Renten: Wunder dauern bei der EZB etwas länger


23.05.19 11:15
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Nein, die Geldpolitik hat nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Aufgrund der gestiegenen Bedeutung des Dienstleistungssektors benötige es aber mehr Zeit, bis sich geldpolitische Schritte auf die Inflation auswirken würden. Dies habe diese Woche EZB-Direktor Benoit Coeure auf einer Konferenz in Genf betont. Oder zugespitzt gesagt: Es dauere eben nur etwas länger, bis die EZB Wunder vollbringen könne.

Bei allem Respekt vor Coeures Expertise seien hiermit aber ein paar Zweifel an dieser Analyse erlaubt. Nicht nur aufgrund des Umfangs des fast 2,6 Bill. EUR schweren Anleihekaufprogramms der EZB könnte man den Eindruck gewinnen, dass die Notenbank an ihre Grenzen gelangt sei, zumindest an eine Glaubwürdigkeitsgrenze. Aber auch die jahrelange Dauer der Nullzinsphase lasse die Fachleute über die Wirkung der expansiven Geldpolitik rätseln. Denn noch immer verharre die Teuerungsrate im Euroraum deutlich unter dem 2%-Ziel der EZB.

Diesbezüglich habe sich auch das niederländische Ratsmitglied Klaas Knot geäußert, der in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung "Corriere della Sera" auf die Diskrepanz zwischen der tatsächlichen Höhe der Inflation und dem angestrebten Ziel hingewiesen habe. Zwar habe im April die Inflation in der Eurozone bei 1,7% nach 1,4% im März gelegen, aber dies hänge sicherlich mit dem Preissprung für Pauschalreisen infolge der späten Osterferien zusammen.

Als eine mögliche Ursache habe Coeure die starren Preise im Dienstleistungssektor ausgemacht, die sich aus dem geringen internationalen Wettbewerb und dem relativ hohen Lohnanteil an den Produktionskosten ergäben. Daher brauche es eben seine Zeit, bis sich geldpolitische Maßnahmen auf die Teuerungsrate niederschlagen würden. Mittelfristig jedoch, wenn immer mehr Firmen ihre Preise im Zuge der verbesserten wirtschaftlichen Bedingungen anpassen würden, würde die Inflation "mit mehr Kraft antworten", sei er überzeugt. Da frage sich nur, was Coeure unter mittelfristig verstehe. Schließlich datiere die letzte Leitzinserhöhung der EZB aus dem Jahr 2011 und mit dem Ankauf von Anleihen sei bereits im März 2015 begonnen worden.

Ein kühnes Angebot sollte es sein, das Theresa May den Abgeordneten des britischen Unterhauses in Sachen Brexit habe vorlegen wollen. Ob es das sein werde, müsse sich aber noch zeigen. Ein Wagnis sei es allemal. Denn nach ihren Vorstellungen solle das Parlament zuerst ihren Brexit-Gesetzentwurf verabschieden, um anschließend über ein zweites Brexit-Referendum abstimmen zu dürfen. Es sei allerdings nicht verwunderlich, dass sich binnen Kürze in den unterschiedlichen Gruppierungen heftiger Widerstand formiert habe.

Um zumindest einige Labour-Abgeordnete für ihren Plan zu gewinnen, werde May laut "Guardian" Garantien für Arbeitnehmerrechte und den Umweltschutz mit in ihr Konstrukt einbauen. Außerdem wolle sie mit "alternativen Arrangements zum Backstopp" die Blockierer in der eigenen Tory-Partei befriedigen. Doch diese Nachbesserungen würden nach ersten Reaktionen immer noch nicht die gewünschte Wirkung zeigen. Insbesondere die nordirischen Unionisten hätten angekündigt, abermals gegen Mays Plan stimmen zu wollen. Inzwischen laufe Theresa May sogar Gefahr, die Abstimmung im Parlament absagen zu müssen. Die logische Konsequenz wäre dann allerdings auch das Verkünden ihres Rücktritts, der nach Informationen der "Times" bereits morgen als letzte Karte ausgespielt werden könnte.

Während Labour-Abgeordnete, die Liberaldemokraten, die Mitglieder von Change UK und die schottische Nationalpartei SNP das konkrete Austrittsabkommen der Bevölkerung zur Abstimmung vorlegen wollten, würden dies die Brexiteers unter den Torys zum "Verrat" an denen hochstilisieren, die bereits 2016 für den Austritt gestimmt hätten - ohne im Detail zu wissen, was dies bedeuten würde. Dies wäre bei Mays jetzigem Plan anders. Immerhin wüssten die Briten dann konkret, für oder gegen was sie stimmen würden.

Was habe D. T., der Unberechenbare, mit dieser Entscheidung wieder im Sinn? Nachdem die USA Strafzölle gegen die Nachbarstaaten Mexiko und Kanada mit sofortiger Wirkung aufgehoben hätten, würden so manche Beobachter schon über eine Wende im Handelsstreit spekulieren. Auch Mexiko und Kanada hätten ihre Gegenmaßnahmen kassiert. Hinzu komme, dass Donald Trump die Strafzölle für Stahleinfuhren aus der Türkei inzwischen halbiert und zugleich Privilegien gestrichen habe.

Einzig die deutsche und die japanische Autoindustrie würden noch befürchten, vom Bann der US-Strafzölle getroffen zu werden. Dabei würden sie auch republikanische Abgeordnete auf ihrer Seite wissen, die wiederholt auf die Investitionen der deutschen und japanischen Hersteller in den USA hingewiesen hätten. Man könne entweder Zölle oder Investitionen haben, aber nicht beides, habe dazu die amerikanische Auto Alliance, eine Handelsgruppe aus internationalen Fahrzeugherstellern gesagt. Immerhin habe Trump die Entscheidung über die für die EU und Japan angedrohten Autozölle um sechs Monate verschoben. Es bestehe aber trotzdem kein Grund, dies als Indiz für ein Einlenken zu deuten, denn schließlich habe der Präsident erneut schwere Vorwürfe erhoben, insbesondere gegen die deutsche Autoindustrie.

Wie die "Financial Times" berichtet habe, könnte inzwischen Donald Trump zur späten Einsicht gelangt sein, dass die "größte Bedrohung" für die USA von China ausgehe. Demnach hätten US-Sicherheitsbehörden Unternehmen unter anderem aus dem Hightech-Bereich vor Geschäften mit China gewarnt und insbesondere auf die Gefahren durch Cyber-Attacken und den Diebstahl geistigen Eigentums hingewiesen, die aus den Geschäften mit China entstehen könnten. Laut dem republikanischen Senator Marco Rubio würden die chinesische Regierung und die kommunistische Partei die "größte langfristige Bedrohung für Wirtschaft und Sicherheit" der Vereinigten Staaten darstellen.

Sollte sich Trump also aufgrund dieser Einschätzung wieder - analog zu Kanada und Mexiko - an ehemalige, verlässliche Handelspartner aus der EU erinnern oder sei er möglicherweise nur noch nicht bereit für Gespräche mit der EU? Spätestens wenn in einem halben Jahr die aufgeschobene Entscheidung über Autozölle anstehe, wisse man mehr. Aber bereits Ende Juni könnte es beim G20 Treffen zu einem Gespräch zwischen dem US-Präsidenten und Chinas Staatschef Xi Jinping kommen. Man könne nur hoffen, dass beide Seiten an einer Kompromisslösung in diesem Handelsstreit interessiert seien.

Die US-amerikanische Notenbank, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern solle, habe gemäß den gestern Abend veröffentlichten Protokollen der jüngsten Sitzung nicht vor, an der bisherigen, ruhigen Gangart in naher Zukunft etwas zu ändern. Auch wenn verschiedene Notenbanker der Meinung gewesen seien, dass die Inflation sich weiter abschwächen könnte, so gebe es auch eine Gruppe, welche den Rückgang der Teuerungsrate als ein vorübergehendes Phänomen ansehe. Geduld sei also angesagt.

Im Zusammenhang mit dem eskalierenden Zollstreit zwischen China und den USA seien immer wieder Überlegungen angestellt worden, einer zu tiefen Inflation mit einer Zinssenkung auf die Sprünge zu helfen. Einer der prominentesten Verfechter dieser Vorgehensweise sei der Chef des FED-Bezirks New York John Williams gewesen, der allerdings bei seiner gestrigen Rede etwas moderatere Töne angeschlagen habe. Seiner Meinung nach bestehe vorerst keinen Bedarf, an der aktuellen Zinspolitik zu rütteln. Sollte sich allerdings die Inflation nicht auf den Zielwert zubewegen, so müsse über eine Anpassung der Zinspolitik nachgedacht werden. Jedoch habe er den Verfechtern einer baldigen Zinssenkung einen verbalen Dämpfer erteilt, indem er betont habe, dass man weder jetzt noch in naher Zukunft an diesem Punkt angelangt sei.

Ab heute werde es spannend, denn die EU-Bevölkerung stimme in den kommenden vier Tagen über die Zusammensetzung des EU-Parlaments ab. Auch wenn es in Europa nach dem 2. Weltkrieg nicht nur friedlich zugegangen sei, so könne man allerdings mit Fug und Recht behaupten, dass 1957 mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und bereits 1951 mit der Montanunion der Grundstein für die längste Friedensphase in Europa gelegt worden sei. Noch seien 28 EU-Staaten in dieser Gemeinschaft miteinander verbunden und nach Schließung der Wahllokale am kommenden Sonntag werde man wissen, ob zukünftig die EU-kritischen Kräfte in Europa das Sagen hätten. Denn sicherlich seien nicht alle EU-Bürger begeistert, was das Bürokratie-Monster EU an Richtlinien erlasse, aber um etwas Gewicht auf die Waage gegenüber den USA, Russland und auch China zu bringen, sei ein "Staatenbund" unabdingbar.

Leider sei es nicht in allen Belangen möglich mit einer Stimme zu sprechen, aber das sollte die Ausnahme bleiben. Unterschiedliche Sichtweisen könnten jedoch auch förderlich sein, wenn daraus Kompromisslösungen entstünden und diese von allen Staaten anschließend umgesetzt würden. Doch daran müsse noch gearbeitet werden, denn u.a. bei der Steuer-, Finanz-, Migrations- und Umweltpolitik seien es oftmals die nationalen Interessen, die den Ton angeben und ein Bild der Uneinigkeit vermitteln würden. Das sei auch sicherlich der Grund dafür, dass die EU von den USA inzwischen nicht mehr als verlässlicher Partner auf Augenhöhe akzeptiert werde. Und nicht zuletzt die Brexit-Tragödie habe in den USA und auch in Russland die EU als eine schwache, mit internen Problemen beschäftigte Gemeinschaft erscheinen lassen.

Obwohl die Briten nicht von Anfang an dabei hätten sein wollen, habe sich nach deren Beitritt schnell die Achse Deutschland-Frankreich-Großbritannien herausgebildet, was als Stabilitätsfaktor nicht zu unterschätzen gewesen sei. Doch inzwischen habe Großbritannien die Scheidungspapiere eingereicht und trotz der unrühmlichen Verhandlungen sowie diverser parlamentarischen Entscheidungen würden sich sowohl Deutschland als auch Frankreich schon bald mit Wehmut an die gute alte Zeit erinnern.

Aber es gebe durchaus nachvollziehbare Gründe für den Austritt Großbritanniens. So sei der Verwaltungsapparat in Brüssel und Straßburg immer mehr aufgebläht worden und verschlinge Unmengen an Geldern. Neben der Überregulierung seitens der EU seien es auch oftmals die fehlende Volksnähe der Abgeordneten des EU-Parlaments sowie der Kommissionsmitglieder, die einen Keil zwischen die Bevölkerung und ihre Vertreter treibe.

Man dürfe also durchaus auf die Höhe der Wahlbeteiligung und die zukünftige politische Ausrichtung gespannt sein, denn diese Abstimmung werde sicherlich viele Protestwähler an die Wahlurnen treiben. Verheerend wäre natürlich, wenn anschließend die EU-Gegner für das Friedenskonzept in Europa verantwortlich zeichnen müssten. Wie Populisten ticken würden und zu welchen Machenschaften sie bereit seien, davon könnten inzwischen die Nachbarn in Österreich ein Lied singen.

Drohe Griechenland ein Rückfall in die Zeiten ausufernder Schulden und einer schrumpfenden Wirtschaftsleistung? Nachdem Premierminister Alexis Tsipras ein Paket aus Steuersenkungen und Rentenerhöhungen durchs Parlament gebracht habe, habe zumindest die Ratingagentur Fitch die Regierung in Athen vor dieser Gefahr gewarnt.

Mit derartigen, 4 Mrd. EUR teuren Wahlgeschenken wolle Tsipras die Chancen seines Linksbündnisses Syriza bei der anstehenden Europawahl aufbessern, nachdem sie in Umfragen deutlich hinter die konservative Oppositionspartei Nea Dimokratia zurückgefallen sei. An den Finanzmärkten komme dies gar nicht gut an. Nachdem die Ratingagentur im Februar die Bonität von Griechenland bei BB- und einem stabilen Ausblick belassen habe, würden deren Analysten nun beklagen, dass die Regierung für das Haushaltsjahr 2019 bereits einige Reformen zurückgedreht habe. Darüber hinaus hätten die nun beschlossenen Wahlgeschenke für eine Verunsicherung über die Umsetzung der finanzpolitischen Ziele gesorgt.

Ähnlich sehe dies auch Klaus Regling, Chef des Euro-Stabilitätsfonds ESM, der größter Gläubiger des Landes sei. So befürchte er, dass Griechenland das mit den Gläubigern vereinbarte Ziel eines Primärüberschusses von 3,5% schon in diesem Jahr reißen werde. Unisono hätten sich auch die OECD, der IWF sowie die EZB geäußert, die Bedenken über das Aufweichen des Sparkurses durch den griechischen Premier angemeldet hätten.

Der Titel einer beliebten Actionkomödie aus den 80er Jahren mit Burt Reynolds "Auf dem Highway ist die Hölle los" könne in dieser Woche mit den Aktivitäten der Unternehmen am Primärmarkt verglichen werden. Ein wahrer Emissionsregen beschere den Investoren somit die Qual der Wahl, obwohl die Mindeststückelung bei allen Anleihen von 100.000 EUR zumeist institutionelle Investoren ansprechen dürfte. So hätten Vodafone Group und Becton Dickinson jeweils 3 neue Bonds emittiert, Tennet Holding habe mit einem Doppelpack glänzen können und Thales, Volkswagen Leasing, TLG Immobilien sowie Volvo Treasury hätten jeweils einen Bond begeben.

Dabei habe das britische Mobilfunkunternehmen Vodafone Group insgesamt 2,5 Mrd. EUR mittels drei neuer Bonds eingesammelt. Die erste 750 Mio. EUR schwere Tranche (ISIN XS2002017361 / WKN A2R2UG) sei am 24.11.2026 fällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 0,9%. Begeben worden sei das Papier zu 99,526%, was einem Emissionsspread von +75 BP über Mid Swap gleichgekommen sei.

Die zweite Anleihe (ISIN XS2002018500 / WKN A2R2UH) habe ein Emissionsvolumen von 1 Mrd. EUR und zahle den Investoren bis zur Fälligkeit am 24.11.2030 einen jährlichen Zins von 1,625%. Der Reoffer habe bei 99,298% (+112 BP über Mid Swap) gelegen. Des Weiteren habe Vodafone einen 20-jährigen Titel (ISIN XS2002019060 / WKN A2R2UJ) mit einem Kupon von 2,5% begeben. Die 750 Mio. EUR habe das Unternehmen bei 98,978% erfolgreich platzieren können, was einem Spread von +160 BP über Mid Swap entsprochen habe.

Das US-amerikanische Medizintechnik Unternehmen Becton Dickinson habe ebenfalls 3 neue Wertpapiere aufgelegt und so spielend 2 Mrd. EUR am Kapitalmarkt einsammeln können. Darunter auch ein 2-jähriger Bond (ISIN XS2002532484 / WKN A2R2UN), der am 04.06.2021 bereits fällig werde. Der Zinssatz sei bei dem 600 Mio. EUR schweren Titel mit 0,174% p.a. festgeschrieben. Der Reoffer habe bei pari gelegen, was einen Spread von +42 BP bedeutet habe.

Die zweite, 4-jährige Anleihe (ISIN XS2002532567 / WKN A2R2UP) zahle seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 04.06.2023 einen jährlichen Zins in Höhe von 0,632%. Emittiert worden sei der 800 Mio. EUR schwere Bond ebenfalls zu 100%, was einem Emissionsspread von +75 BP über Mid Swap gleichgekommen sei. Das Papier sei ab dem 04.05.2023 seitens des Emittenten jederzeit zu 100% kündbar. Weitere 600 Mio. EUR habe Becton Dickinson über 7 Jahre mit einem Zinssatz von 1,208% finanziert.

Die Rückzahlung des Bonds (ISIN XS2002532724 / WKN A2R2UQ) erfolge am 04.06.2026. Ausgegeben worden sei der Bond bei pari (+105 BP über Mid Swap). Auch hier habe sich der Emittent zu einer Kündigungsoption ab dem 04.03.2026 zu 100% entschieden. Ebenfalls seien für alle Bonds eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen aufgenommen worden.

Der niederländische Stromnetzbetreiber Tennet Holding, der im Besitz des Finanzministeriums sei, habe insgesamt 1,25 Mrd. EUR emittiert und das Volumen auf zwei neue Anleihen aufgeteilt. Die ersten 500 Mio. EUR habe das Unternehmen mit Sitz in Arnheim mit einem Bond (ISIN XS2002491780 / WKN A2R2RR), der am 03.06.2030 fällig sei und mit einem jährlichen Zins von 0,875% ausgestattet worden sei, eingesammelt. Ausgegeben worden sei das Papier zu 99,024%, was einen Spread von +45 BP über Mid Swap bedeutet habe. Ein optionales Kündigungsdatum ab dem 03.03.2030 jederzeit zu 100% sowie eine Make Whole Option würden die Emissionsbedingungen abrunden.

Der zweite Bond (ISIN XS2002491863 / WKN A2R2RS) laufe bis zum 03.06.2039 und Tennet Holding zahle den Anlegern dabei bis zur Fälligkeit jährlich 1,5% Zinsen. Das Emissionsvolumen belaufe sich bei diesem Wertpapier auf 750 Mio. EUR und der Reoffer habe bei 98,688% (+63 BP über Mid Swap) gelegen. Auch diese Anleihe sei 3 Monate vor Fälligkeit jederzeit zu 100% kündbar und besitze darüber hinaus noch eine Make Whole Option.

Aber nicht nur diese 3 Konzerne seien am Kapitalmarkt aktiv geworden. So hätten Thales, Volkswagen Leasing, TLG Immobilen sowie Volvo Treasury jeweils einen Bond emittiert. Nennenswert dabei sei das Papier der TLG Immobilen. Das deutsche börsennotierte Unternehmen mit Sitz in Berlin, das sich auf Gewerbeimmobilen spezialisiert habe, habe einen Bond (ISIN XS1843435501 / WKN A2TSCS) begeben und spüle dem Unternehmen damit 600 Mio. EUR in die Kassen. Die Anleger würden für ihr Investment einen jährlichen Kupon von 1,5% erhalten. Fällig werde das Wertpapier am 28.05.2026 und könne seitens des Emittenten ab dem 28.02.2026 jederzeit zu 100% gekündigt werden. Der Reoffer habe bei 98,379% gelegen, was einem Emissionsspread von +160 BP über Mid Swap entsprochen habe. TLG Immobilen habe sich zusätzlich eine Make Whole Option in die Anleihebedingungen schreiben lassen.

Nachdem das Rentenbarometer zum Wochenschluss ein Verlassen des Aufwärtstrends nur knapp habe vermeiden können, habe zum Start in die neue Handelswoche die sehr steil verlaufende Unterstützungslinie nicht mehr den notwendigen Halt bieten können. Dies habe zu einer leichten Korrektur bis 166,33% geführt, die allerdings bereits zur Wochenmitte wieder die Basis für eine Aufwärtsbewegung in Richtung 167% gewesen sei. Im Vorfeld der heute zu veröffentlichenden Daten und dem Ifo-Index würden sich die Akteure am Rentenmarkt zwar grundsätzlich bedeckt, aber auf erhöhtem Niveau halten. Zugleich würden die Marktteilnehmer Ausschläge beim Euro-Bund-Future nach oben bzw. unten nutzen, um Absicherungsmaßnahmen zu tätigen oder zu schließen.

Charttechnisch sei es als positives Zeichen zu werten, dass das Niveau von 166,33% nicht unterschritten worden sei. Dieser Bereich bilde weiterhin ein gewisses Unterstützungspotenzial und nach oben sei die psychologische Marke von 167% als erster Widerstand zu nennen, ein weiterer folge bei ca. 167,41%.

Obwohl die gestrigen Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi bisher keine Auswirkungen auf die Kursentwicklung an den Rentenmärkten gehabt hätten und auch die FED-Minutes nicht Neues ergeben hätten, sei das Sorgenbarometer der Eurozone mit Risk-off-Rückenwind bei ca. 167% in den heutigen Handelstag gestartet, was einer Rendite bei der 10-jährigen Bundesanleihe von ca. -0,10% entspreche.

In den USA würden heute noch 11 Mrd. USD als 10-jährige inflationsindexierte T-Notes refinanziert, nachdem zuvor lediglich T-Bills für insgesamt 178 Mrd. USD mit Laufzeiten von vier, acht und 52 Wochen sowie drei und sechs Monaten zum Kauf angeboten worden seien.

Nachdem in dieser Woche in den Niederlanden der erste AAA-Green-Bond aufgelegt worden sei, stelle sich die Frage, ob das auch irgendwann in den USA ins Repertoire aufgenommen werde. Noch sei es aber nicht soweit. Jedoch werde auch bei dieser Auktion deutlich, wie groß inzwischen der Investorenappetit nach solchen Produkten geworden sei. Angedacht sei seitens des niederländischen Finanzministeriums ein Volumen zwischen 4 und 6 Mrd. EUR gewesen. Eingereicht worden seien Zeichnungsaufträge für mehr als 21 Mrd. EUR und so seien letztendlich 5,985 Mrd. EUR mit einer Endfälligkeit 15.01.2040 (ISIN NL0013552060 / WKN A2R2S4) bei einer Rendite von 0,557% platziert worden. Zum Wochenstart habe bereits die Slowakei zwei Altemissionen (ISIN SK4120011420 / WKN A18W5D, 2031; ISIN SK4120013400 / WKN A19QRP, 2047) um insgesamt 200 Mio. EUR aufgestockt.

Doch auch Deutschland habe zur Wochenmitte die Erhöhung des Emissionsvolumens der aktuellen 10-jährigen Benchmark-Anleihe (ISIN DE0001102465 / WKN 110246) auf der Agenda gehabt. Hierbei seien für die anvisierten 3 Mrd. EUR sogar Kaufaufträge von nominal 4,285 Mrd. EUR aufgegeben worden und davon seien ca. 2,436 Mrd. EUR bei einer gewogenen Durchschnittsrendite von -0,07% zugeteilt worden. Der Differenzbetrag sei zur Marktpflege in den Eigenbestand des Bundes übernommen worden.

Den Schlusspunkt am Euro-Primärmarkt setze in dieser Woche Spanien mit dem heutigen Verkauf von Staatsanleihen, die in fünf, zehn bzw. 15 Jahren endfällig sein würden.

Die europäische Gemeinschaftswährung mache nach wie vor keine großen Sprünge, habe in dieser Woche allerdings etwas Federn lassen müssen. Sei die Einheitswährung noch vor Wochenfrist zeitweise bei Kursen von 1,1263 USD gehandelt worden, so sei der Euro inzwischen unter die Marke von 1,12 USD gefallen und notiere nach der gestrigen Veröffentlichung des FOMC-Protokolls heute Morgen bei ca. 1,1140 USD.

So langsam komme wieder Bewegung in die ewige Brexit-Frage. Am Dienstagnachmittag habe Premierministerin Theresa May ein zweites Referendum ins Spiel gebracht, um ihren Brexit-Deal doch noch durchzubekommen. In einer ersten Reaktion habe das Pfund-Sterling gegenüber dem Euro bis auf 0,8725 GBP zulegen können, um allerdings im weiteren Handelsverlauf wieder alle Gewinne abzugeben. Zur Stunde notiere der Wechselkurs infolge neuer Rücktrittsgerüchte bei ca. 0,8830 GBP und damit fast auf dem Niveau von Mitte Februar.

Obwohl sich die Privatanleger aktuell mit ihren Engagements oftmals zurückhalten würden, seien dennoch Aktivitäten bei einigen Währungsanleihen zu beobachten gewesen. Insbesondere gelte dies für Anleihen auf Norwegische Kronen, Russische Rubel, Türkische Lira, Südafrikanische Rand und US-Dollar.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (23.05.2019/alc/a/a)





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