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Türkei-Krise belastet Schwellenländer
17.08.18 11:45
Börse Stuttgart
Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Lage in der Türkei spitzt sich immer weiter zu und die Nervosität an den Märkten steigt: Nachdem sich die Lira in der vergangenen Woche bereits auf Talfahrt begab, ist sie zum Wochenstart auf ein neues Rekordtief gegenüber dem Euro und dem US-Dollar gefallen, so die Börse Stuttgart.
In der Spitze hätten für einen Euro circa 8 Lira bezahlt werden müssen. Auch die Rendite zehnjähriger türkischer Staatsanleihen in US-Dollar sei erneut angestiegen und habe am Montagmorgen kurzzeitig bei 10 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Anfang August seien es noch 7 Prozent gewesen. Doch Investoren würden sich aufgrund der Krise nicht nur aus der Türkei zurückziehen, sondern zunehmend auch aus anderen Schwellenländern: Der Brasilianische Real sowie der Argentinische und der Mexikanische Peso seien zum Wochenstart ebenfalls unter Druck geraten. Der Südafrikanische Rand sei auf den tiefsten Stand seit Mitte 2016 gefallen, die Indische Rupie sei auf ein Rekordtief gerutscht, der Russische Rubel auf den tiefsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Das spiegele auch der Leitindex für Schwellenländerwährungen wider - der "MSCI Emerging Markets Currency Index" sei am Montag auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen.
Auch Auswirkungen auf den Anleihemarkt seien sichtbar gewesen: Die Renditen der Staatsanleihen dieser Länder seien zeitgleich ebenfalls angestiegen. Im Laufe der Woche hätten sich schließlich die Lira sowie die Kurse türkischer Staatsanleihen wieder etwas erholt. Die Rendite zehnjähriger türkischer Staatsanleihen in US-Dollar sei bis zum Donnerstag wieder auf 8,5 Prozent gesunken.
Aufgrund der hohen Unsicherheit der Investoren seien türkische Staatsanleihen in Euro und US-Dollar diese Woche wieder verstärkt umgesetzt worden: An der Börse Stuttgart hätten türkische Staatsanleihen (ISIN US900123CB40 / WKN A1HJLG; ISIN US900123CG37 / WKN A1ZDS6; ISIN US900123BG46 / WKN A1AR3B; ISIN US900123CM05 / WKN A19HB3; ISIN XS0503454166 / WKN A1AWC6) zu den Umsatzspitzenreitern gezählt. Stark nachgefragt seien in Stuttgart Fremdwährungsanleihen in Türkischer Lira (ISIN XS0318345971 / WKN A0N19L; ISIN XS1115184753 / WKN A1ZQN1; ISIN XS1075219763 / WKN A1ZKHL; ISIN XS1059896016 / WKN A1ZG58; ISIN XS1566126345 / WKN A19DB6) gewesen.
Haupttreiber des erneuten Lira-Verfalls zum Wochenbeginn sei die Erhöhung der US-Strafzölle auf Stahl gegen die Türkei von 25 auf 50 Prozent gewesen. Der Streit zwischen den USA und der Türkei weite sich immer weiter aus: Jüngst habe Präsident Erdogan seine Landsleute unter anderem zum Boykott gegen US-Produkte aufgerufen. Zudem habe die Türkei zur Wochenmitte ihrerseits Strafzölle auf Produkte aus den USA verhängt. US-Finanzminister Mnuchin wiederum habe am Donnerstag mit weiteren Sanktionen gegen die Türkei gedroht, sollte der unter Hausarrest stehende US-Pastor Brunson nicht bald freigelassen werden.
Eine Entspannung im Streit scheine derzeit nicht in Sicht. Die türkische Regierung wolle nun die Märkte mit einem Aktionsplan für die Wirtschaft beruhigen und den Kursverfall der Lira stoppen, wie Finanzminister Berat Albayrak via Twitter angekündigt habe. Denn mit Blick auf den Jahresverlauf seien die Verluste der Lira dramatisch: Zum Dollar würden sie seit Januar knapp 40 Prozent betragen, zum Euro rund 38 Prozent. Als erste Maßnahme habe die Türkische Zentralbank am Montag den Geldinstituten des Landes eine ausreichende Liquiditätsversorgung versprochen. Unterstützung komme auch von Katar: Am Mittwoch habe der Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, Präsident Erdogan Direktinvestitionen im Volumen von 15 Milliarden Dollar zugesagt. Die Lira habe daraufhin am Donnerstag noch einmal aufgewertet. (17.08.2018/alc/a/a)
In der Spitze hätten für einen Euro circa 8 Lira bezahlt werden müssen. Auch die Rendite zehnjähriger türkischer Staatsanleihen in US-Dollar sei erneut angestiegen und habe am Montagmorgen kurzzeitig bei 10 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Anfang August seien es noch 7 Prozent gewesen. Doch Investoren würden sich aufgrund der Krise nicht nur aus der Türkei zurückziehen, sondern zunehmend auch aus anderen Schwellenländern: Der Brasilianische Real sowie der Argentinische und der Mexikanische Peso seien zum Wochenstart ebenfalls unter Druck geraten. Der Südafrikanische Rand sei auf den tiefsten Stand seit Mitte 2016 gefallen, die Indische Rupie sei auf ein Rekordtief gerutscht, der Russische Rubel auf den tiefsten Stand seit fast zweieinhalb Jahren. Das spiegele auch der Leitindex für Schwellenländerwährungen wider - der "MSCI Emerging Markets Currency Index" sei am Montag auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr gefallen.
Aufgrund der hohen Unsicherheit der Investoren seien türkische Staatsanleihen in Euro und US-Dollar diese Woche wieder verstärkt umgesetzt worden: An der Börse Stuttgart hätten türkische Staatsanleihen (ISIN US900123CB40 / WKN A1HJLG; ISIN US900123CG37 / WKN A1ZDS6; ISIN US900123BG46 / WKN A1AR3B; ISIN US900123CM05 / WKN A19HB3; ISIN XS0503454166 / WKN A1AWC6) zu den Umsatzspitzenreitern gezählt. Stark nachgefragt seien in Stuttgart Fremdwährungsanleihen in Türkischer Lira (ISIN XS0318345971 / WKN A0N19L; ISIN XS1115184753 / WKN A1ZQN1; ISIN XS1075219763 / WKN A1ZKHL; ISIN XS1059896016 / WKN A1ZG58; ISIN XS1566126345 / WKN A19DB6) gewesen.
Haupttreiber des erneuten Lira-Verfalls zum Wochenbeginn sei die Erhöhung der US-Strafzölle auf Stahl gegen die Türkei von 25 auf 50 Prozent gewesen. Der Streit zwischen den USA und der Türkei weite sich immer weiter aus: Jüngst habe Präsident Erdogan seine Landsleute unter anderem zum Boykott gegen US-Produkte aufgerufen. Zudem habe die Türkei zur Wochenmitte ihrerseits Strafzölle auf Produkte aus den USA verhängt. US-Finanzminister Mnuchin wiederum habe am Donnerstag mit weiteren Sanktionen gegen die Türkei gedroht, sollte der unter Hausarrest stehende US-Pastor Brunson nicht bald freigelassen werden.
Eine Entspannung im Streit scheine derzeit nicht in Sicht. Die türkische Regierung wolle nun die Märkte mit einem Aktionsplan für die Wirtschaft beruhigen und den Kursverfall der Lira stoppen, wie Finanzminister Berat Albayrak via Twitter angekündigt habe. Denn mit Blick auf den Jahresverlauf seien die Verluste der Lira dramatisch: Zum Dollar würden sie seit Januar knapp 40 Prozent betragen, zum Euro rund 38 Prozent. Als erste Maßnahme habe die Türkische Zentralbank am Montag den Geldinstituten des Landes eine ausreichende Liquiditätsversorgung versprochen. Unterstützung komme auch von Katar: Am Mittwoch habe der Emir von Katar, Tamim bin Hamad al-Thani, Präsident Erdogan Direktinvestitionen im Volumen von 15 Milliarden Dollar zugesagt. Die Lira habe daraufhin am Donnerstag noch einmal aufgewertet. (17.08.2018/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 57,48 $ | 75,121 $ | - $ | 0,00% | 17.04./15:49 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| US900123CB40 | A1HJLG | 77,57 $ | 67,26 $ | |
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