Unternehmensanleihen mit guter Rendite und kürzerer Laufzeit gesucht


07.10.13 13:56
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Die Eurokrise geht weiter, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Die Zeit für den Ausstieg aus der EZB-Krisenpolitik sei noch längst nicht gekommen. Dieser Überzeugung sei EZB-Direktor Jörg Asmussen, der versichere, die expansive Geldpolitik werde von der Notenbank "so lange wie nötig" anhalten. Warum das so sei, zeige sich in Südeuropa. Deute man die Zeichen richtig, die der Merkel-Vertraute Christoph Schmidt aussende, bereite Angela Merkel die Öffentlichkeit darauf vor, in den kommenden Monaten weitere Hilfsmilliarden für die Länder Südeuropas bereitstellen zu müssen, damit diese - endlich - notwendige Reformen durchführen könnten. Denn dies sei immer noch nicht in der Weise geschehen, wie es nötig wäre.

Es mache sich angesichts zarter Fortschritte gar eine "gewisse Selbstzufriedenheit" breit, kritisiere der Chef der Wirtschaftsweisen und Merkel-Berater, Christoph Schmidt. Dabei wäre eigentlich weitere Reformbereitschaft angebracht. Doch weil die angeschlagenen Südländer immer noch auf die Hilfe der EZB angewiesen seien, so folgere Schmidt weiter, müsse Deutschland diesen Ländern, die noch nicht unter den europäischen Rettungsschirmen säßen, stärker unter die Arme greifen.

Deutschland müsse nicht nur fordern, sondern auch fördern. Na ja, und dies könnte laut Schmidt über die Vergemeinschaftung von Schulden gelingen, nach dem Motto "Führt ihr endlich Reformen durch, dann bieten wir einen begrenzten Schuldentilgungsfonds an". Damit wäre eine Schuldenunion festgezurrt. Und am Ende könnte der Schuldentilgungsfonds durch Steuererhöhungen, die derzeit im Mittelpunkt der Sondierungsgespräche der möglichen Koalitionäre in Deutschland stünden, finanziert werden. Nachtigall, ick hör‘ dir trapsen.

Es sei ja auch nicht alles so einfach in der Eurozone. In Lissabon etwa habe das oberste Gericht die Arbeitsmarktreform zum 2. Mal zurück gepfiffen. Beschäftigte mit mehr Dienstjahren seien jetzt wieder besser geschützt.

Mehr Zeit brauche es auch in Griechenland. Die Troika der internationalen Geldgeber gewähre Athen einen Aufschub für den "Abschluss der technischen Reformarbeit", was die Auszahlung der nächsten Hilfsgelder gefährden könnte.

Ein kleiner Lichtblick komme indessen von der italienischen Regierung: Italiens Regierungschef Enrico Letta gewinne die Vertrauensabstimmung im Senat klar. Die Aufgaben, die auf ihn warten würden, aber seien überwältigend. 40% der jungen Italiener seien ohne Job. Dem IWF schwane, Rom werde das Haushaltsdefizit 2013 nicht unter 3% drücken können.

Frankreichs Staatsverschuldung werde indessen wohl einen Rekordstand erreichen. Die Regierung rechne mit einer Summe von 1,95 Bil. EUR und werde damit ihr Versprechen gegenüber der EU brechen.

Und Spanien? Der Schuldenberg werde bis Ende 2014 erstmals in der Geschichte den Wert von einer Billion Euro überschreiten = 99,8% des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) ihr Billiggeld-Versprechen am gestrigen Mittwoch erneuert habe, würden Zinspapiere von soliden Emittenten mit halbwegs ordentlicher Rendite vielen Anlegern als weiterhin attraktiv gelten. Unter anderem habe vor diesem Hintergrund eine Medium Term Note (ISIN DE000A1TNK86 / WKN A1TNK8) von Daimler mit Laufzeit 4/2020 und einer Rendite von ca. 2,05% im Mittelpunkt des Interesses der Investoren gestanden. Ebenso gefragt sei eine unbefristet laufende Nachranganleihe (ISIN XS0304987042 / WKN A0N4EX) der Münchner Rück und eine nachrangige Floating-Rate Hybrid-Anleihe (ISIN XS0968913342 / WKN A1VCZQ) von Volkswagen gewesen.

Unter den Anleihen von Emittenten, die nicht unbedingt ein Topratinng aufweisen würden, aber aufgrund ihrer noch relativ kurzen Laufzeiten und ihrer sehr ordentlichen Renditen die Aufmerksamkeit der Anleger gefunden hätten, seien HapagLloyd (ISIN XS0545329624 / WKN A1EWQC) mit Laufzeit 10/2015 und rund 6,5% Rendite sowie Schaeffler, die bis 7/2017 laufe und mit rund 4,3% rentiere, herausgestochen. Allerdings müsse hierbei darauf hingewiesen werden, dass ein solcher Rendite-Pickup nur mit einem deutlich erhöhten Risiko möglich sei!

Die Europäische Zentralbank (EZB) habe am gestrigen Mittwoch Ihre Mitglieder des Zentralbankrats nach Paris zur Sitzung eingeladen. Wie von den meisten Marktbeobachtern erwartet, seien die Leitzinsen und auch die Sprachregelung nicht angepasst worden. Somit hätten die Pressevertreter vermelden können: "Nichts Neues aus Paris!" Alle Erläuterungen des EZB-Präsidenten Mario Draghi sollten den Investoren das Gefühl geben, dass man bereit sei, alles Erdenkliche zum Erhalt der Eurozone zu tun.

Worte wie "akkommodierend" seien aus dem Sprachgebrauch eines Notenbankers nicht mehr wegzudenken. Auch die Aussage, dass man bereit sei, alle möglichen Instrumente am Geldmarkt anzuwenden, deute nicht auf den Einstieg vom Ausstieg hin. Denn die wirtschaftliche Lage sei in Gesamteuroland noch zu instabil, um über eine Anhebung der Leitzinsen nachzudenken. Vor diesem Hintergrund sei sogar eine erneute Senkung der Leitzinsen noch möglich - ein Aspekt, der auf der gestrigen Sitzung ebenfalls ein Thema gewesen sei.

Somit müssten sich die Investoren weiterhin auf niedrige Zinsen einstellen, denn die Krise sei noch lange nicht beendet. Und niemand könne wissen, was die Bankenstresstests noch zu Tage fördern würden. Daher sei man bei der EZB gut beraten, das noch verbliebene Pulver trocken zu halten.

Internationale Konzerne hätten in dieser Woche massenweise den Kapitalmarkt angezapft. Hera Spa, ein italienischer Versorger, habe eine 8-jährige Anleihe (Fälligkeit 10/2021) emittiert. Der Kupon betrage 3,25%. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN nicht bekannt/ WKN A1HRRP) bei +150 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe liege bei 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,398% festgestellt worden.

Rentokill, einer der weltweit größten Dienstleister im Bereich Schädlingsbekämpfung, habe ebenfalls eine 8-jährige Anleihe (ISIN XS0976892611 / WKN A1HRTE) emittiert, die 10/2021 fällig werde. Der Kupon betrage 3,25%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +157 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 350 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,054% festgestellt worden.

Auch Origin Energy, ein australischer Energieversorger mit Sitz in Sydney, habe eine 8-jährige Anleihe mit Fälligkeit 10/2021 begeben. Der Emittent zahle einen Kupon von 3,50% bei einem Volumen von 800 Mio. EUR. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN XS0976223452 / WKN A1HRPY) bei +175 bps über Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,684% entsprochen habe.

UCB, ein belgisches Pharma- und Biotechnologieunternehmen, habe sich mittels einer kürzeren 8-jährigen Anleihe refinanziert, die nur bis 1/2021 laufe. Der Kupon liege bei 4,125%. Gepreist worden sei die Anleihe (ISIN BE0002442177 / WKN A1HRTF) bei +245 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe umfasse 350 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,944% fixiert worden.

Kering, eine auf Handel und Luxusgüter spezialisierte französische Holdinggesellschaft mit Sitz in Paris, habe eine 5-jährige Anleihe (ISIN FR0011584929 / WKN A1HRU8) mit Fälligkeit 10/2018 und einem Kupon von 1,875% emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +70 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,703% festgestellt worden.

Transurban, ein australisches Industrieunternehmen, habe eine 7-jährige Anleihe (ISIN XS0977502110 / WKN A1HRU9) mit Fälligkeit 10/2020 und einem Kupon von 2,50% emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +97 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe liege bei 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,304% festgestellt worden.

Deutsche Post, ein deutsches Post-/Dienstleistungs-Unternehmen, habe eine 5-jährige Anleihe mit Fälligkeit 10/2018 und eine 10-jährige Anleihe mit Fälligkeit 10/2023 emittiert. Die Kupons lägen bei 1,50% bzw. 2,75%. Gepreist worden sei die 5-jährige Anleihe (ISIN XS0977500767 / WKN A1R04Z) mit einem Volumen von 500 Mio. EUR bei +43 bps über Mid Swap, der Emissionspreis habe somit bei 99,205% gelegen. Die 10-jährige Anleihe (ISIN XS0977496636 / WKN A1R040) sei bei +75 bps über Mid Swap gepreist worden. Das Volumen liege ebenso bei 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis habe 99,277% betragen.

Unibail Rodamco, ein französisches Immobilien- und Investment-Unternehmen, habe eine 5-jährige Anleihe emittiert, fällig 10/2018. Der Kupon betrage 1,875%. Gepreist worden sei die Anleihe bei +68 bps über Mid Swap. Das Volumen der kündbaren Anleihe (ISIN XS0978619194 / WKN A1HRW9) betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis habe bei 99,712% gelegen.

Suez Environment, ein börsennotierter französischer Konzern in der Umweltbranche, habe eine 10-jährige Anleihe mit Fälligkeit 10/2023 und einem Kupon von 2,75% emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +77 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe (ISIN FR0011585215 / WKN A1HRYA) betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,012% festgestellt worden.

Deutsche Annington, ein deutsches Immobilienunternehmen, habe eine 8-jährige Anleihe mit Fälligkeit 10/2021 und einem Kupon von 3,625% emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe bei +195 bps über Mid Swap. Das Volumen der Anleihe (ISIN DE000A1HRVD5 / WKN A1HRVD) betrage 500 Mio. EUR. Der Emissionspreis sei mit 99,843% ermittelt worden.

Eandis, ein belgischer Versorger, habe eine 10-jährige Benchmark-Anleihe im Volumen von 500 Mio. EUR emittiert. Gepreist worden sei die Anleihe mit einem Kupon von 2,875% bei einem Spread von +85 bps gegenüber Mid Swap, was einem Emissionspreis von 99,359% entsprochen habe.

Man müsse sich schon fragen, ob das, was die Hardliner der Republikaner in den USA mit ihrer Blockadehaltung im Haushaltsstreit durchsetzen wollten, noch mit Demokratie zu tun habe. So wolle der harte Kern der so genannten Tea Party Bewegung mit ihrem Nein zum US-Budget die bereits beschlossene Einführung der Gesundheitsreform verschieben, wenn nicht gar kippen und nehme dafür die Nation als Geisel. Die Versuche der Republikaner, Obamas Gesundheitsreform im Zuge der Etatverhandlungen scheibchenweise zu zerlegen, habe der Präsident als "ideologischen Kreuzzug" kritisiert, bei dem es nicht um Staatsdefizite, Ausgaben oder Budgets gehe.

So müssten sich die US-Bürger auf einen längeren Verwaltungsstillstand der größten Volkswirtschaft der Welt einstellen. 800.000 Staatsdiener würden zunächst unbezahlt zu Hause sitzen. Darunter seien auch Mitarbeiter der offiziellen Statistikbehörde, weshalb es sein könne, dass die für Freitag vorgesehene Veröffentlichung der US-Wirtschaftsdaten ins Wasser falle. Seit Beginn des Haushaltsjahres am 1. Oktober stehe die Regierung nun ohne Budget da. Und es sei zu befürchten, dass dieser Zustand länger als beim letzten Mal, vor 17 Jahren, als der "Government Shutdown" 26 Tage gedauert habe, anhalten werde.

Denn nun drohe der aktuelle Etatstreit mit der bevorstehenden Diskussion um die Erhöhung der Schuldenobergrenze des Staatshaushalts, die Mitte Oktober anstehe, vermengt zu werden. Bis zum 17. Oktober müsse der Kongress die Schuldengrenze von derzeit 16,7 Bil. US-Dollar erhöhen. Sollte diese Maßnahme ebenfalls scheitern, drohe dem Land die Zahlungsunfähigkeit. Die Auswirkungen des aktuellen Verwaltungsstillstandes in den USA würden US-Kenner als überschaubar einstufen.´

Ein ungleich größeres wirtschaftliches Risiko für die USA und die gesamte Weltwirtschaft aber liege in der Zahlungsunfähigkeit des Staates. Diese Befürchtung liege auch der an den Märkten um sich greifenden Annahme zugrunde, die FED werde nun den Einstieg in den Ausstieg aus der Politik des ultralockeren Geldes ("Tapering") weiter verschieben. Je unklarer die Lage, desto weniger wahrscheinlich werde eine Straffung der geldpolitischen Zügel. Bedroht sei dadurch auch das prestigeträchtige AAA-Rating der USA.

Die von den Erzkonservativen der populistischen Tea Party Bewegung, die nur etwa 50 der 232 republikanischen Abgeordneten stellen würden, so vehement bekämpfte Gesundheitsreform erlebe unterdessen einen immensen Ansturm. Laut "New York Times" hätten sich Millionen Amerikaner für die neuen Internet-Auftritte der staatlichen Gesundheitsdienste interessiert. Online-Anträge für Krankenversicherungen hätten gar die Server lahmzulegen gedroht. Dies zeige, dass die anarchistisch anmutende Blockadehaltung der Tea-Party-Bewegung offenbar die Bedürfnisse und Interessen der Menschen aus den Augen verloren habe.

Vor nicht allzu langer Zeit habe man sich innerhalb der EU über das neue Haushaltsbudget geeinigt. Damals hätten die EU-Abgeordneten zusätzliche 11 Mrd. EUR für 2013 gefordert, um im Gegenzug dem 7-Jahres-Budget zuzustimmen. Zähneknirschend seien seitens der Abgeordneten 7,3 Mrd. EUR akzeptiert worden, was von den "knallharten" Verhandlungsführern bei den Staats- und Regierungschefs als Erfolg gefeiert worden sei.

Nun sei aber festgestellt worden, dass im diesjährigen Haushalt dennoch ein Fehlbetrag von ca. 3,9 Mrd. EUR entstanden sei. Dieses Geld werde benötigt, um noch offene Rechnungen von 2013 zu bezahlen. Da es sich also nun schon um den zweiten Nachtragshaushalt für 2013 handle, sei die Bemerkung erlaubt, dass man auch in Brüssel über seine Verhältnisse lebe!

Mit der Genehmigung der zusätzlichen 3,9 Mrd. EUR wäre das ursprünglich anvisierte Ziel sogar leicht überschritten. Ein gelebtes Beispiel für die Verdeutlichung von Theorie und Praxis. Denn es sei schon grotesk, immer wieder den Südeuropäern zu predigen, dass sie sparen müssten und gleichzeitig lernen sollten, sich nach der zur Verfügung stehenden Decke zu strecken. Und jetzt das! Die Regierungen der Mitgliedsländer seien gezwungen, eine Finanzspritze für Brüssel zu beschließen, da dort so schlecht gewirtschaftet worden sei. Durch solche Aktionen leide auch die Glaubwürdigkeit des EU-Präsidenten José Manuel Barroso!

Das dürfte deutsche Steuerzahler interessieren. Die EZB setze der Bundesregierung ein Ultimatum. Demnach gebe es die europäische Bankenaufsicht erst dann, wenn die Steuerzahler für Notkredite an Pleitekandidaten garantieren würden. Denn eins scheine jetzt schon klar: Die bevorstehenden Stresstests dürften Bilanzlücken offenbaren, die die Krise in Europa wieder verschärfen würden.

Ohne eine vorher vereinbarte Notfallfinanzierung wolle die EZB mit den Stresstests gar nicht erst beginnen. Das sei so wie ein Gymnasium, an dem das Abitur nicht geschrieben werde, weil man wisse, es würden zu viele durchfallen. Wie hoch die faulen Kredite seien, die noch in den Euro-Banken lägen, wisse keiner so genau. Aber mindestens 720 Mrd. Euro sollten es sein.

Zum Wochenausklang habe ein starker Süd-West-Wind über die Märkte geweht und die Schiffe in die sicheren Häfen getrieben. Die maximale Windstärke sei am Montagmorgen bei 140,87% erreicht worden. Den Wind aus südlicher Richtung habe mal wieder Silvio Berlusconi erzeugt, der die Minister seiner Partei "Volk der Freiheit" zum Rücktritt aufgefordert und somit die Regierung Italiens ins Wanken gebracht habe.

Inzwischen könne man konstatieren, dass dem "alten Mann aus Rom" nicht mehr alle politischen Gesinnungsgenossen uneingeschränkt folgen würden und Ministerpräsident Enrico Letta den Machtkampf mit Silvio Berlusconi vorerst gewonnen habe. Die zweite Komponente, der Westwind, habe sich jenseits des Atlantiks, in den USA, aufgebaut. Das politische Tauziehen zwischen Demokraten und Republikanern habe die Investoren verunsichert und nachdem sich abgezeichnet habe, dass es zu keiner Einigung im Haushaltsstreit kommen werde, habe das Sorgenbarometer, seinem Namen alle Ehre gemacht.

Doch schon ab Montagmittag habe die Windstärke abgenommen und so sei der Euro-Bund-Future wieder etwas zurückgekommen. Kleinere Böen durch Konjunkturdaten hätten ihn zwar immer wieder angetrieben, jedoch sei dies stets nur von kurzer Dauer gewesen.

So habe sich das Rentenbarometer zwar schwankungsreich, in einer Range zwischen 139,71% und 140,86% bewegt, aber dennoch fehle den Investoren weiterhin der Mut für Neuengagements. Grundsätzlich sei zu erwarten, dass sich die Krisen nochmals zuspitzen würden, aber es sei nicht vorhersehbar, ob es dadurch zu neuerlichen und langfristigen Umschichtungen hin zu Anleihen komme. Auch die gestrige EZB-Sitzung habe es nicht geschafft, den Euro-Bund-Future aus seiner Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau zu vertreiben. Im frühen Feiertagshandel notiere das Rentenbarometer aktuell um die Marke von 140,20%.

Aus charttechnischer Sicht bestehe der erste Widerstand bei der Marke von 141,00%. Bei einem Blick nach unten seien die Bereiche um 140,00% (Widerstand der vergangenen Woche) und 139,00% auszumachen. So lange sich in den USA keine Annäherung zwischen den politischen Lagern anbahnt und auch der Tag der Zahlungsunfähigkeit (17. Oktober) immer näher rückt, es in Italien immer wieder Gegenwind aus der eigenen Koalition gibt und in Deutschland noch nicht einmal eine Koalition zustande gekommen ist, wird uns auch in den nächsten Wochen diese hohe Volatilität erhalten bleiben, so die Analysten der Baader Bank.

Nachdem in den USA in dieser Handelswoche "lediglich" 85 Mrd. US-Dollar mittels Geldmarktpapieren refinanziert worden seien, hätten sich auch die europäischen staatlichen Finanzagenturen zurückgehalten. So sei am gestrigen Mittwoch die aktuelle zehnjährige Anleihe (ISIN DE0001102325 / WKN 110232) der Bundesrepublik Deutschland um 5 Mrd. EUR auf insgesamt 10 Mrd. EUR aufgestockt worden. Das Interesse der Anleger habe lediglich zu einer 1,3-fachen Überzeichnung der Anleihe geführt und die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von 1,79% erfolgt.

Am heutigen Donnerstag werde Spanien - erstmals nach der Bekanntgabe der für 2014 geplanten Verschuldung - die Investitionsbereitschaft testen und das Volumen von Altemissionen mit Restlaufzeiten von fünf und zehn Jahren um insgesamt ca. 3,5 Mrd. EUR erhöhen. Auch Frankreich beschreite diesen Weg und plane für heute die Mittelaufnahme von ca. 7,5 Mrd. EUR im Laufzeitsegment von zehn und 16 Jahren.

In den vergangenen Handelstagen habe immer wieder das Devisenpaar Euro/US-Dollar auf dem Prüfstand gestanden. Wobei man den aktuellen Kurs von 1,3602 auf sehr unterschiedliche Art und Weise interpretieren könne. Denn angesichts der drohenden Zahlungsunfähigkeit in den USA sei es teilweise schon verwunderlich, dass der US-Dollar sich immer noch so gut behaupten könne. Aber auch die politischen Krisen in Euroland und die nicht sehr einfache Suche nach einem Bräutigam für die Bundeskanzlerin Deutschlands würden den Euro in seinem Aufwärtsstreben bremsen. Manchmal würden den Analysten diese beiden Währungen an zwei angetrunkene Wies'nbesucher erinnern, bei denen man auch nicht erkennen könne, wer wen stütze.

Diesen stabilen Trend könne der Euro auch gegenüber anderen Währungen wie dem Kanadischen und Neuseeländischen Dollar vorweisen. Lediglich gegenüber der Indischen Rupie, die zum Jahresbeginn noch bei 71,49 INR gehandelt worden sei, sei die europäische Gemeinschaftswährung nach Kursen von 92,36 INR (Ende August) wieder auf ein Niveau von ca. 84,00 INR zurückgekehrt. Auf diesem Level habe sie sich inzwischen seit mehreren Wochen stabilisiert.

Diversifikation in den Depots werde weiterhin groß geschrieben und somit würden viele Investoren die Stärke des Euros nutzen, um sich in anderen Währungen zu engagieren. Hierbei würden die Analysten weiterhin aktiven Handel in Anleihen auf Norwegische Kronen, Australische Dollar, Brasilianische Real und Singapur-Dollar registrieren.

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