Hoch-)Zinspolitik und erhöhte Zinsmarktvolatilität. Ein dämpfender Faktor bleibe das "Sichere-Hafen-Attribut" des UST-Marktes, das bei steigenden geopolitischen Risiken nicht an Bedeutung verliere. Die Nachfrage nach "safe assets" könne sich indes auf kürzere Laufzeiten konzentrieren.
Einflussnahme der Trump-Administration auf die FED werde ein entscheidender Faktor für die Zinsmärkte sein. FED Präsident Powell habe betont: Er werde seinen Vorsitz nicht aufgeben, sein Mandat Ende Mai 2026. Danach erwarte man keinen FED-Präsidenten, der einen verlängerten Arm von Trump darstelle, sondern einen, der taubenhaft (konjunkturunterstützend) agieren werde. Für den UST-Markt impliziere dies höhere Inflationsrisikoprämien, da die Glaubwürdigkeit des Inflationsziels der FED abnehme.
Für die US-Leitzinsen heiße es aber: Ab H2 2026 seien moderate Zinssenkungen möglich. Eine Kombination aus sinkendem Leitzins und höheren Inflationsrisikoprämien bedeute steilere Zinskurven. Gegeben der Einschätzung zu Renditetreibern und Zinsmarktrisiken erachteten die Analysten kürzere UST-Laufzeiten als attraktivere Wahl. Berücksichtige man die erwartete EUR/USD-Entwicklung , könne sich die erwartete Performance für EUR-Investoren sehen lassen.
Für den europäischen Zinsmarkt stelle sich die Situation etwas differenzierter dar. Während steigende Risikoprämien am US-Treasury-Markt normalerweise zu ähnlichen Entwicklungen in Europa führten, wenn auch in geringerem Ausmaß, berge Trumps Politik-Mix konjunkturelle Abwärtsrisiken. Letzteres sollte in Kombination mit einem schwächeren Euro den inflationären Effekten höherer Zölle entgegenwirken.
Risiken höherer Leitzinsen in der Eurozone oder weniger Zinssenkungen als geplant seien wohl aufgrund von Trump demnach nicht zu erwarten. Somit erscheinen uns die sich seitwärts entwickelnden Bund-Renditen für längere Laufzeiten sowie die etwas niedrigeren Renditen für kürzere Laufzeiten als gut unterstützt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG. Auch hier liege das Risiko bei noch steileren Renditekurven. (Ausgabe vom 20.11.2024) (21.11.2024/alc/a/a)
Nach Beurteilung der Analysten impliziere Trumps Politik mehr Inflation bei gleichzeitig engem Arbeitsmarkt. Im dualen Mandat der US-Notenbank wirke dies zinserhöhend. Im aktuellen Setting würden die Analysten die FED 2024 und 2025 mit Zinssenkungen von 25 BP pro Zinssitzung sehen. Trumps politische Ausrichtung und einhergehende Inflationsrisiken könnten 2025 aber dazu führen, dass der Zinssenkungszyklus auf einem höheren Leitzinsniveau ende.
Vom heutigen Niveau aus erwarte man "nur" Zinssenkungen von 100 BP (zuvor 175 BP) und eine finale FED Funds Rate Bandbreite von 3,5-3,75% im Q2'25. Es werde keine Zinserhöhungen erwartet, aber ein finales Leitzinsniveau, das vor Monaten noch als restriktiv bzw. inflationsdämpfend angesehen worden sei. Der Zinsmarkt preise aktuell eine hawkishere FED mit in etwa 75 BP an Zinssenkungen (Sicht 12 Monate).
Die aktuelle Positionierung des Zinsmarktes berge somit Risiken für Rückgänge von Treasury Renditen mit kurzer Laufzeit in den nächsten Monaten. Man sehe die 2-jährige UST-Rendite in den nächsten Monaten nahe 4% (Jahresende 2025 bei 3,8%). Am langen Ende der Zinskurve und v.a. im H1/25, wenn viele Politik-Vorschläge diskutiert würden und Newsflow-Risiken bestünden (Haushalt, Ratingagenturen), erwarte man hingegen Anstiege bei Durations-Risikoprämien, was zu höheren 10-jährigen Renditen führen würde.
Folgende Trumponomics-Faktoren sprächen für höhere Inflations- und Durations-Risikoprämien: Inflationsrisiken (Zölle, Steuern), Haushaltsdefizite, Angebotsdruck am UST-Markt, erratische Kommunikation und Politik-Maßnahmen, verbale Angriffe auf die FED-(Hoch-)Zinspolitik und erhöhte Zinsmarktvolatilität. Ein dämpfender Faktor bleibe das "Sichere-Hafen-Attribut" des UST-Marktes, das bei steigenden geopolitischen Risiken nicht an Bedeutung verliere. Die Nachfrage nach "safe assets" könne sich indes auf kürzere Laufzeiten konzentrieren.
Einflussnahme der Trump-Administration auf die FED werde ein entscheidender Faktor für die Zinsmärkte sein. FED Präsident Powell habe betont: Er werde seinen Vorsitz nicht aufgeben, sein Mandat Ende Mai 2026. Danach erwarte man keinen FED-Präsidenten, der einen verlängerten Arm von Trump darstelle, sondern einen, der taubenhaft (konjunkturunterstützend) agieren werde. Für den UST-Markt impliziere dies höhere Inflationsrisikoprämien, da die Glaubwürdigkeit des Inflationsziels der FED abnehme.
Für die US-Leitzinsen heiße es aber: Ab H2 2026 seien moderate Zinssenkungen möglich. Eine Kombination aus sinkendem Leitzins und höheren Inflationsrisikoprämien bedeute steilere Zinskurven. Gegeben der Einschätzung zu Renditetreibern und Zinsmarktrisiken erachteten die Analysten kürzere UST-Laufzeiten als attraktivere Wahl. Berücksichtige man die erwartete EUR/USD-Entwicklung , könne sich die erwartete Performance für EUR-Investoren sehen lassen.
Für den europäischen Zinsmarkt stelle sich die Situation etwas differenzierter dar. Während steigende Risikoprämien am US-Treasury-Markt normalerweise zu ähnlichen Entwicklungen in Europa führten, wenn auch in geringerem Ausmaß, berge Trumps Politik-Mix konjunkturelle Abwärtsrisiken. Letzteres sollte in Kombination mit einem schwächeren Euro den inflationären Effekten höherer Zölle entgegenwirken.
Risiken höherer Leitzinsen in der Eurozone oder weniger Zinssenkungen als geplant seien wohl aufgrund von Trump demnach nicht zu erwarten. Somit erscheinen uns die sich seitwärts entwickelnden Bund-Renditen für längere Laufzeiten sowie die etwas niedrigeren Renditen für kürzere Laufzeiten als gut unterstützt, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG. Auch hier liege das Risiko bei noch steileren Renditekurven. (Ausgabe vom 20.11.2024) (21.11.2024/alc/a/a)
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