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Portugal-Anleihe: negativer Nachrichtenfluss lässt den Markt kalt
27.08.12 11:16
Anleihencheck Research
Westerburg (www.anleihencheck.de) - Der Analyst von Anleihencheck Research, Sven Krupp, hält die Anleihe (ISIN PTOTEPOE0016 / WKN A1GMFB) von Portugal nur für risikofreudige Anleger für interessant.
Die Anleihe, emittiert vom südeuropäischen Staat Portugal, sei mit einem Kupon von 6,40% ausgestattet und laufe noch bis zum 15.02.2016. Bei einem aktuellen Kurs von 99,49% biete das Papier eine jährliche Rendite von 6,54%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "Ba3" bewertet, was knapp unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches Kreditrisiko.
Nach den angekündigten Fiskalmaßnahmen der FED und EZB habe sich die Lage an den Kapitalmärkten spürbar entspannt. Und auch die Anleihe-Renditen der hochverschuldeten Euro-Länder wie Italien, Spanien und Portugal hätten sich von ihren Hochs wieder normalisiert.
Nachdem die in März publizierten Daten zur Entwicklung des portugiesischen Budgetsaldos bereits darauf hingedeutet hätten, dass das Erreichen des diesjährigen Defizitziels von 4,5% des BIPs schwer werden würde, komme diesbezüglich nun die nächste Hiobsbotschaft. Die Steuereinnahmen Portugals seien in den ersten sieben Monaten 2012 um rund 3,5% gesunken, obwohl ursprünglich mit Mehreinnahmen gerechnet worden sei. Daraufhin habe das Finanzministerium Ende letzter Woche mitgeteilt, dass man das o.a. avisierte Defizitziel ohne zusätzliche Sparmaßnahmen nun nicht mehr erreichen werde.
Die Märkte hätten auf die Meldung gelassen reagiert und es sei zu keinen Renditeanstiegen gekommen. Anscheinend sei ein Verfehlen des Defizitziels bereits erwartet worden.
Grundsätzlich würden Ökonomen einen Schuldenschnitt Portugals für vermeidbar halten. Im kommenden Jahr solle der Schuldenstand des Landes mit 118% des BIP seinen Höhepunkt erreichen. Eine solche Quote sei nach Meinung des IWF tragbar. Allerdings dürfte das bisher beschlossene Hilfspaket nach Einschätzung von Volkswirten das Schuldenproblem nicht lösen. Die 78 Mrd. Euro aus dem Hilfsprogramm würden noch bis September 2013 reichen. Aus diesem Grund sollte Portugal im nächsten Jahr wieder an die Märkte zurückkehren. Das dürfte für das Land angesichts der hohen Renditen der eigenen Staatsanleihen jedoch sehr schwierig werden.
Die Wirtschaftsperspektiven für Portugal sähen unverändert schlecht aus. So rechne Portugals Zentralbank in diesem Jahr mit einem BIP-Rückgang um 3,4% und in 2013 erwarte sie lediglich eine Stagnation. Dies dürfte weitere Sparmaßnahmen der Regierung nach sich ziehen und die Regierung habe das Problem, zwischen "Sparen" und "Abwürgen der Wirtschaft" die richtige Balance zu finden. Auch vom Arbeitsmarkt seien zuletzt keine gute Nachrichten gekommen, denn die Arbeitslosenquote habe im Mai mit 15,2% auf einem unverändert hohen Niveau gelegen. Hinzu kämen sinkende Löhne und eine weiter rückläufige Industrieproduktion.
Portugal stehe wie Italien und Spanien mit dem Rücken zur Wand. Eine Stabilisierung des Haushalts gelte als äußerst fraglich, doch sei diese dringend notwendig. Dennoch seien die Anleihekurse in den letzten Wochen weiter gestiegen, was darauf schließen lasse, dass das Vertrauen des Marktes in Portugal weiter zugenommen habe.
Anleger, die keinen Schuldenschnitt Portugals erwarten würden, könnten einen Blick auf die o.a. Staatsanleihe werfen. Bewusst sei eine Anleihe mit einer kurzen Laufzeit gewählt worden. Der Kurs habe seit Ende Januar deutlich angezogen. Dennoch ist die Staatsanleihe von Portugal nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research aufgrund der angesprochenen Probleme als spekulatives Investment einzustufen. (Analyse vom 27.08.2012) (27.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
Dieser Bericht richtet sich ausschließlich an Marktteilnehmer, die in der Lage sind, ihre Anlageentscheidungen eigenständig zu treffen und sich dabei nicht nur auf die Analysen und Prognosen von Anleihencheck Research stützen. Dieser Bericht ist unverbindlich und stellt weder ein Angebot zum Kauf der genannten Produkte noch eine Anlageempfehlung dar.
Die Anleihe, emittiert vom südeuropäischen Staat Portugal, sei mit einem Kupon von 6,40% ausgestattet und laufe noch bis zum 15.02.2016. Bei einem aktuellen Kurs von 99,49% biete das Papier eine jährliche Rendite von 6,54%. Sowohl die Anleihe als auch der Emittent würden von der Ratingagentur Moody's mit "Ba3" bewertet, was knapp unter Investmentgrade-Status liege. Damit bestehe nach Einschätzung von Moody's bezüglich der Verbindlichkeiten des Emittenten ein erhebliches Kreditrisiko.
Nach den angekündigten Fiskalmaßnahmen der FED und EZB habe sich die Lage an den Kapitalmärkten spürbar entspannt. Und auch die Anleihe-Renditen der hochverschuldeten Euro-Länder wie Italien, Spanien und Portugal hätten sich von ihren Hochs wieder normalisiert.
Nachdem die in März publizierten Daten zur Entwicklung des portugiesischen Budgetsaldos bereits darauf hingedeutet hätten, dass das Erreichen des diesjährigen Defizitziels von 4,5% des BIPs schwer werden würde, komme diesbezüglich nun die nächste Hiobsbotschaft. Die Steuereinnahmen Portugals seien in den ersten sieben Monaten 2012 um rund 3,5% gesunken, obwohl ursprünglich mit Mehreinnahmen gerechnet worden sei. Daraufhin habe das Finanzministerium Ende letzter Woche mitgeteilt, dass man das o.a. avisierte Defizitziel ohne zusätzliche Sparmaßnahmen nun nicht mehr erreichen werde.
Die Märkte hätten auf die Meldung gelassen reagiert und es sei zu keinen Renditeanstiegen gekommen. Anscheinend sei ein Verfehlen des Defizitziels bereits erwartet worden.
Die Wirtschaftsperspektiven für Portugal sähen unverändert schlecht aus. So rechne Portugals Zentralbank in diesem Jahr mit einem BIP-Rückgang um 3,4% und in 2013 erwarte sie lediglich eine Stagnation. Dies dürfte weitere Sparmaßnahmen der Regierung nach sich ziehen und die Regierung habe das Problem, zwischen "Sparen" und "Abwürgen der Wirtschaft" die richtige Balance zu finden. Auch vom Arbeitsmarkt seien zuletzt keine gute Nachrichten gekommen, denn die Arbeitslosenquote habe im Mai mit 15,2% auf einem unverändert hohen Niveau gelegen. Hinzu kämen sinkende Löhne und eine weiter rückläufige Industrieproduktion.
Portugal stehe wie Italien und Spanien mit dem Rücken zur Wand. Eine Stabilisierung des Haushalts gelte als äußerst fraglich, doch sei diese dringend notwendig. Dennoch seien die Anleihekurse in den letzten Wochen weiter gestiegen, was darauf schließen lasse, dass das Vertrauen des Marktes in Portugal weiter zugenommen habe.
Anleger, die keinen Schuldenschnitt Portugals erwarten würden, könnten einen Blick auf die o.a. Staatsanleihe werfen. Bewusst sei eine Anleihe mit einer kurzen Laufzeit gewählt worden. Der Kurs habe seit Ende Januar deutlich angezogen. Dennoch ist die Staatsanleihe von Portugal nach Einschätzung der Analysten von Anleihencheck Research aufgrund der angesprochenen Probleme als spekulatives Investment einzustufen. (Analyse vom 27.08.2012) (27.08.2012/alc/a/a)
Dieser Bericht wurde von Anleihencheck Research ausschließlich zu Informationszwecken erstellt. Die in diesem Bericht enthaltenen Angaben, Analysen und Prognosen basieren auf dem Wissensstand und der Markteinschätzung der mit der Erstellung dieses Berichtes betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Anleihencheck Research behält sich in diesem Zusammenhang das Recht vor, jederzeit Änderungen oder Ergänzungen vorzunehmen. Die Vervielfältigung, Weiterleitung und Verteilung von Texten oder Textteilen dieses Berichtes ist ausdrücklich untersagt. Anleihencheck Research übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit, Vollständigkeit oder Genauigkeit der im Bericht enthaltenen Informationen und/oder für das Eintreten der Prognosen.
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