Unternehmensanleihe Lenzing: Rendite mit Fasern für die Welt


25.04.12 11:00
Wirtschaftswoche

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Experten der "Wirtschaftswoche" sehen in der Unternehmensanleihe (ISIN AT0000A0K2K7 / WKN A1A1DF) von Lenzing einen interessanten Spezialwert für ein zinsorientiertes Depot.

Die Unternehmensanleihe trage einen Kupon von 3,875% und werde am 27.09.2017 zur Rückzahlung fällig. Bei einem aktuellen Kurs von 103,90% liege die Rendite bei 3,26%.

Das österreichische Unternehmen Lenzing sei aus einer 1892 gegründeten Papierfabrik entstanden und mit 770 Tsd. Tonnen Jahresproduktion und einem Marktanteil von 17% der führende Hersteller von industriell gefertigten Zellstofffasern. Neben dem zentralen Standort in Österreich unterhalte der Konzern nahe an den wichtigsten Produktions- und Absatzmärkten, wie etwa in den USA, China oder Indonesien, eigene Werke. Zum Kundenkreis würden Hersteller feiner Gewebe aus den Bereichen Hygiene, Medizin und Haushalt sowie die Textilindustrie zählen. In diesen Bereichen führe die wachsende Weltbevölkerung zu einer anhaltend steigenden Nachfrage.

Nach Schätzungen des Beraterinstitutes Gherzi werde das Geschäft mit Zellstofffasern bis 2020 im Schnitt um 9% pro Jahr wachsen. Zellstoff profitiere u.a. davon, dass bei den Konkurrenzprodukten Baumwolle und chemisch hergestellter Synthesefasern, einerseits die Anbauflächen (Baumwolle) kaum erweiterbar seien und andererseits ein hoher Ölpreis (Synthesefasern) laste. Wenngleich Lenzing auch steigende Preise beim Rohstoff Holz habe verkraften müssen, sei es dem Unternehmen dennoch gelungen, im vergangenen Jahr Preiserhöhungen bei den Faser durchzusetzen. Der Rekordgewinn des Vorjahres von netto 259 Mio. EUR dürfte dieses Jahr aufgrund sinkender Faserpreise nicht erreicht werden und bei nur rund 200 Mio. EUR liegen. Aber die starke Marktposition und eine anziehende Produktion sollten in den kommenden Jahren wieder zu ansteigenden Gewinnen führen.

Zwar verfüge die o.a. Unternehmensanleihe über kein eigenes Rating, allerdings komme dem Papier der Umstand zugute, dass Lenzing seit einem Jahr an der Wiener Börse im Prime Market gehandelt werde und damit unter die erhöhten Transparenzpflichten falle. Die Experten sähen die Bilanz des Unternehmens mit einer Eigenkapitalquote von 45% als solide an. Die Nettoschulden von 159 Mio. EUR entsprächen weniger als der Hälfte des Gewinns vor Steuern, Zinsen, Abschreibung und Amortisation.

Nach Ansicht der Experten der "Wirtschaftswoche" bietet sich die o.a. Unternehmensanleihe von Lenzing als interessantes Spezialinvestment an. (Ausgabe 17) (25.04.2012/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.