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Anleihen: Renditen fallen und fallen
05.08.19 09:40
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Nervosität an den Märkten ist mit der erneuten Zuspitzung im Handelskonflikt zwischen den USA und China wieder gestiegen, sichere Anleihen sind gefragt wie nie, so die Deutsche Börse AG.
Am gestrigen Donnerstag habe US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle gegen China angekündigt, Peking drohe nun mit Gegenmaßnahmen. Daher sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen am Freitagmorgen auf minus 0,492 Prozent gefallen - ein neues Allzeittief. Selbst die Rendite der dreißigjährigen Anleihe nähere sich der Nulllinie.
Die Leitzinssenkung in den USA am Mittwoch - die erste seit der Finanzkrise - habe niemanden überrascht. "Am Markt war das eingepreist", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Marktteilnehmer hätten sich allerdings enttäuscht darüber gezeigt, dass FED-Chef Jerome Powell nicht noch weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt habe. Powell habe zwar signalisiert, dass ein weiterer Zinsschritt, falls notwendig, folgen könne. Er habe aber auch klar gemacht, dass die Zinssenkung nicht der Anfang einer langen Serie von Zinssenkungen sei.
Auch in anderen Ländern Europas seien neue Renditetiefs bei langen Laufzeiten markiert worden, etwa in Belgien, Finnland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich. In den USA sei die Rendite für zehnjährige US-Treasuries wieder unter die 2 Prozent-Marke gerutscht. Zum Vergleich: Im Herbst 2018 seien es noch über 3,20 Prozent gewesen. "Die Erwartungen an die Zentralbanken bleiben hoch", erkläre Analyst Christoph Rieger von der Commerzbank. Eingepreist sei eine weitere FED-Zinssenkung um 25 Basispunkte bis Oktober und eine Einlagesatzsenkung der EZB um 10 Basispunkte im September.
Leicht steigende Renditen würden unterdessen italienische Staatsanleihen aufweisen. Hintergrund sei, dass der stellvertretende Ministerpräsidenten Matteo Salvini kräftige Steuersenkungen fordere. Zugleich habe er mit dem Koalitionsbruch und damit Neuwahlen gedroht, sollte seine Forderung nach Steuersenkungen nicht erfüllt werden.
Um überhaupt noch ein bisschen Rendite zu erzielen, würden sich Anleger im Corporate-Bereich umschauen. "Zudem wird damit gerechnet, dass die EZB die Anleihekaufe wieder aufnimmt, auch daher sind Unternehmensanleihen derzeit gefragt", erkläre Brunner. Eine rege Nachfrage melde der Händler etwa für Anleihen von Grenke Finance (ISIN XS1910851242/ WKN A2RT0W), Ferratum Capital Germany (ISIN SE0012453835/ WKN A2TSDS), Katjes International (ISIN DE000A2TST99/ WKN A2TST9) und UBM Development (ISIN XS1785474294/ WKN A19W3Z). "Auch Hybridanleihen gehen gut weg."
METRO-Anleihen (ISIN XS1203941775/ WKN A14J83), die wegen des Übernahmeversuchs des tschechischen Milliardärs Kretinsky zuvor etwas gelitten hätten, seien ebenfalls wieder beliebt. Die beiden Großaktionäre Beisheim und Meridian hätten angefangen, Aktien aufzukaufen, das erschwere Kretinsky das Erreichen der Schwelle von 67,5 Prozent der Metro-Stammaktien.
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe von VW-Anleihen (ISIN XS1893631769/ WKN A2LQ6C) mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 2,25 Prozent, thyssenkrupp-Papiere (ISIN DE000A2TEDB8/ WKN A2TEDB), die 2024 fällig seien und 2,875 Prozent böten sowie Hybridanleihen von Otto (ISIN XS1853998182/ WKN A2LQ0B) mit Kupon von 4 Prozent. Gut an komme offenbar auch die neue Ekosem-Agrar-Anleihe (ISIN DE000A2YNR08/ WKN A2YNR0), die 2024 fällig sei und 7,5 Prozent im Jahr abwerfe. Die Ekosem-Agrar AG sei die deutsche Holdinggesellschaft der Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen.
Gesucht seien zudem Anleihen solider Emittenten in Türkischer Lira, wie Brunner feststelle. Als Beispiel nenne er eine bis 2024 laufende EIB-Anleihe mit Kupon von 10,5 Prozent, die beim aktuellen Kurs von 95 Prozent mit 11,575 Prozent rentiere. (Ausgabe vom 02.08.2019) (05.08.2019/alc/a/a)
Am gestrigen Donnerstag habe US-Präsident Donald Trump neue Strafzölle gegen China angekündigt, Peking drohe nun mit Gegenmaßnahmen. Daher sei die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen am Freitagmorgen auf minus 0,492 Prozent gefallen - ein neues Allzeittief. Selbst die Rendite der dreißigjährigen Anleihe nähere sich der Nulllinie.
Die Leitzinssenkung in den USA am Mittwoch - die erste seit der Finanzkrise - habe niemanden überrascht. "Am Markt war das eingepreist", bemerke Arthur Brunner von der ICF Bank. Marktteilnehmer hätten sich allerdings enttäuscht darüber gezeigt, dass FED-Chef Jerome Powell nicht noch weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt habe. Powell habe zwar signalisiert, dass ein weiterer Zinsschritt, falls notwendig, folgen könne. Er habe aber auch klar gemacht, dass die Zinssenkung nicht der Anfang einer langen Serie von Zinssenkungen sei.
Auch in anderen Ländern Europas seien neue Renditetiefs bei langen Laufzeiten markiert worden, etwa in Belgien, Finnland, Frankreich, den Niederlanden und Österreich. In den USA sei die Rendite für zehnjährige US-Treasuries wieder unter die 2 Prozent-Marke gerutscht. Zum Vergleich: Im Herbst 2018 seien es noch über 3,20 Prozent gewesen. "Die Erwartungen an die Zentralbanken bleiben hoch", erkläre Analyst Christoph Rieger von der Commerzbank. Eingepreist sei eine weitere FED-Zinssenkung um 25 Basispunkte bis Oktober und eine Einlagesatzsenkung der EZB um 10 Basispunkte im September.
Um überhaupt noch ein bisschen Rendite zu erzielen, würden sich Anleger im Corporate-Bereich umschauen. "Zudem wird damit gerechnet, dass die EZB die Anleihekaufe wieder aufnimmt, auch daher sind Unternehmensanleihen derzeit gefragt", erkläre Brunner. Eine rege Nachfrage melde der Händler etwa für Anleihen von Grenke Finance (ISIN XS1910851242/ WKN A2RT0W), Ferratum Capital Germany (ISIN SE0012453835/ WKN A2TSDS), Katjes International (ISIN DE000A2TST99/ WKN A2TST9) und UBM Development (ISIN XS1785474294/ WKN A19W3Z). "Auch Hybridanleihen gehen gut weg."
METRO-Anleihen (ISIN XS1203941775/ WKN A14J83), die wegen des Übernahmeversuchs des tschechischen Milliardärs Kretinsky zuvor etwas gelitten hätten, seien ebenfalls wieder beliebt. Die beiden Großaktionäre Beisheim und Meridian hätten angefangen, Aktien aufzukaufen, das erschwere Kretinsky das Erreichen der Schwelle von 67,5 Prozent der Metro-Stammaktien.
Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank melde Käufe von VW-Anleihen (ISIN XS1893631769/ WKN A2LQ6C) mit Laufzeit bis 2026 und Kupon von 2,25 Prozent, thyssenkrupp-Papiere (ISIN DE000A2TEDB8/ WKN A2TEDB), die 2024 fällig seien und 2,875 Prozent böten sowie Hybridanleihen von Otto (ISIN XS1853998182/ WKN A2LQ0B) mit Kupon von 4 Prozent. Gut an komme offenbar auch die neue Ekosem-Agrar-Anleihe (ISIN DE000A2YNR08/ WKN A2YNR0), die 2024 fällig sei und 7,5 Prozent im Jahr abwerfe. Die Ekosem-Agrar AG sei die deutsche Holdinggesellschaft der Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen.
Gesucht seien zudem Anleihen solider Emittenten in Türkischer Lira, wie Brunner feststelle. Als Beispiel nenne er eine bis 2024 laufende EIB-Anleihe mit Kupon von 10,5 Prozent, die beim aktuellen Kurs von 95 Prozent mit 11,575 Prozent rentiere. (Ausgabe vom 02.08.2019) (05.08.2019/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 99,808 € | 99,833 € | -0,025 € | -0,03% | 16.04./20:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XS1893631769 | A2LQ6C | 100,58 € | - € | |
Werte im Artikel




