KFM-Mittelstandsanleihen-Barometer: 6,75%-PORR-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv" bewertet


05.05.16 09:14
KFM Deutsche Mittelstand AG

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - In ihrem aktuellen Mittelstandsanleihen-Barometer zur PORR-Anleihe kommt die KFM Deutsche Mittelstand AG zu dem Ergebnis, die Anleihe weiterhin als "durchschnittlich attraktiv" einzustufen.

Die PORR-Gruppe sei eines der größten Bauunternehmen Österreichs und eines der führenden Bauunternehmen in Europa. Sitz des Unternehmens sei Wien. Im Jahr 2015 beschäftige die PORR-Gruppe durchschnittlich mehr als 13.000 Mitarbeiter und erbringe eine Produktionsleistung von rund 3,5 Mrd. Euro. Heimmärkte der Gruppe seien Österreich, Deutschland, Schweiz, Polen und Tschechien, in denen über 80% der Produktionsleistung erbracht würden. Die Geschäftstätigkeit in Polen sei mit Kaufvertrag vom Juni 2015 durch die Übernahme der Bilfinger Infrastructure S.A. gestärkt worden. Zudem expandiere die PORR-Gruppe in internationale Märkte sowohl in Europa als auch im Nahen Osten.

Das Leistungsspektrum der PORR-Gruppe umfasse vom Wohnbau bis hin zu komplexen Infrastrukturprojekten alle Bereiche der Bauwirtschaft. Die Kernkompetenz sehe das Unternehmen im Tunnel-, Bahn- und Grundbau. Aktuell würden durch die PORR-Gruppe u.a. die "Green Line" der Metro Doha und mehrere Tunnelprojekte von "Stuttgart 21" errichtet.

Die PORR-Gruppe weise zum 31.12.2015 den höchsten Auftragsbestand der Unternehmensgeschichte aus (4.579 Mio. Euro im Vergleich zu 4.058 Mio. Euro zum Ende des Vorjahres). Eine besonders hohe Auslastung zeige der Bereich Infrastruktur. Der Auftragsbestand habe eine Reichweite von über zwei Jahren bezogen auf die Produktionsleistung im Infrastruktur-Bereich in 2015. Die hohe Reichweite resultiere aus den zugrundeliegenden langlaufenden Projekten wie der "Green Line" der Metro Doha.

Die Gewinnsituation der PORR-Gruppe habe sich in 2015 sehr erfreulich entwickelt: Die Umsatzerlöse hätten in 2015 um 4,3% auf etwa 3.140 Mio. Euro gesteigert werden können. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen habe sich u.a. durch Verbesserungen im Einkauf leicht überproportional um 7,4% auf 87,8 Mio. Euro erhöht. Durch die weitere Optimierung der Finanzierungsstruktur seien deutliche Einsparungen im Finanzergebnis erzielt worden. Entsprechend habe sich das Konzernergebnis sehr deutlich um 25,7% auf 61,0 Mio. Euro verbessert.

Die Bilanzsumme erhöhe sich aufgrund des Wachstums und der Übernahme der polnischen Bilfinger-Aktivitäten leicht um 7,4% auf 2.304 Mio. Euro. Trotz des Wachstums habe die Eigenkapitalquote stabil bei etwa 18% gehalten werden können. Ende 2015 verfüge der PORR-Konzern über ein Netto-Barvermögen von 186,5 Mio. Euro (Vorjahr 64,6 Mio. Euro). D.h. die liquiden Mittel und Wertpapiere im Umlaufvermögen würden die Anleihe- und Finanzverbindlichkeiten deutlich übersteigen. Im August 2015 sei die Finanzierungsbasis durch die erfolgreiche Begebung des ersten Schuldscheindarlehens im Volumen von 185,5 Mio. Euro und zu deutlich niedrigeren Finanzierungskosten verbreitert worden. Aufgrund der hohen Nachfrage habe das Volumen des Schuldscheindarlehens von ursprünglich geplanten 100 Mio. Euro deutlich erhöht werden können.

Der Ausblick sei trotz teilweise eingeschränkter öffentlicher Budgets für Infrastruktur-Investitionen, aber der insgesamt robusten Baukonjunktur und des Niedrigzinsumfeldes weiterhin positiv. Sowohl der hohe Auftragsbestand als auch die in 2016 erstmals ganzjährig wirkende Übernahme der Bilfinger-Aktivitäten in Polen sowie die bereits realisierten Verbesserungen auf der Finanzierungsseite würden auch für das Jahr 2016 die weitere positive Unternehmensentwicklung absichern.

Die im Oktober 2014 emittierte Hybridanleihe der PORR AG sei mit einem Zinskupon von 6,75% p.a. (Zinstermin jährlich 28.10.) ausgestattet und habe eine unbefristete Laufzeit. Erster Rückzahlungstermin sei der 28.10.2021 zu einem Rückzahlungskurs von 100,0% des Nennwertes. Ab dem 28.10.2021 sei die Anleihe variabel verzinst (3-Monats-EURIBOR zzgl. Zinsaufschlag von 8,5% p.a.) und es gebe jährlich vier Zinstermine (28.10.; 28.01.; 28.04.; 28.07.). Die Hybridanleihe sei aufgrund definierter Bedingungen für die Zinszahlungen, deren Eintritt von der PORR AG bewirkt bzw. verhindert werden könnten, als Eigenkapital-Instrument einzustufen.

Im Rahmen der Anleiheemission seien insgesamt 17,05 Mio. Euro eingesammelt worden. Die Anleihe sei als Umtauschangebot für vorherige Anleihen ausgegeben worden, um die Kapitalmarktfinanzierung der Emittentin zu optimieren. Im Laufe des Jahres 2015 sei eine Aufstockung auf ein Gesamtvolumen von 25,00 Mio. Euro erfolgt. Die Anleihe sei nachrangig gegenüber allen anderen bestehenden und zukünftigen nicht nachrangigen Verbindlichkeiten der Emittentin.

Aufgrund des profitablen Wachstumspotenzials aus dem Auftragsbestand sowie der ab dem Jahr 2016 ganzjährigen Wirkung der Übernahme der Bilfinger-Aktivitäten in Polen, der eher geringen Eigenkapitalquote von etwa 18%, aber der Netto-Schuldenfreiheit und der unterdurchschnittlichen Rendite der Nachrang-Anleihe von 4,85% p.a. (auf Kursbasis 108,20% am 03.05.2016 bei Berechnung bis zum ersten Rückzahlungstermin am 28.10.2021) bewerten wir die 6,75%-PORR-Anleihe als "durchschnittlich attraktiv", so die KFM Deutsche Mittelstand AG. (News vom 04.05.2016) (05.05.2016/alc/n/a)