USA: Prognose zur Entwicklung des Leitzinssatzes deutlich nach unten revidiert


21.03.16 08:30
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Für einen Paukenschlag sorgte die US-Notenbank am Mittwoch, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Zwar habe sie den Leitzinssatz unverändert bei 0,25% bis 0,50% belassen, allerdings seien die geldpolitische Stellungnahme sowie die Pressekonferenz mit FED-Präsidentin Janet Yellen überraschend "taubenhaft" ausgefallen. Trotz der unverändert sehr guten Arbeitsmarktentwicklung, der jüngsten positiven Konjunkturdaten, der sich verdichtenden Anzeichen zunehmenden Preisdrucks sowie der deutlichen Erholung an den Finanzmärkten würden bei den Währungshütern offenbar weiter Sorge und Pessimismus vorherrschen.

Hauptursache dieser Sorgen sei die vermeintliche unerwartete Schwäche der globalen Konjunktur. Die Sorgen der FOMC-Mitglieder hätten sich in der Reduktion des bis Ende 2016 als angemessen angesehenen Ausmaßes der Leitzinsanhebungen niedergeschlagen. Statt um bisher 100 Basispunkte solle der Leitzins nur noch um 50 Basispunkte steigen. 2017 würden unverändert Zinsschritte um in Summe 100 Basispunkte erwartet. Dadurch sinke die für Ende 2017 prognostizierte Leitzinsspanne von 2,25% bis 2,5% auf 1,75% bis 2,0%.

In Reaktion auf die neuerliche Anpassung des erwarteten Leitzinspfades nach unten hätten die Analysten ihre Prognose zur Entwicklung des Leitzinssatzes, der Geldmarktsätze sowie der Rendite amerikanischer Staatsanleihen deutlich nach unten revidiert. An ihrer Einschätzung einer Aufwertung des Dollar zum Euro bis Jahresende würden die Analysten festhalten, wenngleich diese etwas weniger stark ausgeprägt ausfallen dürfte als bisher angenommen. Die beiden von der FED in Aussicht gestellten Zinsanhebungen in diesem Jahr würden die Analysten im Juni und im Dezember erwarten.

Die Analysten seien bisher schon der Meinung gewesen, die Prognosen der Währungshüter hinsichtlich der erwarteten Entwicklung von Arbeitslosenquote und Inflation seien deutlich zu vorsichtig. Es gebe bereits jetzt Anzeichen für eine beginnende Überauslastung am Arbeitsmarkt. Zudem nehme der unterliegende Verbraucherpreisauftrieb, die Kernrate, seit einiger Zeit zu.

Sollten die Währungshüter die geldpolitische Normalisierung tatsächlich so langsam vorantreiben wie jetzt in Aussicht gestellt, dürften diese Entwicklungen nahezu ungebremst weitergehen. Die Analysten würden darin ein hohes Risiko von durch die Geldpolitik initiierten Fehlentwicklungen in der Realwirtschaft und an den Finanzmärkten sehen, deren Korrektur in einigen Jahren schwerwiegende Folgen haben könnte. (Ausgabe vom 18.03.2016) (21.03.2016/alc/a/a)






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