Renten: Trumps Politik provoziert Zinserhöhungen


17.02.17 09:30
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - So wie es aussieht, läuft in den USA alles auf eine Konfrontation zwischen US-Präsident Donald Trump und Notenbankchefin Janet Yellen hinaus, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Mit deutlichen Worten habe sie die Märkte auf bald steigende Zinsen eingestimmt. Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen "wahrscheinlich angebracht", habe Yellen vor dem Bankenausschuss des US-Senats gesagt. Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank entwickeln. Yellen habe hinzugefügt, es sei unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern. Die nächste FED-Sitzung sei für März terminiert. Es sei aber davon auszugehen, dass die Notenbank mit einem Zinsschritt bis Juni warten werde.

Die FED habe den Leitzins zuletzt Ende 2016 auf das aktuelle Niveau von 0,5% bis 0,75% angehoben. Mit Blick auf die gute Konjunktur habe die FED damals drei Zinserhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt. Nun sei aber davon auszugehen, dass die Wirtschaft durch Trumps Politik zusätzlichen Schub bekommen werde. Schließlich plane dieser radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe. Die mit dieser Perspektive gekoppelte Unsicherheit mache es nach Einschätzung von US-Währungshüter Jeffrey Lacker erforderlich, dass die Zinsen schneller steigen würden als an den Märkten derzeit allgemein erwartet werde.

Indessen habe der Vizechef der US-Notenbank, Stanley Fischer, seine Sorge über die Haushaltspolitik der Trump-Administration geäußert und damit auf einen weiteren Unsicherheitsfaktor hingewiesen. Es gebe deutliche Unsicherheit über das, was kommen werde, habe Fischer gesagt und die Aufmerksamkeit auf die Regulierung der Banken gelenkt, die Trump ja offenbar aufweichen wolle. Die neue US-Regierung habe angekündigt, die 2010 in den USA im sogenannten Dodd-Frank-Act festgeschriebene Neuregulierung der US-Finanzmärkte zu überprüfen. Fischer, der als einer der Architekten des Dodd-Frank-Gesetzes gelte, sei überzeugt, dass eine deutliche Verringerung der Kapitalvorgaben bei den Banken die Sicherheit des Finanzsystems gefährden würde. Er hoffe aber natürlich, dass das nicht passiere.

Ins gleiche Horn habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble gestoßen, als er diese Woche vor Rückschritten bei der global vereinbarten Regulierung der Finanzmärkte gewarnt habe. Schäuble wolle daher dem neuen US-Finanzminister Steven Mnuchin nahe legen, die nach der Finanzkrise mühsam erreichte Regulierung nicht wieder zurückzunehmen. Jede freiheitliche Ordnung zerstöre sich ohne Regeln und Grenzen, so Schäubles Credo.

Ähnlich deutlich habe sich der EU-Kommissionsvize Valdis Dombrovskis geäußert, der mit Blick auf US-Pläne vor einem weltweiten Deregulierungswettlauf warne. "Wir müssen wirklich alles Mögliche tun, um einen Wettlauf nach unten bei der Finanzregulierung zu verhindern", habe Dombrovskis gegenüber der Börsen-Zeitung klargemacht.

Noch wisse niemand genau, was "D.T. - der Unberechenbare" plane, wenn er bei der avisierten Steuerreform von einem "Riesending" spreche. Doch scheinbar beflügele dies die Börsianer, der Fantasie freien Lauf zu lassen. Normalerweise würden Investoren vage Aussagen verabscheuen. Allerdings gelte dies nicht für Maßnahmen, welche die Konjunktur beleben könnten. Und da es hierbei sowohl für die Bürger als auch für die Unternehmen darum gehe, eines der antiquiertesten Steuermodelle zu überarbeiten, sollte am Ende mehr Geld für den Konsum zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund gebe es momentan an den Aktienmärkten kein Halten mehr.

Anders stelle sich die Situation an den Bondmärkten dar. Zwar würden sich Investoren nicht generell von ihren Beständen trennen, aber eine Reduzierung sei doch zu registrieren. Ob sich Investoren hierbei von der erstarkten Währung, von den anstehenden Zinsanhebungen seitens der US-Notenbank oder aber von der Furcht vor einer möglicherweise ausufernden Verschuldung treiben lassen würden, sei nicht eindeutig zu klären. Es dürfte sich dabei wohl um eine Mischung aus allen drei genannten Gründen handeln.

So habe Ende 2016 der prozentuale Anteil der ausländischen Investoren am rund 20 Billionen US-Dollar schweren Staatsanleihenmarkt erstmals seit 2009 nur noch weniger als 30% betragen. Dies ergebe sich aus den von der US-Notenbank und dem Finanzministerium veröffentlichten Zahlen. Dieser Trend sei allerdings auch in anderen Industriestaaten zu registrieren. Seien 2008 noch 36% der britischen Staatsanleihen in den Händen ausländischer Investoren gewesen, so sei dieser Anteil im November 2016 nur noch mit ca. 27% beziffert worden. Dieser Rückgang sei sicherlich nicht zuletzt eine Folge des britischen Referendums gewesen, aber auch Deutschland sehe sich mit diesem Verhalten der Investoren konfrontiert. Seien 2014 noch 57% der Staatsanleihen im Besitz ausländischer Investoren gewesen, so seien es Ende 2016 "nur" noch 49% gewesen.

Doch würden den Investoren die echten Alternativen fehlen. Weltweit müssten immer größere Summen investiert werden, doch die dafür geeigneten Finanzmärkte seien in ihrem Volumen begrenzt. Dass die Notenbanken noch zusätzlich für eine Materialverknappung sorgen würden, mache die Sache für Anleger nicht einfacher. Somit würden die Zinsen auch in naher Zukunft nicht auf den historischen Durchschnitt der letzten Jahre steigen. Denn deutlich steigende Zinsen würden die Finanzsysteme kollabieren lassen und die Notenbanken seien entschlossen, dies zu verhindern.

Wie allerdings auch in den USA der angekündigten und bereits gelebten "Schulden-Orgie" begegnet werden solle, sei noch nicht ersichtlich. Zumal den erhöhten Ausgaben geringere Steuereinnahmen gegenüber gestellt würden und dadurch haushaltspolitische Probleme auf die nachfolgenden Generationen verschoben würden. Zumindest darin bestehe zwischen den USA und der EU eine gedankliche Verbundenheit.

Die Anleger am Rentenmarkt würden Wahlerfolge populistischer Rechtsparteien in den Niederlanden und in Frankreich befürchten. Dies lasse sich an den Rendite-Entwicklungen der Staatsanleihen europäischer Länder ablesen.

So würden die Renditedifferenzen (Spreads) von niederländischen sowie französischen Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen weiter auseinanderdriften. Nach einem Niveau von 0,64% zum Jahresende 2016 seien die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen aus Paris aktuell auf eine Größenordnung von 1,05% gestiegen. In der Spitze hätten sie im laufenden Jahr bereits bei 1,13% gelegen. Zehnjährige Bundesanleihen, die weiterhin als sicherer Hafen gelten würden, würden aktuell mit ca. 0,37% nach 0,17% Ende 2016 und 0,48% in der Spitze rentieren. Niederländische Staatsbonds würden derzeit eine Rendite von ca. 0,68% abwerfen, nach 0,31% Ende 2016. Je höher die Renditen seien, desto mehr würden Anleger dem Schuldner misstrauen und desto mehr müsse dieser als Risikoprämie an den Gläubiger bezahlen.

Der französische Finanzminister müsse daher die Anleger mit attraktiven Konditionen ködern, um Käufer für seine Staatsanleihen zu finden. Die Investoren wollten mehr Zinsen als Gegenleistung für die politischen Unsicherheiten. So hoch wie aktuell sei die Risikoprämie für Paris zuletzt im Jahr 2012 gewesen, als die Griechenland-Krise ihren Höhepunkt gehabt habe.

Frankreich stehe im April bzw. Mai vor einer entscheidenden Wahl. Sollte dann die Nationalistin Marine Le Pen tatsächlich Staatsoberhaupt werden, würde das Land die Euro-Zone verlassen. So habe es Le Pen zumindest angekündigt. Diese Unsicherheit koste Frankreich bereits jetzt viel Geld. Sollte sich Frankreich unter einer Le Pen tatsächlich für den "Frexit", also den Austritt aus der Euro-Zone, entscheiden, müsste es den Franc wiederbeleben. Aber weil das Land mit einer Abschottungspolitik seine Wirtschaft massiv schwächen würde, dürfte der "neue Franc" gegenüber anderen Währungen wie dem Euro stark abwerten. Dann würde es dem überschuldeten Staat noch schwerer fallen, seine Verbindlichkeiten unter Kontrolle zu bringen.

Bereits am 15. März gebe es Wahlen in den Niederlanden, wo der Rechtspopulist Geert Wilders Chancen auf einen Wahlsieg habe. Dass mittlerweile selbst der Spread der zum Kern der Eurozone zählenden Niederlanden in die Höhe schieße, verdeutliche die Furcht der Anleger vor einem Triumph Wilders.

Wolle sich die Europäische Union (EU) retten, so solle sie von Odysseus, dem größten Helden der griechischen Mythologie, lernen. Ihn, den sie auch den "Listenreichen" nennen würden, solle sich die EU zum Vorbild nehmen, so würden es der Leiter des ifo-Instituts, Clemens Fuest, und der Ökonom Johannes Becker suggerieren.

Weil Griechenland wieder mal von seinen Gläubigern Konzessionen als Gegenleistung für Reformen fordere, schwinde erneut die Hoffnung, dass es noch in diesem Monat zu einer Einigung über das Hilfsprogramm von Europäischer Union (EU), Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) komme. Immerhin müsste es bis zum 20. Februar zu einer Einigung kommen. "Alles liegt wieder auf dem Tisch", wie es Fuest ausdrücke.

Aber damit drehe sich Europa im Kreis. Überschuldete Staaten mit ungelösten Strukturproblemen würden sich aufgrund einer falsch verstandenen EZB-Politik des billigen Geldes immer noch auf einfache Weise refinanzieren und könnten so die Staatspleite abwenden. Doch damit werde die Währungsunion selbst aufs Spiel gesetzt. Die Frage sei, ob sich dieser Teufelskreis durchbrechen lasse. Fuest und Becker würden Ja sagen, indem sie mit ihrem Buch "Der Odysseus-Komplex" einen "pragmatischen Vorschlag zur Lösung der Eurokrise" liefern würden.

Souveräne Staaten hätten dasselbe Problem wie Odysseus, würden die Autoren sagen. "Sie können sich von sich aus nur bedingt binden", so Fuest. Wie Odysseus dem Klang der Sirenen, so müssten die Schuldensünder der EU der Versuchung neuer Schulden widerstehen lernen. Staaten aber würden sich solange höher verschulden, wie die Haushaltspolitik politisch in der Macht jedes einzelnen Staates liege. Um diese Situation zu überwinden, so das Kalkül von Fuest und Becker, sei es unabdingbar, dass die Staaten Kompetenzen abgeben würden. Schließlich habe sich Odysseus auch nicht selbst an den Mast gebunden, um dem Gesang der Sirenen standzuhalten. Nein, er habe sich von seiner Crew fesseln lassen.

Fuest und Becker hätten dieses Ansinnen mit konkreten Vorschlägen untermauert. Demnach solle jeder Staat Verantwortung übernehmen - mit so genannten Accountability Bonds, frei übersetzt: Nachvollziehbare oder verantwortungsvolle Staatsanleihen. Dies solle für zukünftige Schulden gelten, Altschulden würden außen vor bleiben.

Schulden sollten laut Fuest und Becker oberhalb der Defizitgrenzen nur noch mit nachrangigen Anleihen finanziert werden dürfen. Im europäischen Fiskalpakt betrage diese Grenze 0,5% des Bruttoinlandsproduktes. Die überbordenden Schulden würden also als Erstes ausfallen. Diese dürften dann nicht von der EZB gekauft werden und auch von Banken nur mit hoher Eigenkapitalunterlegung gehalten werden. Folglich würden deutlich höhere Zinsen für diese Anleihen erwartet, weil die Kosten der Verschuldung nicht auf andere Länder abgewälzt werden könnten. Ergo: Die herrschende Subventionierung des Schuldenmachens durch Elemente der Solidarhaftung würde abgeschafft werden. Überbordendes Schuldenmachen wäre jedem Mitgliedsland möglich - die Frage wäre dann nur, ob es noch Investoren geben werde, die dafür bezahlen würden.

Für die Autoren liege der Vorteil in ihrem Modell darin, dass nur ein kleines Segment dem Markt ausgesetzt werde. Und die Investoren hätten die Wahl: Wollten sie die Unsicherheit mit besserer Rendite oder Sicherheit mit weniger Rendite. Dabei handele es sich um einen Vorschlag, der den ursprünglichen Mechanismen einer Kreditfinanzierung entspreche. Bedenkenswert!

Die Regierung in Rom erwäge offenbar, erneut ein Hilfspaket über 5 Mrd. EUR für zwei angeschlagene Banken zu schnüren. Diesmal solle das Geld an die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza, zwei Institute in Venetien, gehen.

Bereits Ende 2016 habe die EU-Kommission die Rettung der italienischen Promi-Krisenbank Monte dei Paschi und eines weiteren Instituts genehmigt. Den neuen Sorgenkindern sei zwar 2016 bereits vom privaten Bankenrettungsfonds Atlante geholfen worden, aber genützt habe es offenbar wenig. Laut "Financial Times" sollten die beiden Banken bereits im Juli 2016 bei der Europäischen Kommission um sogenannte ELA-Hilfen (Emergency Liquidity Assistance) gebeten haben. Nun habe man die Kommission um Erlaubnis für eine vorsorgliche Re-Kapitalisierung der beiden Banken über ca. 5 Mrd. EUR gebeten.

Diese Vorgehensweise stelle die Inanspruchnahme einer Spezialklausel der europäischen Abwicklungsrichtlinie dar, mit der sich das eigentliche Verbot einer langfristigen Kapitalstütze durch den Staat relativ geschickt umgehen lasse. Derselbe Mechanismus solle nach den Vorstellungen von Rom auch bei der 8,8 Mrd. EUR teuren Rettung von Monte dei Paschi zum Zuge kommen.

Die mexikanische Notenbank habe letzte Woche erwartungsgemäß die Leitzinsen um 0,5% auf 6,25% erhöht. Mit diesem Schritt kämpfe man zum einen gegen die gestiegene Inflation und zum anderen möchte man dem Kursverfall des Mexikanischen Pesos im Zuge der US-Präsidentenwahl von Donald Trump entgegenwirken. Die Gunst der Stunde habe unter anderem der mexikanische Mineralölkonzern PEMEX genutzt und gleich 3 Anleihen begeben. McKesson und Securitas hätten sich ebenfalls über den Kapitalmarkt refinanziert und somit den Trend einer regen Emissionstätigkeit im Bondbereich der letzten Wochen fortgesetzt.

PEMEX sei gleich mit einer 4 0,5-, 7- sowie 11-jährigen Anleihe an den Markt gegangen und habe so insgesamt spielend 4,25 Mrd. EUR eingesammelt. Die erste 1,75 Mrd. EUR schwere Anleihe (ISIN XS1568875444 / WKN A19DL7) sei am 21.08.2021 fällig und zahle den Investoren einen jährlichen Kupon in Höhe von 2,50%. Emittiert worden sei zu 99,957%, dies habe +240 bps über Mid Swap entsprochen. Der 7-jährige Bond (ISIN XS1568874983 / WKN A19DL8) habe ein Emissionsvolumen von 1,25 Mrd. EUR und sei am 21.02.2024 endfällig. PEMEX zahle seinen Gläubigern Zinsen in Höhe von 3,75% jährlich. Begeben worden sei das Papier zu 99,463%, was einem Emissionsspread von +340 bps über Mid Swap entsprochen habe. Die dritte Tranche (ISIN XS1568888777 / WKN A19DL9), ein bis zum 21.02.2028 laufender Bond, habe einen Zinssatz von 4,875% jährlich und das Emissionsvolumen betrage 1,25 Mrd. EUR. Der Emissionspreis habe sich auf 99,135% belaufen, was einem Spread von +405 bps über Mid Swap gleich gekommen sei.

McKesson habe gleich 2 Bonds mit je 600 Mio. EUR Volumen aufgelegt. Die erste Tranche (ISIN XS1567173809 / WKN A19DHY), ein 4-jähriger Bond, sei am 17.08.2021 fällig und habe einen Kupon in Höhe von 0,625%. Der Emissionspreis habe bei 99,872% gelegen, was +123,1 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe. Eine zweite 8-jährige Anleihe (ISIN XS1567174286 / WKN A19DHZ) mit Fälligkeit am 17.11.2025 zahle dem Anleger Zinsen in Höhe von 1,50% jährlich und habe zu einem Preis von 99,289% ausgegeben werden können. Dies habe einem Emissionsspread von +150,5 bps über Bund entsprochen. Das amerikanische Unternehmen aus dem Gesundheitswesen sowie PEMEX hätten sich bei ihren Bonds für eine Mindeststückelung von 100.000 EUR und eine Make Whole Option zu Gunsten des Emittenten entschieden. Aufgrund der Mindeststückelung würden hier primär institutionelle Investoren angesprochen.

Der schwedische Sicherheitskonzern Securitas mit Sitz in Stockholm habe 350 Mio. EUR frisches Geld am Kapitalmarkt eingesammelt. Die Anleihe (ISIN XS1567901761 / WKN A19DHR) habe einen jährlichen Kupon von 1,125% und sei am 20.02.2024 fällig. Begeben worden sei das Papier zu 99,753%, was einem Emissionsspread von +132,3 bps über der vergleichbaren Bundesanleihe entsprochen habe. Securitas habe sich ein optionales Kündigungsdatum am 20.11.2023 zu 100% in die Anleihebedingungen schreiben lassen und sich ebenfalls für die Mindeststückelung von 100.000 EUR entschieden.

Zurzeit würden Rentenhändler neidisch auf ihre Aktienkollegen blicken, denn die würden in den unterschiedlichen Marktsegmenten täglich neue Höchststände erzielen und an den Rentenmärkten fehle jeglicher klarer Trend. Jedes Mal wenn man allerdings als Rentenhändler denke, es wäre endlich soweit, dann komme von irgendwo ein neues Störfeuer und alles werde wieder neu durchdacht. Mit dieser Unsicherheit müssten die Handelsteilnehmer zwar schon mehrere Wochen leben, aber das mache die Sache nicht einfacher. Der Trend fehle und mancher Händler empfinde die tägliche Arbeit wie ein langweiliges Fußballspiel, bei dem sich im Mittelfeld zwei Mannschaften gegenüberstünden und sich nicht aus der Deckung wagen würden.

Bleibe also nur die Hoffnung, dass sich das "Spiel" so entwickele wie am gestrigen Abend in der Allianz Arena, als der FC Bayern dem englischen Tabellenvierten seine Grenzen aufgezeigt habe. Diese seien dem Rentenbarometer allerdings bereits vor Augen geführt worden, als die 200-Tage-Linie sich als unüberwindbare Hürde herausgestellt habe. Im Anschluss daran und nicht zuletzt als Folge der haussierenden Aktienkurse habe der Euro-Bund-Future den Rückzug angetreten und handele aktuell bei 163,45%.

Charttechnisch ergebe sich weiterhin eine Tradingrange zwischen der Widerstandslinie bei 163,37% bzw. der psychologischen Marke von 164,00% und einer ersten Unterstützung bei 162,91%. Das Problem der Händler sei allerdings eher die Tatsache, dass sich jeder vor dem Tag fürchte, an dem es an den Aktienmärkten zu einer kräftigen Korrektur komme. Denn dann könnten die Kurse der Anleihen von zwischenzeitlichen Tauschoperationen profitieren. Vielleicht komme es aber auch ganz anders und beide Märkte müssten mit fallenden Notierungen leben.

In dieser Handelswoche seien in den USA lediglich den Investoren Material zum Kauf angeboten worden, die entweder auf der Suche nach kurzen Laufzeiten oder nach einer Fälligkeit in 30 Jahren mit Inflationsbindung gewesen seien. Im Rahmen der Refinanzierung seien auf diesem Wege T-Bills für 108 Mrd. USD und 7 Mrd. USD als Linker platziert worden.

In Euroland habe sich Italien zum Wochenstart mit diversen Aufstockungen am Kapitalmarkt aktiv gezeigt, bevor am heutigen Donnerstag noch zwei weitere Eurostaaten ebenfalls Material zur Verfügung stellen würden. Spanien stocke hierbei drei (ISIN ES00000128O1 / WKN A19B40, 2022; ISIN ES00000128P8 / WKN A19CK5, 2027; ISIN ES00000124C5 / WKN A1HNMJ, 2028) sowie Frankreich zwei Anleihen (ISIN FR0013232485 / WKN A19B3W, 2020; ISIN FR0013219177 / WKN A189GE, 2022) auf. Zusätzlich begebe Frankreich noch eine neue inflationsindexierte Anleihe (ISIN FR0013238268 / WKN A19DMN) mit einer Fälligkeit 3/2028. Insgesamt würden dadurch ca. 20 Mrd. EUR eingesammelt.

Viele offene Baustellen würden aktuell in der Eurozone für eine gewisse grundsätzliche Unsicherheit an den Märkten sorgen, so auch am Devisenmarkt. Damit habe es die europäische Gemeinschaftswährung momentan schwer sich zu behaupten und verliere weiter an Wert. Der ohnehin angeschlagene Euro sei diese Woche durch die Aussagen von FED-Chefin Janet Yellen hinsichtlich der weiteren US-Zinspolitik weiter unter Druck geraten. Somit habe die Einheitswährung ihren Trend der vergangenen Tage fortgesetzt und sei deutlich unter die Marke von 1,06 USD gefallen. Zeitweise seien sogar Wechselkurse von 1,0545 USD erreicht worden, obwohl er Anfang Februar noch sein bisheriges Jahreshoch bei 1,0829 USD habe erreichen können. Zur Stunde notiere der Eurokurs bei 1,0620 USD.

Eine ziemlich bemerkenswerte Entwicklung könne die Währung Russlands vorweisen. Im Vergleich zum Euro habe sich der Russische Rubel deutlich verbessern und endlich wieder die psychologisch wichtige Marke von 60,00 Rubel unterschreiten können. So sei er bis auf 59,7941 RUB gestiegen und habe damit so hoch wie zuletzt im Juni 2015 notiert. In der Zwischenzeit habe sich der Devisenkurs in einer Handelsrange zwischen 93,6757 RUB (Januar 2016) und 57,0859 (Juni 2015) bewegt. Aktuell koste der Euro allerdings wieder etwas mehr als 60,00 Rubel.

Die Unsicherheit um den Euro rufe die Fremdwährungsanleihen immer wieder auf den Plan. So hätten einige Anleger die Chance genutzt, um sich in Währungsanleihen zu engagieren. Favorisiert worden seien hierbei Bonds auf US-Dollar, Türkische Lira, Südafrikanische Rand sowie auch Russische Rubel.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 16.02.2017) (17.02.2017/alc/a/a)