Unternehmensanleihe Fresenius: Top in der B-Note


17.04.12 09:55
Wirtschaftswoche

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Experten der "Wirtschaftewoche" halten die Unternehmensanleihe (ISIN XS0759200321 / WKN A1G2YM) von Fresenius Finance B.V. für ein gutes Angebot.

Die Unternehmensanleihe sei mit einem Kupon von 4,25 % ausgestattet und werde am 15.04.2019 zur Rückzahlung fällig. Bei einem aktuellen Kurs von 101% rentiere das Zinspapier mit 4,11%.

Der Gesundheitskonzern gelte als Gewinner der Krankenhaus-Privatisierung und habe im vergangenen Jahr fast 3 Mrd. EUR für Zukäufe ausgegeben. Zwar hätten die Konzerneigenen 65 Kliniken in 2011 nur 10% des gesamten EBITs erwirtschaftet, dennoch liege die Gewinnwachstumsrate hier mit 15% am höchsten. Die Privatisierung kommunaler Krankenhäuser schreite auch in diesem Jahr fort und Fresenius dürfte über die Tochter Helios auch weiter zukaufen. Die Experten würden davon ausgehen, dass der Konzern dank der größeren Einkaufsmacht und effizienter Organisation mit diesem Kliniken gutes Geld verdienen könne.

Mit der weiteren Ausdehnung des Klinikgeschäftes könne das Management auch die Gewichtungen innerhalb des Konzern weiter verändern. Denn zur Zeit werde mehr als die Hälfte des Umsatzes von 16,5 Mrd. EUR durch das Dialysegeschäft der Tochter Fresenius Medical Care generiert. Diese Entwicklung im Klinikgeschäft dämpfe etwas die Einseitigkeit, auch wenn Fresenius Medical Care mit einem Umsatz von 9,2 Mrd. EUR ein stabiles Geschäft in den USA und hohe Wachstumsraten in den Schwellenländern zugestanden werde.

Die Aktivitäten der Sparte Biotechnologie hätten dem Konzern bisher nur zu 30 Mio. EUR Jahresumsatz verholfen. Es sei denkbar, dass dieses Segment in diesem Jahr veräußert werden könnte. Als Geldesel werde derzeit die Tochter Kabi angesehen, die für ein Drittel des Gewinns vor Steuern und Zinsen verantwortlich zeichne. Mit Infusionslösungen, künstlicher Ernährung und medizintechnischer Ausrüstung profitiere der Konzern hier von den Wachstumsraten in den Schwellenländern sowie vom Einsatz dieser Produkte in den an Zahl zunehmenden, eigenen Helios-Kliniken.

Aufgrund der hohen Verschuldung des Konzerns werde die o.a. Unternehmensanleihe von Standard&Poor's als spekulativ erachtet, erhalte dennoch ein gutes "BB+"-Rating.

Da das Geschäftsmodell von Fresenius auf ein langfristiges Wachstum angelegt ist, halten die Experten der "Wirtschaftswoche" die mit der o.a. Unternehmensanleihe von Fresenius Finance B.V. erlösbare Rendite von 4,1% für ein gutes Angebot. (Ausgabe 16) (17.04.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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