Frauen und Männer kann man nicht gleichstellen, sagt Ministerpräsident Erdogan. Er will Türkinnen die Teilnahme am öffentlichen Leben erschweren. Reformeifer lässt nach
Dabei wurden unter der AKP sehr wohl Frauen betreffende Gesetze geändert, so wurde Gewalt in der Ehe unter Strafe gestellt, Strafnachlässe für die sogenannten Ehrenmorde wurden abgeschafft, Männer verloren ihren rechtlichen Status als Familienoberhaupt. Damit kam die Türkei Forderungen der EU nach. Doch je schleppender die Beitrittsverhandungen wurden, desto mehr ließ der Reformeifer nach. Die Regierung gab sich irgendwann keine Mühe mehr, so zu tun, als sei sie progressiv.
Im Global Gender Gap Report zum Beispiel belegte die Türkei 2013 von 136 Ländern lediglich den 120. Platz, jeden Tag berichten Medien über misshandelte Ehefrauen und ermordete Töchter, welche die „Ehre“ eines Mannes verletzten. Gleichzeitig gibt es heute in der Türkei mehr weibliche Führungskräfte in Topunternehmen als anderswo in Europa, TV-Moderatorinnen zeigen sich tief dekolletiert.
Doch dies ist eben nur ein sehr kleiner Ausschnitt der Realität. Denn zum Alltag der Türkinnen gehört, dass im Sommer ein AKP-Politiker forderte, sie sollten in der Öffentlichkeit nicht laut lachen. Ein Gewalttäter erhielt vor Gericht einen Strafnachlass, weil sein Opfer – seine Exfrau – Leggings trug. Und Erdogan verurteilt solche Tatsachen nicht. Hört man ihn reden, wird deutlich, dass er Frauen noch stärker an der Teilhabe am öffentlichen Leben hindern will.......... |