Inflationsängste begünstigen Goldpreisentwicklung


20.07.22 12:00
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die geldpolitischen Zügel werden straffer gezogen und die lange Zeit der ultra-expansiven Geldpolitik scheint passe, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Das unterschiedliche Tempo bei der Straffung zwischen FED und EZB erkläre die substanziell bessere Performance von Gold in EUR gegenüber USD. Wegen der spürbareren Kriegsfolgen bleibe das Umfeld für die Gemeinschaftswährung schwierig, weshalb die Währungskomponente für Gold (USD) keinen Rückenwind bringen dürfte.

Bei den Realzinsen halten die Analysten der Raiffeisen Bank International AG wegen der hartnäckig hohen Inflationsraten und der konjunkturellen Risiken einen weiteren kräftigen Anstieg bzw. eine nachhaltige Stabilisierung auf einem für Gold ungünstigen Niveau für unwahrscheinlich. Zudem würden sie auch im Goldpreis bei gegebenem Renditeniveau bereits viel an Zinsfantasie eingepreist sehen. Nun kommt es darauf an, ob die Notenbanken dem skizzierten Pfad auch entsprechen (können), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG weiter. Eine Abkehr davon bzw. eine dovishere Haltung würde Gold unterstützen.

Wegen der anhaltenden geopolitischen Spannungen würden die Analysten den Goldpreis auf dem aktuellen Niveau gut unterstützt sehen. Wegen seiner negativen Korrelation zu anderen Risky Assets und hier insbesondere zu Aktien eigne sich Gold auch gut zur Portfoliobeimischung, um in turbulenten Zeiten Volatilität zu verringern. Insofern empfehle sich vor allem für Anleger mit einer pessimistischen Sichtweise auf den Ukraine-Krieg, die von einer weiteren Zuspitzung der Gas- bzw. Energiekrise ausgehen würden, eine überdurchschnittliche Gold-Quote. Dies gelte umso mehr, wenn es den Notenbanken nicht gelinge, die Inflation in den Griff zu bekommen oder einer potenziellen Fragmentierung in der Eurozone entsprechend entgegenzuwirken (EZB) sowie im Stagflationsszenario.

Die Analysten der Raiffeisen Bank International AG gehen daher davon aus, dass sich Gold (USD) nach einer flachen Entwicklung im Jahr 2022 ab dem nächsten Jahr wieder sukzessive nach oben bewegen wird. Dafür würden nachlassende Zinsängste bzw. -fantasien und eine mögliche konjunkturelle Abschwächung der bislang robusten US-Konjunktur sprechen.

Für die erwartete Entwicklung von Gold (EUR) wollen die Analysten der Raiffeisen Bank International AG auf die Aufwertungsrisiken bei den mittel- bis langfristigen Prognosen des EUR/USD-Wechselkurses verweisen, die das Aufwärtspotenzial in EUR begrenzen. (20.07.2022/alc/a/a)






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