Anleihen: Hapag-Lloyd, Schaeffler, Sixt Leasing und Fraport im Mittelpunkt


20.07.20 11:00
Deutsche Börse AG

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Werden sich die europäischen Staats- und Regierungschefs bei ihrem Sondergipfel über die Modalitäten des Wiederaufbaufonds einigen können? An den Finanzmärkten zählt nach Ansicht von Analysten weniger die Ausgestaltung der Hilfen sondern vielmehr, ob die EU handlungsfähig ist und es schafft, sich über ein Hilfsprogramm in der angedachten Größenordnung zu verständigen, so die Deutsche Börse AG.

In trockenen Tüchern wäre die Brüsseler Corona-Unterstützung damit noch nicht, denn die Parlamente aller EU-Mitgliedsstaaten müssten noch grünes Licht geben.

Viele Zentralbanken hätten bereits geliefert und würden ihre Volkswirtschaften mit massiven Wertpapierkäufen sowie einer Niedrigzinspolitik unterstützen. Daher hätten Anleger von der gestrigen EZB-Ratssitzung keine großen Änderungen erwartet. Die Aussage von EZB-Chefin Lagarde, das Pandemic Emergency Programm (PEPP) aller Voraussicht nach voll auszuschöpfen, habe laut Bloomberg am Rentenmarkt für leichte Kursgewinne von Bonds aus den Peripheriestaaten gesorgt.

Zehnjährige deutsche Staatsanleihen würden auf Wochensicht unter Schwankungen eher auf der Stelle treten. Der Euro-Bund-Future sei am Montag mit 176,37 Prozent in den Handel gestartet. Aktuell notiere das Barometer für künftige Zinserwartungen um 176,53 Prozent.

Über die zahlreichen Konflikte zwischen China und den USA scheinen Anleger derzeit eher hinwegzusehen. Zu den Themen Hongkong, Handelskrieg und Netzwerkausrüster Huawei rücke mit dem möglichen Verbot der chinesischen Internet-Dienste TikTok und WeChat ein weiterer Streit in den Fokus. Donald Trump erwäge Medienberichten zufolge diese Anwendungen als Gefahr für die nationale Sicherheit einzustufen.

Den Handel mit Corporate Bonds würden Händler als "ruhiges Sommergeschäft" beschreiben. Gesteigertes Kaufinteresse verbuche Beate Mägerle von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für eine im Juli 2024 fällige Hapag-Lloyd-Anleihe (ISIN XS1645113322/ WKN A2GSC0) mit einem Kupon von 5,125 Prozent. Der Wert habe auf Wochensicht von 100 Prozent auf 102,30 Prozent deutlich zugelegt. Die Reederei habe Mägerle zufolge im ersten Halbjahr trotz Corona mit etwa 500 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern mehr als im Vorjahresvergleich verdient. Das Unternehmen habe zudem die bisherige Prognose unter Vorbehalt bestätigt.

Bei Anlegern hoch im Kurs stehe Mägerle zufolge eine bis 2027 laufende Schaeffler-Anleihe (ISIN DE000A2YB7B5/ WKN A2YB7B) mit einem Kupon von 2,875 Prozent. Der Bond habe am vergangenen Freitag mit 99,60 Prozent geschlossen und koste aktuell 100,40 Prozent. Die Aktie von Schaeffler habe seit vergangenen Freitag von 6,50 auf 6,70 Euro zugelegt.

Eine im Februar 2021 fällige Sixt Leasing-Anleihe (ISIN DE000A2DADR6/ WKN A2DADR) mit einem Kupon von 1,125 Prozent stoße bei Mägerles Kunden auf reges Interesse. "Hier gibt es sehr viele Käufe und Verkäufe." Mit der erfolgreichen Übernahme von 92 Prozent der Sixt Leasing-Aktien beabsichtige Hyundai Capital Bank Europe seine Position im Bereich der Automobilfinanzierung zu stärken.

Eine neue, bis 2027 laufende, 500 Millionen Euro schwere Anleihe der Fraport Frankfurt Airport Services Worldwide (ISIN XS2198879145- WKN A3E444) mit einem Kupon von 2,125 Prozent werde laut Rainer Petz von der Oddo Seydler Bank von Anlegern trotz massiven Rückgang der Passagierzahlen im ersten Halbjahr gut angenommen. "Der Wert startete am 9. Juli mit 99,41 Prozent in den Handel, aktuell kostet die Anleihe um 101 Prozent." Nach der Aufhebung der Reisewarnungen für viele europäische Länder bessere sich Fraport zufolge die Lage wieder. (Ausgabe vom 17.07.2020) (20.07.2020/alc/a/a)





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