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Die Krise verändert den High-Yield-Markt


02.11.20 12:30
Edmond de Rothschild Asset Management

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Ausfallquoten von Unternehmensanleihen sind nach wie vor recht niedrig, vor allem in Europa, so die Experten von Edmond de Rothschild Asset Management.

Aber bei einer Verschlechterung des Konjunktur- und Gesundheitsumfelds könnten zahlreiche Emittenten ihren Investmentgrade-Status verlieren. Dadurch entstünden Risiken, aber auch Chancen, sei David Diwan, Senior Portfolio Manager bei Edmond de Rothschild Asset Management, überzeugt.

Diwan beziehe sich in seiner Analyse unter anderem auch auf die Aussagen des bekannten Anleihenmanagers Jeffrey Gundlach. Er vertrete die Meinung, dass sich die Ausfallquoten von High-Yield-Anleihen verdoppeln könnten. Angesichts der massiven staatlichen Hilfsprogramme und Rettungsmaßnahmen der Zentralbanken zur Unterstützung von Unternehmen, die unter der anhaltenden COVID-19-bedingten Konjunkturschwäche leiden würden, sei das eine erschreckende Aussicht.

Moody's habe die künftigen Ausfallquoten in drei möglichen Konjunkturszenarien modelliert: Einem Basisszenario, das der aktuellen Wirtschaftslage entspreche, einem pessimistischen und einem optimistischen Szenario.

Im Basisszenario erwarte Moody's einen Anstieg der weltweiten Ausfallquote auf 8,8 Prozent bis Ende 2020 und einen Höhepunkt von 9,3 Prozent Ende des 1. Quartals 2021. Im pessimistischen Szenario, das von einem stärkeren Einbruch des Welt-BIP, der erneuten Verordnung strenger Lockdown-Maßnahmen und Abstandsregeln sowie einer Verringerung der staatlichen Hilfsprogramme ausgehe, werde eine weltweite Ausfallquote von bis zu 15,5 Prozent erwartet. Das optimistische Szenario schließlich beruhe auf einer stärkeren Erholung und einem wirksamen Impfstoff in der ersten Jahreshälfte 2021. In diesem Fall rechne Moody's mit einem Rückgang der Ausfallquote auf 3 Prozent, was etwa dem Niveau vor COVID-19 entspräche.

Maßgeblich für die Ausfallquoten und die Größe des High-Yield-Marktes 2021 werde sein, wie schnell und nachhaltig sich die Weltwirtschaft von den Tiefständen im 2. Quartal erhole.

"Wir haben gelernt, dass es in jeder Krise einen Silberstreif am Horizont gibt. Die Veränderung des High-Yield-Anlageuniversums aufgrund der gefallenen Engel bedeutet niedrige Bewertungen und vielversprechende Anlagemöglichkeiten für Investoren, die diese Chancen nutzen wollen. Unabhängig davon, wie sich die Weltwirtschaft 2021 entwickelt, können Investoren, die die Bilanzen einiger High-Yield-Unternehmen sorgfältig analysieren, in Phasen mit starken Marktverzerrungen durchaus zweistellige Renditen erzielen. Der Schlüssel ist eine aktive Einzelwertauswahl mit der Fähigkeit, zwischen Unternehmen, die COVID-19 überstehen und dann wachsen, und jenen zu unterscheiden, die ein Fall für die Zahlungsausfallstatistik sind", sei David Diwan der Ansicht. (02.11.2020/alc/a/a)