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Anleihen: Ruhe nach dem Sturm
12.09.25 16:00
Deutsche Börse AG
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Nach den heftigen Turbulenzen vergangene Woche ist wieder Alltag eingekehrt an den weltweiten Anleihemärkten, so die Deutsche Börse AG.
Vergangene Woche seien die Renditen langfristiger Staatsanleihen fast aller Industrieländer extrem gestiegen - teils auf den höchsten Stand seit 1998. Hintergrund sei die vielerorts enorm hohe Staatsverschuldung gewesen. Nun seien die Renditen wieder etwas gesunken. Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen mit 2,67 Prozent nach 2,8 Prozent vergangene Woche rentiert, dreißigjährige mit 3,26 Prozent nach kurzzeitig über 3,4 Prozent.
"Die Woche stand ganz im Zeichen der gestrigen EZB-Sitzung und der kommenden Mittwoch anstehenden US-Notenbanksitzung", berichte Anleihehändler Rainer Petz von Oddo BHF. Wie allgemein erwartet, habe die EZB das Zinsniveau unangetastet gelassen. Auch die Pressekonferenz habe kaum Neues gebracht.
"Es scheint, als habe die EZB ihre Zinssenkungen beendet, der Lockerungszyklus könnte vorerst vorbei sein", meine Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Das könne sich jedoch ändern, wenn das Wachstum in den nächsten Monaten stark enttäusche oder die Disinflation zunehme - etwa durch einen stärkeren Euro und eine zunehmende Flutung mit ausländischen Gütern infolge der US-Zollpolitik. "Auch Frankreichs politische Turbulenzen bleiben in diesem Zusammenhang ein Unsicherheitsfaktor", bemerke er.
Für die USA werde fest von einer Zinssenkung ausgegangen - trotz der am gestrigen Donnerstag veröffentlichten aktuellen US-Verbraucherpreise. Die Teuerungsrate sei im August leicht auf 2,9 Prozent gestiegen, die Kernrate habe bei 3,1 Prozent verharrt. "Die Finanzmärkte werten die gestrigen US-Inflationsdaten nicht als Gamechanger für die erwartete Leitzinssenkung in der kommenden Woche", kommentiere die Deutsche Bank. Laut Tim Oechsner von der Steubing AG werde am Markt nun mit einer Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent von einer Zinssenkung um 25 Basispunkte kommende Woche ausgegangen, mit 10 Prozent von 50 Basispunkten.
Außerdem bleibe Frankreich Thema nach dem Scheitern der Regierung Bayrou und der Ernennung von Sébastien Lecornu zum neuen Premier. "Frankreich ist schwer regierbar, die Schuldenlast ist mit 114 Prozent des BIP extrem hoch", bemerke Ochsner.
Der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen sei daher weiter hoch. Am heutigen Freitag um 17 Uhr werde die Ratingagentur Fitch ihre aktualisierte Einschätzung für Frankreich bekanntgeben. "Angesichts der drohenden französischen Schuldenkrise ist dieses Ereignis nicht unerheblich und eine erhöhte Volatilität französischer Staatsanleihen nicht ausgeschlossen", meine Analyst Henning Oligmüller von der LBBW.
So mancher nutze die niedrigeren Kurse französischer Staatsanleihen aber auch für einen Einstieg, wie Rainer Petz feststelle. "Rumänische Staatsanleihen sind ebenfalls immer wieder gefragt", ergänze er.
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es ruhig zu. Käufe melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für die neue Anleihe der Deutschen Pfandbriefbank mit Fälligkeit 2028 und aktuell 3,34 Prozent (ISIN DE000A382665) sowie einen Bond der zum Renault-Konzern gehörenden RCI Banque mit Fälligkeit 2029 und aktuell 3,02 Prozent (ISIN FR001400N3F1). (12.09.2025/alc/a/a)
Vergangene Woche seien die Renditen langfristiger Staatsanleihen fast aller Industrieländer extrem gestiegen - teils auf den höchsten Stand seit 1998. Hintergrund sei die vielerorts enorm hohe Staatsverschuldung gewesen. Nun seien die Renditen wieder etwas gesunken. Zehnjährige Bundesanleihen hätten am Freitagmorgen mit 2,67 Prozent nach 2,8 Prozent vergangene Woche rentiert, dreißigjährige mit 3,26 Prozent nach kurzzeitig über 3,4 Prozent.
"Die Woche stand ganz im Zeichen der gestrigen EZB-Sitzung und der kommenden Mittwoch anstehenden US-Notenbanksitzung", berichte Anleihehändler Rainer Petz von Oddo BHF. Wie allgemein erwartet, habe die EZB das Zinsniveau unangetastet gelassen. Auch die Pressekonferenz habe kaum Neues gebracht.
"Es scheint, als habe die EZB ihre Zinssenkungen beendet, der Lockerungszyklus könnte vorerst vorbei sein", meine Chefvolkswirt Cyrus de la Rubia von der Hamburg Commercial Bank. Das könne sich jedoch ändern, wenn das Wachstum in den nächsten Monaten stark enttäusche oder die Disinflation zunehme - etwa durch einen stärkeren Euro und eine zunehmende Flutung mit ausländischen Gütern infolge der US-Zollpolitik. "Auch Frankreichs politische Turbulenzen bleiben in diesem Zusammenhang ein Unsicherheitsfaktor", bemerke er.
Außerdem bleibe Frankreich Thema nach dem Scheitern der Regierung Bayrou und der Ernennung von Sébastien Lecornu zum neuen Premier. "Frankreich ist schwer regierbar, die Schuldenlast ist mit 114 Prozent des BIP extrem hoch", bemerke Ochsner.
Der Renditeaufschlag gegenüber Bundesanleihen sei daher weiter hoch. Am heutigen Freitag um 17 Uhr werde die Ratingagentur Fitch ihre aktualisierte Einschätzung für Frankreich bekanntgeben. "Angesichts der drohenden französischen Schuldenkrise ist dieses Ereignis nicht unerheblich und eine erhöhte Volatilität französischer Staatsanleihen nicht ausgeschlossen", meine Analyst Henning Oligmüller von der LBBW.
So mancher nutze die niedrigeren Kurse französischer Staatsanleihen aber auch für einen Einstieg, wie Rainer Petz feststelle. "Rumänische Staatsanleihen sind ebenfalls immer wieder gefragt", ergänze er.
Im Handel mit Unternehmensanleihen gehe es ruhig zu. Käufe melde Gregor Daniel von der Walter Ludwig Wertpapierhandelsbank für die neue Anleihe der Deutschen Pfandbriefbank mit Fälligkeit 2028 und aktuell 3,34 Prozent (ISIN DE000A382665) sowie einen Bond der zum Renault-Konzern gehörenden RCI Banque mit Fälligkeit 2029 und aktuell 3,02 Prozent (ISIN FR001400N3F1). (12.09.2025/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 101,19 € | 101,15 € | 0,04 € | +0,04% | 16.04./23:29 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| FR001400N3F1 | A3LSR3 | 103,13 € | 100,19 € | |
Werte im Artikel
12.09.25
, Deutsche Börse AG
Anleihen: Ruhe nach dem Sturm
15.01.24
, Deutsche Börse AG
Anleihen: Flut an Neuemissionen



