Schweden-Staatsanleihe in AUD: Immer noch ein Investment wert


07.08.12 16:13
Anleihencheck Research

Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN XS0213526246 / WKN A0DZCD) von Schweden unverändert für ein sehr interessantes Investment für den europäischen Staatsanleihen-Sektor.

Die Währungsanleihe (in AUD), emittiert vom Königreich Schweden, sei mit einem attraktiven Kupon von 5,75% ausgestattet, laufe noch bis zum 03.03.2015 und weise eine anlegerfreundliche Stückelung von 1.000 Australische Dollar (AUD) (entspreche rund 850 Euro) auf. Bei einem aktuellen Kurs von 106,20% biete das Papier eine jährliche Rendite von 3,18%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent seien von der Ratingagentur Moody's mit der Bestnote von "Aaa" bewertet worden. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten nur ein minimales Kreditrisiko.

Wie erwartet beschere die Euro-Schuldenkrise den Märkten einen heißen Sommer. Trotz des positiven Wahlausgangs stehe Griechenland kurz vor der Zahlungsunfähigkeit, dem Safe-haven Deutschland sei ein Downgrade seines Top-Ratings angedroht worden und die Renditen für italienische sowie spanische Staatsanleihen seien zwischenzeitlich auf neue Rekordhochs geklettert. Immerhin habe sich Griechenland am Wochenende mit ausländischen Investoren auf ein neues, milliardenschweres Hilfspaket verständigen können. Und Mario Draghi habe in der letzten Woche nochmals betont, dass er alles tun werde, um den Euro zu retten. Kurzfristig könnte sich die Lage damit etwas entspannen, da wohl die EZB wieder als Käufer am Anleihenmarkt auftreten werde, langfristig könnten sich die angeschlagenen Euro-Staaten aber nur selbst retten.

Für Anleger, die aber weiterhin dem Euro gegenüber pessimistisch eingestellt seien, könnten daher u.a. Fremdwährungsanleihen von erstklassigen Emittenten interessant sein. Diese befänden sich u.a. in Skandinavien, hier seien vor allem Norwegen und Schweden zu nennen.

Zwar könne sich Schweden grundsätzlich der abschwächenden Entwicklung in der Eurozone nicht entziehen, doch hätten die Wachstumsraten nach der kurzen Krise in 2008 deutlich über der der Eurozone gelegen. Dabei bilde der Dienstleistungssektor die wichtigste Säule für Schwedens robuste Wirtschaft. Im letzten Jahr habe diese um gut 4% zulegen können, das Wachstum für dieses Jahr werde auf gut 1% taxiert.

Zuletzt hätten die BIP-Daten Schwedens für das erste Quartal 2012 positiv überrascht. So sei es zu einem BIP-Anstieg um 0,8% gekommen. Dies sei vor dem Hintergrund der schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Europa beachtlich. Und auch das zweite Quartal könne an die gute Entwicklung anknüpfen. Obwohl sich die Wirtschaftsindikatoren für die Eurozone merklich eingetrübt hätten und die Euro-Schuldenkrise die Euro-Länder belaste, habe das Wirtschaftswachstum 2,3% betragen. Die schwedische Notenbank habe angekündigt, vor dem Hintergrund der unsicheren Entwicklung in Europa den Leitzins vorerst unverändert belassen zu wollen.

Die Analysten von db research hätten ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft für 2012 von 3,5% auf 3,2% zurückgenommen, würden jedoch für 2013 eine Erholung auf 4% erwarten. Und das Außenwirtschaftsportal iXPOS erwarte für Schweden für dieses Jahr ein stabiles BIP-Wachstum von 1,6%. Sollte die erwartete Belebung der Weltwirtschaft einsetzen, sei somit für 2013 mit einem weiteren BIP-Anstieg zu rechnen.

Damit sollte sich Schweden weitaus besser als viele Länder in Europa entwickeln. Zudem überzeuge das Land durch eine geringe Staatsverschuldung, eine niedrige Inflation und eine stabile Regierung.

Insgesamt erscheint den Analysten von Anleihencheck Research die o.a. Anleihe von Schweden als eine durchaus interessante Anlagealternative für clevere Anleger. Der Clou des Papiers bestehe darin, dass es auf die Währung AUD laute. Der "Aussie" zähle neben der Norwegischen (NOK), der Schwedischen Krone (SEK) dem CHF und dem US-Dollar derzeit zu den sichersten Weltwährungen. Eine Schweden-Staatsanleihe auf SEK liege aber rund 2 Prozentpunkte unter der o.a. Anleihe. Zwar bestehe grundsätzlich ein Währungsrisiko, doch eine größere Abwertungsgefahr des Euro gegenüber dem AUD sehe man momentan nicht. Im Gegenteil, der AUD könnte gegenüber dem Euro durchaus noch weiter zulegen, was die Rendite der Währungsanleihe zusätzlich steigern würde. (Analyse vom 07.08.2012) (07.08.2012/alc/a/a)


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