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Weitere Leitzinssenkungen stehen bevor
20.12.24 11:23
Raiffeisen Bank International AG
Wien (www.anleihencheck.de) - Der Start ins neue Jahr gestaltet sich für die Eurozone-Konjunktur schwieriger als gedacht, so Franz Zobl, Analyst der Raiffeisen Bank International AG (RBI).
Die moderate Konjunkturerholung sei bislang ausgeblieben und neue Herausforderungen würden sich mit Trump 2.0 ankündigen. Nichtsdestotrotz blicke die RBI moderat positiv ins neue Jahr. Warum? Die Kaufkraft privater Haushalte habe sich mit dem Ende der Inflationskrise und hohem Lohnwachstum verbessert, was den privaten Konsum unterstützen sollte. Unsicherheit und hohe Sparzinsen hätten bislang zu einem Anstieg der Sparquote geführt. Zumindest Letzteres sollte seinen Anreiz verlieren, da weitere Leitzinssenkungen bevorstünden, was auch das bislang schwache Investitions-Momentum stärken könnte. Trotz negativer Effekte neuerlicher Trump-Zölle erwarte die RBI in Summe ein etwas höheres BIP-Wachstum von 1,2% im Jahr 2025 nach 0,8% in 2024. Das Risiko sei aber nach unten gerichtet. Der schwache Konjunktur-Ausblick trage auch dazu bei, dass sich die Kerninflation (insbesondere die Dienstleistungspreis-Inflation) weiter abschwäche und sich von einem erhöhten Niveau aus während des Jahres 2025 dem Inflationsziel annähere.
Die Zuversicht, das Inflationsziel in absehbarer Zeit zu erreichen, sei im EZB-Rat so hoch wie schon lange nicht mehr. Aufgrund dessen sei im vierten Quartal 2024 auch der Zinssenkungszyklus von -25 BP pro Quartal auf -25 BP pro Zinssitzung erhöht worden. Die RBI gehe davon aus, dass die EZB im neuen Jahr an diesem Tempo festhalten werde und das Leitzinsniveau bis Jahresmitte an ein neutrales Niveau heranführt (Einlagesatz bei 2%). Sollte sich das Konjunkturbild der RBI als zu optimistisch erweisen, sei auch ein Einlagesatz unter 2% möglich.
Am Zinsmarkt würden leichte Abwärtsrisiken zu unserem EZB-Pfad gepreist, weshalb die RBI aufgrund von veränderten EZB-Erwartungen keinen Renditeabwärtsdruck erwarte. Zuletzt seien aber ohnehin Veränderungen der Risikoprämien entscheidend für die Volatilität am Zinsmarkt gewesen und die RBI denke, dass dies auf kurze Sicht weiter der Fall sein werde. Insbesondere im ersten Quartal sehe die RBI Aufwärtsrisiken für Bund-Renditen als Kombination aus einem beschleunigten Bilanzabbau der EZB, Diskussionen über eine Lockerung der Schuldenbremse in Deutschland und einem Revival des Trump-Trades. Ein negativer Swap-Spread sollte die Implikationen für Swap-Sätze mildern. Mittelfristig erwarte die RBI Bund-Renditen nicht unweit von aktuellen Notierungen und allgemein kein Risiko, dass der Bund-Markt sein Alleinstellungsmerkmal als sicherer Hafen verliere.
In den USA finde man eine andere Gemengelage vor. Die Konjunktur erweise sich als äußerst robust mit einem BIP-Wachstum über dem langfristigen Schnitt, sodass eine moderate - und auch erwartete - Wachstumsverlangsamung im Jahr 2025 nicht zu negativ bewertet werden sollte. Die Inflation könnte sich perspektivisch als Achillesferse der US-Wirtschaft erweisen. Trumps Politik-Mix gelte weitgehend als inflationär und auch ohne Trump-Effekt habe das Inflations-Momentum zuletzt zugelegt. Das habe Implikationen für die Geldpolitik der Federal Reserve. Die RBI erwarte daher einen verkürzten Zinssenkungszyklus der FED in 2025, welcher auf einer Bandbreite zwischen 3,75 und 4,0% im zweiten Quartal ein Ende finden könnte. Am Zinsmarkt werde aktuell ein leicht hawkischer Bias zu diesem Pfad gepreist. Abseits der Leitzinserwartungen hätten zuletzt Risikoprämien in den USA deutlich zulegen können - auch eine Implikation des Trump-Trades. Inflationsrisiken, fiskalische Risiken/Ratingrisiken, Risiken der politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik, aber auch ein möglicher Rückzug internationaler Gläubiger seien Themen, welche die Risikoprämien nähren würden. Die RBI erwarte ein Auf- und Ab dieses Rendite-Treibers in 2025 und keine Rückkehr auf die niedrigen Niveaus der letzten Jahre. (20.12.2024/alc/a/a)
Die moderate Konjunkturerholung sei bislang ausgeblieben und neue Herausforderungen würden sich mit Trump 2.0 ankündigen. Nichtsdestotrotz blicke die RBI moderat positiv ins neue Jahr. Warum? Die Kaufkraft privater Haushalte habe sich mit dem Ende der Inflationskrise und hohem Lohnwachstum verbessert, was den privaten Konsum unterstützen sollte. Unsicherheit und hohe Sparzinsen hätten bislang zu einem Anstieg der Sparquote geführt. Zumindest Letzteres sollte seinen Anreiz verlieren, da weitere Leitzinssenkungen bevorstünden, was auch das bislang schwache Investitions-Momentum stärken könnte. Trotz negativer Effekte neuerlicher Trump-Zölle erwarte die RBI in Summe ein etwas höheres BIP-Wachstum von 1,2% im Jahr 2025 nach 0,8% in 2024. Das Risiko sei aber nach unten gerichtet. Der schwache Konjunktur-Ausblick trage auch dazu bei, dass sich die Kerninflation (insbesondere die Dienstleistungspreis-Inflation) weiter abschwäche und sich von einem erhöhten Niveau aus während des Jahres 2025 dem Inflationsziel annähere.
Am Zinsmarkt würden leichte Abwärtsrisiken zu unserem EZB-Pfad gepreist, weshalb die RBI aufgrund von veränderten EZB-Erwartungen keinen Renditeabwärtsdruck erwarte. Zuletzt seien aber ohnehin Veränderungen der Risikoprämien entscheidend für die Volatilität am Zinsmarkt gewesen und die RBI denke, dass dies auf kurze Sicht weiter der Fall sein werde. Insbesondere im ersten Quartal sehe die RBI Aufwärtsrisiken für Bund-Renditen als Kombination aus einem beschleunigten Bilanzabbau der EZB, Diskussionen über eine Lockerung der Schuldenbremse in Deutschland und einem Revival des Trump-Trades. Ein negativer Swap-Spread sollte die Implikationen für Swap-Sätze mildern. Mittelfristig erwarte die RBI Bund-Renditen nicht unweit von aktuellen Notierungen und allgemein kein Risiko, dass der Bund-Markt sein Alleinstellungsmerkmal als sicherer Hafen verliere.
In den USA finde man eine andere Gemengelage vor. Die Konjunktur erweise sich als äußerst robust mit einem BIP-Wachstum über dem langfristigen Schnitt, sodass eine moderate - und auch erwartete - Wachstumsverlangsamung im Jahr 2025 nicht zu negativ bewertet werden sollte. Die Inflation könnte sich perspektivisch als Achillesferse der US-Wirtschaft erweisen. Trumps Politik-Mix gelte weitgehend als inflationär und auch ohne Trump-Effekt habe das Inflations-Momentum zuletzt zugelegt. Das habe Implikationen für die Geldpolitik der Federal Reserve. Die RBI erwarte daher einen verkürzten Zinssenkungszyklus der FED in 2025, welcher auf einer Bandbreite zwischen 3,75 und 4,0% im zweiten Quartal ein Ende finden könnte. Am Zinsmarkt werde aktuell ein leicht hawkischer Bias zu diesem Pfad gepreist. Abseits der Leitzinserwartungen hätten zuletzt Risikoprämien in den USA deutlich zulegen können - auch eine Implikation des Trump-Trades. Inflationsrisiken, fiskalische Risiken/Ratingrisiken, Risiken der politischen Einflussnahme auf die Geldpolitik, aber auch ein möglicher Rückzug internationaler Gläubiger seien Themen, welche die Risikoprämien nähren würden. Die RBI erwarte ein Auf- und Ab dieses Rendite-Treibers in 2025 und keine Rückkehr auf die niedrigen Niveaus der letzten Jahre. (20.12.2024/alc/a/a)
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| 2,15 % | 2,15 % | - % | 0,00% | 31.05./17:30 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


