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"Goldilocks" geht dem Ende entgegen
03.04.24 11:15
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Während die europäische Konjunktur weiterhin stagniert, kühlt sich die heiß gelaufene US-Wirtschaft langsam aber sicher ab, so Beat Thoma, CIO bei Fisch Asset Management in Zürich.
Allerdings stütze die weiterhin hohe Liquidität, die aus den Überschussreserven der US-Banken (Overnight Reverse Repo Facility) gespeist werde, vorerst noch die Konjunktur und die Aktienmärkte. Mit dieser effektiven Lockerung des monetären Umfelds sei auch die restriktive Geldpolitik beziehungsweise das Quantitative Tightening (QT) der FED kompensiert worden. Diese Konstellation fördere aber auch inflationäre Tendenzen, die sogar noch so lange zunehmen könnten, bis die Überschussreserven vollständig in das Finanzsystem zurückgeflossen seien.
Danach falle dieser wichtige Unterstützungsfaktor weg. Gleichzeitig nehme die FED im Rahmen des QT vorerst weiterhin rund 90 Milliarden US-Dollar monatlich aus dem System und die japanische Notenbank beende ihre bisher sehr lockere Geldpolitik mit Folgen auch für die globale Liquiditätsversorgung. Auch würden sich neben dem US-Arbeitsmarkt verschiedene andere Konjunkturindikatoren abschwächen (Ordereingänge, Konsumentenstimmung, Kreditkartenausfälle) bei gleichzeitig hartnäckiger Dienstleistungsinflation und wegfallenden Basiseffekten bei der Güterpreisinflation. Der steigende Goldpreis deute hier auf gewisse Gefahren hin.
Der Goldpreis sei historisch stets ein sehr zuverlässiger Indikator für Inflationsgefahren gewesen und habe einen realen Wert über mehr als 2000 Jahre bewahrt. Eine mit steigenden Goldpreisen einhergehende Verankerung höherer Inflationserwartungen könnte dann auch zu einer sich selbsterfüllenden Prophezeiung führen und nicht nur die Erwartungen, sondern auch die Inflation selbst anheizen.
Noch scheine die Inflation aber unter Kontrolle - und der steigende Goldpreis lediglich ein Warnsignal, aber noch kein Symptom zu sein. Die weitere Entwicklung müsse aber genau beobachtet werden. Eine zunehmende Korrelation zwischen steigenden Goldpreisen und steigenden Renditen für langfristige Staatsanleihen werde zudem wahrscheinlicher, insbesondere dann, wenn die Notenbanken am kurzen Ende zu schnell lockern würden.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen könnte es in den kommenden Monaten zu einer Kombination von abnehmender Liquidität, abkühlender konjunktureller Dynamik und trotzdem hartnäckiger Inflation kommen. Das bisherige 'Goldilocks'-Umfeld könne infolgedessen in Richtung eines stagflationären Trends umschwenken. Allerdings nur vorübergehend, da die Experten im Fall einer zu starken konjunkturellen Abkühlung sehr schnell mit einer monetären Lockerung der Notenbanken rechnen würden. Dann wäre auch die Inflation mit großer Wahrscheinlichkeit ein schnell abnehmendes Problem.
An den Aktien- und Unternehmensanleihenmärkten würden sich deshalb die positiven und negativen Kräfte die Waage halten. Tendenziell könnten sogar die positiven Impulse der hohen Liquidität sowie anhaltend starke Mittelzuflüsse in die Märkte für Unternehmensanleihen (Investment Grade und High Yield) noch eine gewisse Zeit für weiter steigende Kurse sorgen. Allerdings seien die Bewertungen an den Aktienmärkten sowie bei Unternehmensanleihen mittlerweile ambitioniert und die Markterwartungen aktuell sehr hoch. Bereits eine kleine Verschlechterung des Umfelds könne deshalb schnell zu Enttäuschungen führen. Die Experten würden sich momentan neutral bezüglich Risikoexposure positionieren und auf monetäre oder markttechnische Warnsignale warten, um Risiko aus den Portfolios zu nehmen. (03.04.2024/alc/a/a)
Allerdings stütze die weiterhin hohe Liquidität, die aus den Überschussreserven der US-Banken (Overnight Reverse Repo Facility) gespeist werde, vorerst noch die Konjunktur und die Aktienmärkte. Mit dieser effektiven Lockerung des monetären Umfelds sei auch die restriktive Geldpolitik beziehungsweise das Quantitative Tightening (QT) der FED kompensiert worden. Diese Konstellation fördere aber auch inflationäre Tendenzen, die sogar noch so lange zunehmen könnten, bis die Überschussreserven vollständig in das Finanzsystem zurückgeflossen seien.
Danach falle dieser wichtige Unterstützungsfaktor weg. Gleichzeitig nehme die FED im Rahmen des QT vorerst weiterhin rund 90 Milliarden US-Dollar monatlich aus dem System und die japanische Notenbank beende ihre bisher sehr lockere Geldpolitik mit Folgen auch für die globale Liquiditätsversorgung. Auch würden sich neben dem US-Arbeitsmarkt verschiedene andere Konjunkturindikatoren abschwächen (Ordereingänge, Konsumentenstimmung, Kreditkartenausfälle) bei gleichzeitig hartnäckiger Dienstleistungsinflation und wegfallenden Basiseffekten bei der Güterpreisinflation. Der steigende Goldpreis deute hier auf gewisse Gefahren hin.
Noch scheine die Inflation aber unter Kontrolle - und der steigende Goldpreis lediglich ein Warnsignal, aber noch kein Symptom zu sein. Die weitere Entwicklung müsse aber genau beobachtet werden. Eine zunehmende Korrelation zwischen steigenden Goldpreisen und steigenden Renditen für langfristige Staatsanleihen werde zudem wahrscheinlicher, insbesondere dann, wenn die Notenbanken am kurzen Ende zu schnell lockern würden.
In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen könnte es in den kommenden Monaten zu einer Kombination von abnehmender Liquidität, abkühlender konjunktureller Dynamik und trotzdem hartnäckiger Inflation kommen. Das bisherige 'Goldilocks'-Umfeld könne infolgedessen in Richtung eines stagflationären Trends umschwenken. Allerdings nur vorübergehend, da die Experten im Fall einer zu starken konjunkturellen Abkühlung sehr schnell mit einer monetären Lockerung der Notenbanken rechnen würden. Dann wäre auch die Inflation mit großer Wahrscheinlichkeit ein schnell abnehmendes Problem.
An den Aktien- und Unternehmensanleihenmärkten würden sich deshalb die positiven und negativen Kräfte die Waage halten. Tendenziell könnten sogar die positiven Impulse der hohen Liquidität sowie anhaltend starke Mittelzuflüsse in die Märkte für Unternehmensanleihen (Investment Grade und High Yield) noch eine gewisse Zeit für weiter steigende Kurse sorgen. Allerdings seien die Bewertungen an den Aktienmärkten sowie bei Unternehmensanleihen mittlerweile ambitioniert und die Markterwartungen aktuell sehr hoch. Bereits eine kleine Verschlechterung des Umfelds könne deshalb schnell zu Enttäuschungen führen. Die Experten würden sich momentan neutral bezüglich Risikoexposure positionieren und auf monetäre oder markttechnische Warnsignale warten, um Risiko aus den Portfolios zu nehmen. (03.04.2024/alc/a/a)
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