Märkte | 15.01.2013 Investmenttrends 2013: B-Lagen werden gesellschaftsfähig Von Peter Maurer
Wohninvestments in B-Lagen und selbst der Peripherie werden gefragter: So kaufte conwert 60% der KWG mit Objekten wie diesem im Veilchengrund in Celle. Bild: KWG Wohninvestments in B-Lagen und selbst der Peripherie werden gefragter: So kaufte conwert 60% der KWG mit Objekten wie diesem im Veilchengrund in Celle.
Bild: KWG
Wohnimmobilien bleiben 2013 die gefragte Assetklasse, während Büros Boden auf Einzelhandelsimmobilien gutmachen, so das Fazit des Trendbarometers zum Immobilien-Investmentmarkt von Ernst & Young (E&Y) Real Estate. Interessant: Die 120 Investoren, die sich an der Umfrage beteiligt haben, schätzen die Preisentwicklung in Ib-Lagen für Wohnungen und Büros besser ein als noch vor einem Jahr. Und schließlich hat die Attraktivität Deutschlands im europäischen Vergleich sogar zugenommen. Zustimmungsraten wie im früheren Ostblock habe es auf entsprechende Fragen gegeben, berichtet Christian Schulz-Wulkow, Partner bei E&Y Real Estate.
Deutschland behält seinen Ruf als sicherer Hafen für Immobilieninvestments, so das Fazit von E&Y. Wie im Vorjahr stuften 99% der Befragten Deutschland im europäischen Vergleich als attraktiven oder sehr attraktiven Markt ein. Der Anteil derjenigen, die besonders von Deutschland überzeugt sind, stieg sogar von 52% auf 69%. Angesichts der großen internationalen Anziehungskraft erwartet Hartmut Fründ, Managing Partner bei E&Y Real Estate, dass ausländische Investoren 2013 eine größere Rolle spielen werden. 86% der Befragten sehen das genauso (2012: 73%).
Investoren erwarten steigende Preise
Das Problem dabei: Favorisiert werden oft Core-Immobilien, und hier könnten aufgrund der Anzahl der Interessenten bei weitem nicht alle fündig werden. Eine leichte Entspannung könnte dabei eintreten, weil Investoren die Preisentwicklung für Büros und Wohnungen in B-Lagen besser einschätzen. So glauben bei Büros in Ib-Lage 15% der Befragten an steigende Preise (Ia-Lage: 35%), das sind dreimal so viele wie vor einem Jahr (5%). Zwar gehen immer noch 23% von sinkenden Preisen aus, aber auch hier hat es zu den 34% der letzten Umfrage eine Verbesserung gegeben.
Noch deutlicher ist der Ansehensgewinn der Ib-Lagen bei Wohnimmobilien. 66% erwarten hier Preissteigerungen und damit fast so viele wie für die Ia-Lagen. Vor einem Jahr rechneten für Wohnungs-B-Lagen nur 45% mit steigenden Preisen, während 50% von stabilen Werten ausgingen (aktuell: 27%). „Ib-Lagen sind wieder diskussionsfähig“, so das Fazit von Schulz-Wulkow.
Wohnen: Selbst in peripheren Lagen wird gekauft
Interessant sei auch, dass selbst für die peripheren Lagen trotz demografischer Probleme 65% der Befragten stabile Preise erwarten. „Vor zwei Jahren wurden noch massive Preisabschläge erwartet, und das ist auch so geschehen.“ Dass tatsächlich entsprechend dieser Einschätzungen investiert werde, zeigten die Verkäufe einiger großer Portfolios mit vielen Objekten in der ostdeutschen oder niedersächsischen Peripherie. Selbst Portfolios mit Plattenbauten seien gehandelt worden.
http://www.immobilien-zeitung.de/1000012416/...aftsfaehig%3Cbr%20/%3E
Schulz-Wulkow glaubt nicht, dass die Investoren zu optimistisch ans Werk gegangen sind, sondern sieht gute Chancen auf Wertstabilität bei den Investments. Die Transaktionen seien zu Marktpreisen, in die die wirtschaftliche Entwicklung der Lagen eingepreist gewesen sei, und mit soliden Finanzierungen erfolgt.
Bei den Nutzungsarten selbst bleibt weiterhin Wohnen mit Abstand am gefragtesten. 65% haben hier einen starken Investmentfokus, vor allem in Berlin. Das Interesse an Einzelhandel hat dagegen nachgelassen (37% nach zuletzt 51%), während es bei Büro leicht zugenommen hat (22% nach zuletzt 14%). Geringes Interesse an Büros haben dagegen nur noch 15% (2012: 21%), an Einzelhandelsobjekten haben nach wie vor 8% wenig Interesse.
Der Trend ist ungebrochen ! |