EZB hält sich eine Hintertür weit offen


01.02.18 13:00
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Peinlich, verdammt peinlich für die britische Regierung ist das, was da eine an die Öffentlichkeit gelangte Analyse über die Folgen des Brexits für die Wirtschaft enthüllt, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Wie der regierungseigene Report zeige, sei Großbritannien nämlich immer der Verlierer, egal wie der Deal mit der Europäischen Union aussehen werde. Nach allen drei der wahrscheinlichsten Szenarien werde das Wachstum der britischen Wirtschaft zurückgehen, nahezu alle Wirtschaftsbereiche würden leiden. Im schlimmsten Fall werde es über die kommenden 15 Jahre zu einem konjunkturellen Absturz um 8% kommen. Das Papier mit dem Namen "EU Exit Analysis - Cross Whitehall Briefing" sei durch die Nachrichtenseite Buzzfeed unter Berufung auf einen Entwurf des Dokuments ans Licht gekommen.

Selbst ein Verbleib im Europäischen Binnenmarkt als sanfteste Lösung würde nach der Regierungsanalyse lediglich den Schaden begrenzen und für ein Minus beim Wirtschaftswachstum von 2% sorgen. Nach offizieller Lesart aber leugne die Regierung in London diese Effekte und behaupte immer noch, dass der Brexit dem Land erhebliche Chancen eröffne. Noch Ende 2017 habe der Brexit-Minister David Davis vor dem Brexit-Ausschuss des Parlaments bestritten, dass eine solche Analyse überhaupt existiere. Prompt habe nun der Labour-Abgeordnete und Vorsitzende des Brexit-Ausschusses, Hilary Benn, Davis' Fähigkeiten als Brexit-Chefunterhändler infrage gestellt. Nicola Sturgeon, Regierungschefin von Schottland, das bei dem Brexit-Referendum für einen Verbleib in der EU gestimmt habe, habe die Enthüllung als "Wendepunkt in den Brexit-Verhandlungen" bezeichnet.

Durch das Bekanntwerden der Regierungsanalyse habe sich der Druck auf Premierministerin Theresa May weiter erhöht, stehe sie doch ohnehin im Spannungsfeld zwischen den Brexiteers und den europafreundlichen Kräften in ihrer Tory-Partei. Forderungen nach ihrem Rücktrete habe May jedoch zurückgewiesen.

Eine Veröffentlichung der Analyse lehne die Regierung ab. Es handle sich schließlich nur um einen Entwurf und außerdem sei keines der durchgespielten Szenarien von der Regierung erwünscht. Diese Aussage sei ja noch nachvollziehbar. Aber es dränge sich der Eindruck auf, dass wenn' s einem nicht passe, solche Ergebnisse einfach unterdrückt werden! Man könnte es auch folgendermaßen formulieren: "Es kann nicht sein, was nicht sein darf." Das Bild, das die britische Regierung in Sachen Brexit abgebe, werde jedenfalls immer absurder.

Der positive Effekt, der von der Wahl Emmanuel Macrons ausgegangen sei, schlage sich nun auch auf die Konjunktur nieder. So habe die französische Wirtschaft im Jahr 2017 einen deutlichen Schub erhalten und die höchste Wachstumsrate seit 2011 verbucht. In einer ersten Einschätzung habe die nationale Statistikbehörde ein Plus beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 1,9% gemeldet. Der Wachstumskurs der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone erweise sich damit als robust. Für das letzte Quartal 2017 sei sogar ein Wachstum von 2,4% registriert worden. Mit dieser Beschleunigung gehe für Frankreich ein halbes Jahrzehnt mit trägem Wachstum, das die Arbeitslosigkeit in der Nähe von 10% gehalten habe, zu Ende.

Neben der steigenden globalen Nachfrage und der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) habe der Vertrauensvorschuss für Macron und seine Partei "En Marche" zu dieser positiven Entwicklung beigetragen. Unternehmen und Investoren hätten die Maßnahmen des Präsidenten begrüßt, die er zum Abbau von Bürokratie und Steuern eingeleitet habe und auch die Gewerkschaften hätten überzeugt werden können. Aber auch der private Konsum zeige sich in Frankreich sehr robust. Unterm Strich deute die Entwicklung an, dass es mit einem vielleicht radikalen, aber doch pragmatischen und durchdachten Änderungsansatz, wie ihn Macron vorantreibe, gelingen könne, verkrustete Strukturen aufzuweichen und für neuen Schwung zu sorgen.

Man möge sich mit Blick auf die kommende Regierung in Deutschland eine ähnliche Frischzellenkur wünschen. Bisher verleite der Verlauf der Koalitionsverhandlungen für eine Neuauflage der Großen Koalition in Berlin aber nicht gerade zu Optimismus.

Auch die spanische Wirtschaft befinde sich auf Wachstumskurs. 2017 habe das Wirtschaftswachstum bei 3,1% gelegen. Allerdings habe sich die Dynamik im vierten Quartal des vergangenen Jahres auf 0,7% abgeschwächt und für die kommenden Quartale werde ein noch langsameres Wachstum erwartet. Der Rückgang der wirtschaftlichen Leistung sei allerdings nicht die Folge der Katalonien-Krise, die sich bisher kaum auf die Gesamtwirtschaft ausgewirkt habe.

Indessen bereite sich Griechenland weiter auf eine Loslösung von den internationalen Hilfskrediten vor. So solle demnächst ein siebenjähriges Papier ausgegeben werden. Und bis zum Auslaufen des Hilfsprogramms im August dieses Jahres plane Athen die Emission einer drei- und einer zehnjährigen Anleihe. Damit wolle Finanzminister Euklid Tsakalotos die fallenden Renditen nutzen, um zu günstigem Geld zu kommen. Aktuell notiere eine griechische Staatsanleihe (ISIN GR0124034688/ WKN A19S2V) mit Laufzeit 1/2028 bei ca. 100,50%, was einer Rendite von ca. 3,70% entspreche.

Doch die Hoffnung könnte sich ganz schnell in Wohlgefallen auflösen, wenn die dieser Tage von DIW-Präsident Marcel Fratzscher geäußerte scharfe Kritik, der dem damaligen Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble eine bewusste Wählertäuschung beim Schuldenschnitt für Griechenland vorgeworfen habe, den Tatsachen entsprechen würde. Nach seiner Lesart habe es vor der Bundestagswahl zwischen Schäuble und den anderen Geldgebern die Absprache gegeben, einen Schuldenschnitt nicht zu besprechen, weil dies zu viele Wählerstimmen kosten würde.

In dieser Woche sei es der niederländische Notenbankchef gewesen, der als Vertreter eines "Nordlandes" in der EU Kritik an EZB-Präsident Mario Draghi geübt habe. Die Geldschwemme der Zentralbank müsse "so schnell wie möglich" beendet werden, habe Klaas Knot gefordert. Seit Januar habe die EZB ihre Anleihekäufe auf 30 Mrd. Euro pro Monat halbiert und reinvestiere zusätzlich durchschnittlich 10 Mrd. Euro infolge von Fälligkeiten. Ihr Ziel, die Inflation auf 2% zu heben, sei aber immer noch nicht ganz erreicht worden. Und genau daran scheine es in den Augen der EZB zu haken. Denn umgehend nach Knots Statement sei die Replik durch den EZB-Chefvolkswirt Peter Praet gefolgt, der dem Ruf nach einem raschen Ende der Anleihekäufe eine Absage erteilt habe. Das Ende der expansiven Geldpolitik sei damit weiter offen.

Die EZB werde nach Einschätzung von Praet das Programm erst stoppen, wenn sie noch stärker von einem Anziehen der Inflation überzeugt sei. Erst dann sei eine Normalisierung der Geldpolitik möglich. Daher brauche man weiterhin Geduld und Beharrlichkeit in der Steuerung der Geldpolitik, so Praet. Damit bereite die EZB die Märkte auf die Möglichkeit vor, dass die Anleihekäufe auch noch über den avisierten September 2018 hinaus fortgesetzt werden könnten. Denn bisher sei auch noch kein konkretes Enddatum genannt worden. Mit den Äußerungen von Praet habe die Notenbank die Hintertür, über die sie das expansive Programm fortsetzen könne, nochmals weit aufgestoßen.

Dazu passe auch Draghis Aussage, man habe noch nicht gewonnen - einen Satz, den er vergangene Woche auf der Sitzung des Rates der EZB geäußert habe. Ob er damit den Kurs des Euro habe drücken wollen, sei nicht sicher. Fest stehe, dass die Gemeinschaftswährung nochmals zugelegt habe. Aber dafür habe wohl auch die Aussage von US-Finanzminister Steven Mnuchin gesorgt, der in Davos gesagt habe, dass ein schwacher Dollar gut für die USA sei. Das Wort der US-Amerikaner habe an den Devisenmärkten dann doch noch mehr Gewicht als das der Europäer.

Ungeachtet der unzähligen, weltweiten Diskussionen über "Frauenpower" im Berufsleben werde ab heute die mächtigste Zentralbank der Welt, die US-amerikanische Notenbank (FED), wieder von einem Mann geführt. Aber ändern werde sich dadurch - bis auf diese Personalie - eigentlich nichts. Jerome Powell, der am 5. Februar seinen Amtseid ablegen werde, sei schon seit Jahren direkt in die Entscheidungen zur Geldpolitik eingebunden gewesen und habe die von Janet Yellen, die auch als "weiße Taube" bezeichnet worden sei, vorgegebenen Beschlüsse stets mitgetragen. Somit stelle sich in diesen politisch unsicheren Zeiten lediglich die Frage nach der Anzahl der Zinserhöhungen, welche die Marktteilnehmer in diesem Jahr noch erwarten könnten. Denn bei der gestrigen Verlautbarung sei deutlich geworden, dass angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs bereits bei der nächsten Sitzung im März dies der Fall sein könnte. Auch das Streichen der Formulierung zur Entwicklung der Inflation werde als Indiz hierfür gewertet.

Die bisherige FED-Präsidentin sei zwar keine begeisterte Anhängerin des neuen politischen Stils in den USA gewesen und habe von Zeit zu Zeit auch Kritik über sich ergehen lassen müssen. Aber ungeachtet mancher Schmähungen durch D.T., den Unberechenbaren, habe sie für eine verlässliche Geldpolitik gestanden. Diese Tatsache allein sei insbesondere in Zeiten politischer Wankelmütigkeit kein zu unterschätzendes Gut gewesen und werde es unter diesem US-Präsidenten auch in Zukunft bleiben müssen. Somit finde der Verantwortungswechsel auf einem konjunkturell fast perfekt aufbereiteten Untergrund statt. Jedoch bedeute das nicht, dass sich Jerome Powell einfach nur zurücklehnen könne.

Denn alleine schon die Rede Donald Trumps "Zur Lage der Nation" und die darin angedeuteten Projekte sowie die wieder anstehenden Verhandlungen zur Vermeidung des "Government Shutdown" am 8. Februar würden vom ersten Tag an volle Konzentration und die Bereitschaft verlangen, das bisher Erreichte zu verteidigen. Der FED-Chef von Dallas, Robert S. Kaplan, sehe es hierbei als eine besondere Herausforderung für sich und seine Board-Kollegen an, die künftige Überhitzung des US-Arbeitsmarktes zu steuern - und zwar in Kombination mit einer Inflation unter der Zielmarke von 2 Prozent. Nach seinen Worten sei die Erfolgsbilanz der FED für Perioden, in denen sie habe aufholen müssen, nicht besonders gut. Diese Selbsterkenntnis sollte allerdings Anlass zur Zuversicht sein. Denn somit scheine man sich der Tatsache bewusst zu sein, nicht zu lange warten bzw. in einen Überaktionismus verfallen zu dürfen.

Ein "Selbstläufer" werde es also nicht sein - und man darf gespannt sein, wie sich der "Neue" schlage.

Die Pläne, die da eine Arbeitsgruppe des Europäischen Ausschusses für Systemrisiken (ESRB) zur künftigen Schuldenfinanzierung in Europa gebastelt habe, würden aufhorchen lassen. Alle europäischen Staatsanleihen sollten demnach zusammen in einen Korb gelegt werden, um daraus so genannte Sovereign Bond-Backed Securities (SBBS) zu formen. Mit dieser Konstruktion solle die unglückselige Verbindung aus Banken- und Staatspleiten durchbrochen werden. Die Staaten sollten dabei weiter für ihre Schulden haften. Doch das, was auf den ersten Blick wie das "Ei des Kolumbus" aussehe, könne am Ende zu einer Vergemeinschaftung der Schulden führen.

Deshalb stoße die Idee nicht nur in Berlin, sondern auch in Paris und sogar in Rom auf Skepsis, wobei die Länder aufgrund unterschiedlicher Beweggründe gegen die SBBS-Idee seien. Denn die Festlegung, wieviel Papiere gebündelt würden, solle sich nicht nach der jeweils ausstehenden Staatsschuld richten, sondern nach dem Anteil der Wirtschaftskraft eines Landes im Euro-Raum. Dies hätte zur Folge, dass Deutschland den höchsten Anteil bekommen würde, Länder wie Italien aber Nachteile bei der Aufnahme von Schulden zu erwarten hätten. Entsprechend kritisch hätten die Chefs der europäischen Schuldenagenturen laut "Handelsblatt" bereits 2017 in einem Brief an die ESRB reagiert. Darin hätten sie beklagt, dass die neuen Anleihen der Effizienz des europäischen Staatsanleihen-Marktes schaden könnten, indem etwa Titel, die nicht in den SBBS enthalten wären, schwerer gehandelt werden könnten. Das, was zuerst als Ei des Kolumbus schien, entpuppt sich also als Mogelpackung und würde im Zweifel die EZB zum Eingreifen zwingen, so die Analysten der Baader Bank.

In dieser Berichtswoche habe der französische Spiele-Hersteller Ubisoft Entertainment auf sich aufmerksam gemacht. Dem ein oder anderen dürften die Spiele-Reihen "Die Siedler" oder "Anno" bekannt sein. Eben diese Spiele entwickle das Unternehmen mit Sitz in Montreuil sur Bois. Erstmals in der 32-jährigen Geschichte hätten sich die fünf Guillemot-Brüder (Gründer) mittels einer 500 Mio. Euro schweren Anleihe (ISIN FR0013313186/ WKN A19VPD) am Kapitalmarkt refinanziert. Für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt zahle das Unternehmen jährlich 1,289% Zinsen bis zum 30.01.2023. Begeben worden sei das Papier zu pari, was einem Emissionsspread von +85 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Neben einer Make Whole Option sei der Bond drei Monate vor Endfälligkeit am 30.10.2022 zu 100% kündbar. In die Anleihebedingungen sei die bei Privatanlegern unbeliebte Mindeststückelung von 100.000 Euro festgeschrieben worden. Diese hätten auch Nordex und Alliander gewählt, die sich ebenfalls mit je einem Bond an den Kapitalmarkt gewagt hätten.

Der börsennotierte Hersteller von Windkraftanlagen Nordex mit Sitz in Rostock habe ebenfalls eine 5-jährige Anleihe (ISIN XS1713474168/ WKN A2GSSM) mit Laufzeit bis zum 01.02.2023 gebracht. Das Unternehmen habe den 275 Mio. Euro schweren Bond mit einem Zinssatz von jährlich 6,5% ausgestattet, welcher im Februar und August eines jeden Jahres zur Auszahlung komme. Der Ausgabepreis habe bei 100% gelegen (+649 Bps über der vergleichbaren Bundesanleihe). Das Wertpapier sei neben einer Make Whole Option mit drei weiteren Kündigungsrechten jeweils ab dem 01.02.2020 zu 103,25%, ab dem 01.02.2021 zu 101,625% und ab dem 01.02.2022 zu 100% ausgestattet.

Darüber hinaus habe in dieser Berichtswoche Alliander einen Perpetual-Bond begeben. Der niederländische Gas- und Stromnetzbetreiber habe einen Fix-to-Float Bond (ISIn XS1757377400/ WKN A19VX6) mit einem Emissionsvolumen von 500 Mio. Euro aufgelegt. Das Unternehmen, welches auch Dienstleister für Energienetze in den Niederlanden sei, zahle für die Aufnahme des Kredits am Bondmarkt bis zum 30.06.2025 einen festen Zins in Höhe von 1,625% p.a. an die Gläubiger. Im Anschluss richte sich der Zinssatz nach dem 5-Jahres-Swap plus 0,952 PP. Ferner sei das Wertpapier ab dem 30.06.2025 alle fünf Jahre jeweils am 30. Juni zu pari kündbar. Der Emissionspreis habe sich auf 99,144 (+95,2 Bps über Mid Swap) belaufen.

Es sei schon immer wieder faszinierend. Bei einer negativen Rendite von ca. -0,20% für 10-jährige Bundesanleihen hätten die Investoren mit den Schultern gezuckt und zu bedenken gegeben, dass man gegen die EZB sowieso keine Chance habe. Sei aber die Rendite bei ca. +0,70% und die EZB habe ihre Maschinen etwas gedrosselt, dann werde über Absicherungen nachgedacht. Doch ehrlich gesagt, mache das jetzt auch nicht wirklich viel Sinn. Klar, die Rahmenbedingungen hätten sich am Rentenmarkt geändert, aber nur weil jetzt die Inflation wieder bei ca. 1,6% sei, heiße das noch lange nicht, dass man schon bald wieder zu den "guten" alten Zeiten zurückkehre. Damals habe die Inflation zwar einen Großteil der Rendite abgeknappert, aber es sei noch meist ein positiver Rest übrig geblieben. Doch davon sind wir noch meilenweit entfernt, so die Analysten der Baader Bank.

Jedoch mache sich seit Jahresanfang immer mehr Verunsicherung unter den Marktteilnehmern breit, weil man Angst habe, die Trendwende verschlafen zu haben. Dem sei mit Sicherheit in den meisten Fällen auch so gewesen, aber aus charttechnischer Sicht sei beim Rentenbarometer noch ein kleines Gap zwischen 159,64% und 159,66% zu schließen. Und Chartanalysten würden immer betonen, dass jedes Gap irgendwann geschlossen werde. Jedoch sei hierbei das "Wann" ausschlaggebend. Dies sollte allerdings nicht überbewertet werden, denn die Zinsanpassung sei noch lange nicht abgeschlossen. Nur sei das keine Angelegenheit von ein paar Tagen oder Wochen, sondern von Monaten und man sollte sich darüber im Klaren sein, dass auch Rom nicht an einem Tag erbaut worden sei.

Der Abwärtstrend beim Euro-Bund-Future(ISIN DE0009652644/ WKN 965264) sei weiterhin intakt und daran würde auch das Schließen des Gaps sowie ein Anstieg bis in den Bereich zwischen 159,80% und der psychologischen Marke von 160% nichts ändern. Die auf diesem Niveau zu erzielende Rendite von ca. 0,60% sollte allerdings im momentanen Umfeld die Untergrenze darstellen und erneut zur Positionsabsicherung genutzt werden. Ohne konjunkturelle bzw. politische Impulse sei in den kommenden Handelstagen mit einem Test der 158,00% zu rechnen, was einer Rendite von ca. 0,75% für 10-jährige Bundesanleihen entspreche. Ob die ursprünglich in diesem Bereich angedachte Kaufbereitschaft der Investoren einsetzen werde, bleibe allerdings abzuwarten. Aktuell notiere das Rentenbarometer bei 158,40% und somit an der unteren Begrenzungslinie des Abwärtstrendkanals.

In dieser Handelswoche hätten die US-Investoren lediglich in Geldmarkttitel investieren und dabei zwischen den Laufzeiten von vier und 52 Wochen sowie drei und sechs Monaten wählen können. Im Hinblick auf die möglicherweise erneut anstehende Haushaltssperre und weiterer Zinserhöhungen in den USA sei bei der Auktion der kurzen 4-Wochen-T-Bills eine Rendite von 1,44% (Vw.: 1,21%) zu erzielen gewesen.

Aber auch in der Eurozone würden neue finanzielle Mittel benötigt und so habe Italien bereits am Dienstag mehrere Auktionen durchgeführt. Jedoch seien italienische Staatsanleihen aus steuerlichen Gründen auch weiterhin nicht an deutschen Börsen handelbar. Dennoch sei das Highlight der Woche der Tender der neuen 5-jährigen Bundesobligationen (ISIN DE0001141778/ WKN 114177) gewesen. Nachdem im Laufe der Woche erstmals seit 2015 in diesem Laufzeitsegment wieder positive Renditen bei deutschen Staatsanleihen hätten erzielt werden können, sei man gespannt gewesen auf das Tenderverhalten der institutionellen Kunden zur Wochenmitte. Avisiert worden sei ein Emissionsvolumen von 4 Mrd. Euro und hierfür seien auch Gebote von insgesamt 4,246 Mrd. Euro abgegeben worden. Die Zuteilung sei bei einer Durchschnittsrendite von +0,08% erfolgt und etwas über 796 Mio. Euro seien zur Marktpflege zurückbehalten worden.

Den Schlusspunkt unter die Emissionsaktivitäten würden am heutigen Donnerstag noch Frankreich sowie Spanien setzen und dadurch die wirtschaftlich positive Nachrichtenlage für sich nutzen. So würden drei französische Altemissionen (ISIN FR0013311016/ WKN A19U9A, 2021; ISIN FR0013283686/ WKN A19PMK, 2023; ISIN FR0011619436/ WKN A1HS3U, 2024) und vier spanische (ISIN ES00000128X2/ WKN A19JJJ, 2021; ISIN ES00000127G9/ WKN A1Z2RV, 2025; ISIN ES00000128S2/ WKN A19G01, 2027; ISIN ES00000121S7/ WKN A1AM06, 2041) aufgestockt.

Zum vierten Mal in diesem Jahr erscheint unser Wochenbericht, und ebenso oft hat es die Gemeinschaftswährung in diesem Zeitraum geschafft, neue Bestmarken zu erreichen, so die Analysten der Baader Bank.

So habe der Euro in der vergangenen Woche erstmals in diesem Jahr die wichtige Marke von 1,25 USD überspringen können. Mit 1,2537 USD habe die Einheitswährung demzufolge ein neues Jahreshoch markiert und somit in der Nähe ihres Dreijahreshochs von 1,2570 USD (Dezember 20149 notiert. Damit betrage der Wertzuwachs des Euro in diesem Jahr ca. 5% im Vergleich zur US-Valuta. Ausgelöst worden sei der Höhenflug beim Devisenpaar EUR/USD durch die Aussage des amerikanischen Finanzministers Steven Mnuchin, wonach ein schwacher Dollar gut für die USA sei. Im Anschluss habe US-Präsident Trump diese Aussage korrigiert und gemeint, der US-Dollar werde stärker werden. Dies wiederum habe den Euro unter Druck gebracht und er sei zwischenzeitlich bis auf 1,2364 USD zurückgefallen. Nach diesen Währungsturbulenzen und der gestrigen FED-Sitzung handle die gemeinsame Währung heute Morgen bei 1,2430 USD.

Doch im Devisenhandel drehe sich nicht alles um das Verhältnis von Euro und Greenback, sondern es gebe auch noch andere Währungspaare. So habe sich im bisherigen Jahresverlauf auch die Währung Norwegens ziemlich robust präsentiert. Der Euro habe im Vergleich zur Norwegischen Krone (NOK) verloren und mit 9,5262 NOK einen neuen Tiefstwert in 2018 erreicht. Zu Jahresbeginn habe der Devisenkurs noch bei 9,85 NOK notiert.

Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche verstärkt Anleihen auf Türkische Lira, Südafrikanische Rand, Norwegische Kronen und Russische Rubel im Fokus der Anleger gestanden. Aber auch US-Dollar-Bonds seien vermehrt angefragt worden.

Disclaimer:

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (01.02.2018/alc/a/a)





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