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2024 geprägt von hoher Volatilität der Staatsanleiherenditen
07.01.25 11:15
ALTE LEIPZIGER Trust
Oberursel (www.anleihencheck.de) - Während im Frühsommer Inflationssorgen zunächst dazu führten, dass die Märkte lange Zeit keine Zinssenkungen der großen Notenbanken erwarteten ("higher for longer"), änderte sich dieses Bild im Laufe des Sommers, so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust.
Sowohl die EZB als auch die Fed hätten eine Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. Im Herbst jedoch sei die Unsicherheit zurückgekehrt, ausgelöst durch überraschend robuste US-Konjunkturdaten und eine unerwartet hartnäckige Inflation auf beiden Seiten des Atlantiks. Neben den wirtschaftlichen Faktoren hätten auch politische Ereignisse die Renditebewegungen beeinflusst. Dazu hätten die verstärkte Nachfrage nach US-Bonds und deutschen Staatsanleihen als sichere Häfen in Zeiten geopolitischer Spannungen sowie die Wahlen in Frankreich und Deutschland gezählt, die ebenfalls spürbare Auswirkungen auf die Rentenmärkte gehabt hätten.
Zu erwarten sei, dass sich der Aufwärtstrend der Renditen 2025 fortsetzen könnte, da der Inflationsdruck auf beiden Seiten des Atlantiks höher ausfallen könnte, als es die Märkte derzeit einpreisen würden. Die Ursachen für diesen Preisdruck seien vielfältig: Der demografische Wandel und der Rückgang des Arbeitskräfteangebots trieben insbesondere im arbeitsintensiven Dienstleistungssektor das Lohnwachstum und damit die Inflation an. In den USA könnte eine restriktivere Einwanderungspolitik diese Dynamik noch verstärken.
In der Eurozone wirke zusätzlich die CO2-Bepreisung als struktureller Inflationstreiber, da sie fossile Energieträger verteuere, um die Nachfrage zu reduzieren und den Übergang zu klimaneutralen Alternativen zu fördern. Gleichzeitig veränderten sich globale Handelsströme, bei denen nicht mehr nur Kosten, sondern auch Protektionismus, Sicherheit und geopolitische Aspekte eine Rolle spielten. Dies trage ebenfalls zu einer höheren Inflationsrate bei. Handelskonflikte unter Trump könnten die Verbraucherpreise zusätzlich belasten. Schließlich führten höhere Verteidigungsausgaben europäischer Staaten, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, zu einer Verknappung von Ressourcen, was ebenfalls inflationsfördernd wirke.
Dennoch: Auch wenn die Inflationsraten strukturell höher seien, bedeute dies jedoch keinesfalls, dass die extremen Preissteigerungen der letzten Jahre zur neuen Normalität würden. Allerdings kehrten die sehr niedrigen Inflationsraten der Vorpandemiejahre auch nicht zurück. Für die Zentralbanken bedeute dies, dass die Leitzinsen auf einem höheren Niveau bleiben würden als in den 2010er-Jahren. Zusätzlich könnten geopolitische Entspannungen und ein Rückgang der Nachfrage nach sicheren Häfen die Renditen von US-Staatsanleihen weiter steigen lassen. Sollte Donald Trump eine expansive Fiskalpolitik verfolgen, könnten steigende Risikoaufschläge auf US-Staatsanleihen die Folge sein. Renditen am Ende des Jahres von 4,9% für zehnjährige US-Staatsanleihen und 2,5% für Bundesanleihen scheinen vor diesem Hintergrund nicht ausgeschlossen, so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust. (Ausgabe Januar 2025) (07.01.2025/alc/a/a)
Sowohl die EZB als auch die Fed hätten eine Lockerung ihrer Geldpolitik signalisiert. Im Herbst jedoch sei die Unsicherheit zurückgekehrt, ausgelöst durch überraschend robuste US-Konjunkturdaten und eine unerwartet hartnäckige Inflation auf beiden Seiten des Atlantiks. Neben den wirtschaftlichen Faktoren hätten auch politische Ereignisse die Renditebewegungen beeinflusst. Dazu hätten die verstärkte Nachfrage nach US-Bonds und deutschen Staatsanleihen als sichere Häfen in Zeiten geopolitischer Spannungen sowie die Wahlen in Frankreich und Deutschland gezählt, die ebenfalls spürbare Auswirkungen auf die Rentenmärkte gehabt hätten.
In der Eurozone wirke zusätzlich die CO2-Bepreisung als struktureller Inflationstreiber, da sie fossile Energieträger verteuere, um die Nachfrage zu reduzieren und den Übergang zu klimaneutralen Alternativen zu fördern. Gleichzeitig veränderten sich globale Handelsströme, bei denen nicht mehr nur Kosten, sondern auch Protektionismus, Sicherheit und geopolitische Aspekte eine Rolle spielten. Dies trage ebenfalls zu einer höheren Inflationsrate bei. Handelskonflikte unter Trump könnten die Verbraucherpreise zusätzlich belasten. Schließlich führten höhere Verteidigungsausgaben europäischer Staaten, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, zu einer Verknappung von Ressourcen, was ebenfalls inflationsfördernd wirke.
Dennoch: Auch wenn die Inflationsraten strukturell höher seien, bedeute dies jedoch keinesfalls, dass die extremen Preissteigerungen der letzten Jahre zur neuen Normalität würden. Allerdings kehrten die sehr niedrigen Inflationsraten der Vorpandemiejahre auch nicht zurück. Für die Zentralbanken bedeute dies, dass die Leitzinsen auf einem höheren Niveau bleiben würden als in den 2010er-Jahren. Zusätzlich könnten geopolitische Entspannungen und ein Rückgang der Nachfrage nach sicheren Häfen die Renditen von US-Staatsanleihen weiter steigen lassen. Sollte Donald Trump eine expansive Fiskalpolitik verfolgen, könnten steigende Risikoaufschläge auf US-Staatsanleihen die Folge sein. Renditen am Ende des Jahres von 4,9% für zehnjährige US-Staatsanleihen und 2,5% für Bundesanleihen scheinen vor diesem Hintergrund nicht ausgeschlossen, so die Experten der ALTE LEIPZIGER Trust. (Ausgabe Januar 2025) (07.01.2025/alc/a/a)


