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Rentenmärkte zunächst mit kräftigen Kursverlusten, später erholt - EM-Bonds mit hohen Risikoaufschlägen


06.05.25 10:12
ALTE LEIPZIGER Trust

Oberursel (www.anleihencheck.de) - Auf der Rentenseite spiegelt sich die beschriebene unsichere Gemengelage ebenfalls wider. Zwar konnten US-Treasuries nach dem ersten Schock wieder Boden gutmachen, doch das Renditeniveau bleibt volatil, so die Experten der Alte Leipziger Trust.

Die 10-jährigen US-Staatsanleihen würden zuletzt um 4,3% notieren, nachdem sie kurzfristig auf über 4,5% gestiegen seien. Auch die Spreads auf Unternehmensanleihen - sowohl im Investment-Grade- als auch im High-Yield-Bereich - hätten sich leicht eingeengt, würden aber auf erhöhtem Niveau verbleiben. Besonders in Europa sei der Rentenmarkt trotz volatiler Bewegungen stabil geblieben, was vor allem der Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die EZB geschuldet sei. Die Märkte würden mittlerweile mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Leitzinssenkung auf 2,00% im Juni 2025 einpreisen. 10-jährige Bunds hätten Anfang Mai bei 2,53% nach zwischenzeitlichen 2,88% in den Tagen nach der Zollankündigung durch Donald Trump notiert.

Problematisch bleibe das Umfeld jedoch für Schwellenländeranleihen. Die Risikoaufschläge insbesondere im High-Yield-Segment seien auf den höchsten Stand seit einem Jahr gestiegen. Hintergrund seien nicht nur die globalen Handelsrisiken, sondern auch die konjunkturelle Abkühlung in den USA und China. Positiv hervorzuheben sei jedoch, dass Anleihen in Lokalwährungen von der jüngsten Schwäche des US-Dollars profitiert hätten und damit aus relativer Sicht an Attraktivität gewonnen hätten.

Apropos Dollar: Die US-Währung habe nach den Zollmaßnahmen deutlich an Wert verloren. Das Vertrauen in die fiskalische und außenpolitische Rationalität der USA scheine zu bröckeln.

Zwar bleibe der US-Dollar die globale Leitwährung, doch sein Status als "sicherer Hafen" werde zunehmend in Frage gestellt. Die Marktteilnehmer würden mit Sorge das steigende US-Haushaltsdefizit, die politische Polarisierung und die handelspolitische Isolationstendenz beobachten. All das trage zu einer strukturellen Dollar-Schwäche bei, die sich in den kommenden Monaten noch verstärken könnte, sollte sich die wirtschaftspolitische Linie der USA nicht stabilisieren. Per 2. Mai hätten Anleger für einen Euro 1,1299 USD erhalten. (Ausgabe Mai 2025) (06.05.2025/alc/a/a)