Beate Uhse AG vor Anleihe-Restrukturierung - Folgt ein Debt-to-Equity Swap? - Anleihenews


30.10.17 09:20
Anleihen Finder

Brechen (www.anleihencheck.de) - Gewinnwarnung - die Beate Uhse AG (ISIN DE0007551400 / WKN 755140) rudert zurück und muss das prognostizierte Ergebnis für das Geschäftsjahr 2016 deutlich nach unten korrigieren, berichtet die Anleihen Finder Redaktion.

Die Korrekturen würden mögliche Restrukturierungen von Anleihen- und Aktienkapital nach sich ziehen, berichte der Erotik-Konzern. Es werde diesbezüglich schon offen von einem Debt-to-Equity Swap verbunden mit einem Kapitalschnitt gesprochen. Zudem werde sich der Jahresabschluss für 2016 weiter verzögern. Das gegenwärtige Management mache den ehemaligen CFO Cornelis Vlasblom für die prekäre Situation verantwortlich.

Anleihe-Restrukturierung

Die Beate Uhse AG führe nach eigenen Angaben derzeit Gespräche über eine Finanzierungsaufnahme mit einer Investorengruppe unter Einbeziehung einer möglichen Anleihe-Restrukturierung, ggfs. durch einen Debt-to-Equity Swap, verbunden mit einem Kapitalschnitt, wodurch die derzeit bestehende angespannte Finanzlage und der für die nächsten Monate erwartete zusätzliche Liquiditätsbedarf im oberen einstelligen Millionenbereich geschlossen werden sollten. Eine Umsetzung umfasse möglicherweise auch Eigenkapitalmaßnahmen. Bei Umsetzung dieser Maßnahmen und nach eingehender und positiv verlaufender Prüfung durch den Wirtschaftsprüfer könnte eine Bestätigung des Going Concern erfolgen.

ANLEIHE CHECK: Die Unternehmensanleihe 2014/19 der Beate Uhse AG habe ein Gesamtvolumen von 30 Millionen Euro und sei mit einem jährlichen Zinskupon in Höhe von 7,75 Prozent ausgestattet. Die Anleihe laufe bis Juli 2019. Aktuell notiere der Erotik-Bond bei 22 Prozent (Stand: 27.10.2017, 10h).

Fehler von ehemaligem CFO

Die Prognose zu Umsatz und Gewinn für das Geschäftsjahr 2016 könnten vom Unternehmen nicht eingehalten werden. Der Prognosekorridor für die Umsatzerlöse habe bei 105,0 bis 110,0 Millionen Euro gelegen, durch einen fehlerhaften Ausweis von Umsätzen durch den ehemaligen CFO werde der Gesamtumsatz voraussichtlich bei 103,0 Millionen Euro liegen. Im Rahmen der Aufarbeitung der Dokumentation durch den Vorstand hätten sich wesentliche Bewertungseffekte ergeben. Durch Abwertungen im Zuge des Impairment Tests werde daher das Ergebnis (EBIT) voraussichtlich um -5,4 Millionen Euro (EBIT) auf -6,2 Millionen Euro korrigiert. Damit werde der prognostizierte Korridor von -1,0 bis 2,0 Mio. Euro deutlich verfehlt.

Hintergrund: Nach Abberufung des Finanzvorstands (CFO) im Juni 2017 habe der neue Vorstandsvorsitzende und Finanzvorstand (CEO und CFO), Michael Specht, mit Unterstützung durch eine Unternehmensberatungsgesellschaft den gesamten Bereich Finance und damit das Konzernrechnungswesen und die bisherige Dokumentation auf den Prüfstand gestellt, um Transparenz und eine gemeinsame Aufstellung einer Unternehmensplanung zu schaffen. Im Zuge dieser Arbeiten zur Aufstellung und Prüfung des Jahresabschlusses 2016 habe sich konkretisiert, dass die am 8. Juni 2017 genannten vorläufigen Umsatz- und Ergebniszahlen für 2016 unterschritten würden.

Zuletzt habe sich der Erotik-Konzern bereits von niederländischen Unternehmensbereichen getrennt. Dazu würden die unter der Marke Christine le Duc betriebenen Shops und Online-Aktivitäten sowie weitere Shops in Amsterdam zählen.

Jahresabschluss im Dezember - HV erst in 2018

Die genannten Aspekte würden die Fertigstellung des Jahresabschlusses 2016 verzögern, sodass derzeit mit der Fertigstellung bis zum 15.12.2017 gerechnet werde. Hieraus resultiere auch die Verschiebung der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2016 der Gesellschaft auf das erste Quartal 2018.

Hinweis: Die Veröffentlichung des Halbjahresberichts 2017 erfolge ebenfalls bis zum 15.12.2017.

Den kompletten Beitrag finden Sie hier. (News vom 27.10.2017) (30.10.2017/alc/n/a)